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verschiedenen polnischen Blättern, Haupt»
sächlich in dem zu Lemberg erscheinenden
„V2i6iiiiik 1it6rHo^i" auf. bald aber
folgten diesen Proben seines poetischen
GeniuS größere Werke, und zwar zu«
nächst das fünfactige Drama „H2I82KH
2 OätroFg.", d. i. Halszka von Ostrog,
welches sonderbarer Weise zunächst in
böhmischer Uebersetzung t86t) zu Prag
und dann erst im Original auf den
Bühnen in Krakau und Lemberg auf«
geführt wurde. Denselben Geschichtsstoff
haben vor ihm auch KraSzewski und
Przedziecki behandelt, doch räumt
die Kritik, ohne sich übrigens den Man«
geln der Dichtung Szujski 's zu ver«
schließen, dieser den Vorzug ein; sie ist
auch im Druck erschienen ^die bibliogra«
phischen Titel der Werke Szuj Ski'S
bringen wir in chronologischer Reihe
unten). Nun folgten rasch mehrere
dramatische Werke, darunter «Georg
LubomirSk i " . 1863 in Lemberg,
„Hedwig", 4866 in Krakau aufgeführt.
Aber nicht blos im dramatischen Fache ^
war er thätig, er pflegte auch die Er<
zahlung und die religiöse Dichtung,
letztere unter dem Pseudonym Ierzy
Prawdzic. Jedoch auf dem Gebiete
der Erzählung scheint er im Gegen-
halt zu seinen Erfolgen als Dramen-
dichter weniger glücklich gewesen zu sein.
Diese poetischen Arbeiten waren aber
nur die Vorläufer ernsten historischen
Schaffens, dem er sich bald mit vollem
Eifer hingab und deffen schriftstellerische
Ergebnisse seinen Namen in Gelehrten»
Kreisen in rühmlichster Weise bekannt
machten. Wir meinen hier seine „OsieHe
I>o!8ki") d. i. Die Geschichte Polens nach
den neuesten Forschungen, welche wohl
bis jetzt als sein Hauptwerk anzusehen
ist. Wenn wir seine literarische Thäng<
keit überblicken, so fällt unS zunächst seine Vielseitigkeit in die Augen: er ist
Erzähler, lyrischer und dramatischer
Dichter, ist Geschichtsforscher und Po-
litiker. Als letzterer wirkte er nicht nur
schriftstellerisch, sondern auch im 3and-
tage. Auf dramatischem Felde bezeich'
nen ihn die Literarhistoriker seiner
Heimat als den eigentlichen Begründer
deS historischen Dramas in Polen.
Was Alexander Fredro im Luftspiel,
ist SzujSki in der Tragödie. Gewiß
ist nicht Alles in seinen Stücken tadellos '.
man muß aber anerkennen, daß sie
große Schönheiten enthalten und seltene
dramatische Kraft athmen, und daß
noch Niemand vor ihm mit gleichem Eifer
der dramatischen Muse gehuldigt hat.
Es nimmt uns auch Wunder, daß ihm
bei seiner vielseitigen Berufsthätigkeit
Muße bleibt zu so reicher schriftstellerischer
Production, denn außerdem, daß er Pro»
fefsor der polnischen Geschichte an der
Krakauer Hochschule ist, fungirt er auch
als Konservator der Kunl'l- und histori»
schen Denkmäler in Galiz-en, als Ge>
neralsecretär der kaiserlichen Akademie
der Wissenschaften in Krakau. deren
Mitglied er ist. als Mitglied der Prü-
fungscommission für Candidaten des
Gymnasi^llehramtes in Krakau. sowie
an der Universität daselbst als Vor»
stand des historischen Seminars und als
Dekan deS Professoien « Kollegiums.
Von dem 45jährigen Gelehrten haben
Slaai und Wissenschaft noch manches zu
erwarten.
Uebersicht der Werke von I. HnMi in chrono-
logischer Mge. „HalL-ka. 2 Ostroga. Dranrat
v? Viyoiu aktaok", d. i. Halszka von Ostcoss.
Drama in fünf Acten (Krakau 1839. 8".).
Zuerst gedruckt im „voäktsk äo O22.
d. i. in der Beilage zum politischen Iour>
nal „Die Zen". 4839. — „V2i6r22no^g5i
Oi-bmat >v piHLiu akt^ok", d. i. Dzierza
nvwski. Drama in fünf Acten (Lemberg.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Szedler-Taasse, Band 42
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Szedler-Taasse
- Band
- 42
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 356
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon