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vlatze in Böhmen, mit Ausnahme einer
kurzen Rast im Marchfelde, ununter-
brochen zu. Im Lager und auf dem
Maische stets heiter, durch keine Ent-
behrungen herabgestimmt, eiferte er die
jüngeren Kameraden durch spannende
Erzählungen aus seinen Kämpfen in bei-
nahe aller Herren Landern unverdrossen
an. Am blutigen Tage von Problus
(3. Juli 4866) wurde sein Regiment zur
Attaque commandirt, eine Escadron, als
Reserve dem Flüge! angehängt, folgte
mit ihrer Istandarte der vorrückenden
Fronte. Der Feind empfing das Regi»
ment mit dem mörderischen Feuer seiner
Hinterlader, gleichzeitig weichen Cüras.
fiere nach einer mißlungenen Attake
zurück, Verwundete, herrenlose Pferde in
Rudeln mit sicb reißend und Infanterie«
Abtheilungen zertretend, streifte dieser
Choc die genannte Escadron. Ein Theil
deiselben, darunter Szukiewicz, wurde
überritten, viele stürzten, gleichzeitig
sandten die preußischen Batterien un«
zählige todtliche Geschosse in die Reihen
unserer Uhlanen, deren Attaque jedoch den
besten Erfolg hatte, indem sie den Rück.
zug des Feindes in einen Wald bewirkte.
Das Regiment stand unerschüttert zwi«
scken dem Doppelfeuer, doch die Stan«
darte und ein Zug schwebten in größter
Gefahr. Da bewährte sich Szuki ew ic;
als alte harte Eoldatennatur, der Greis
wankte nicht im Sattel, mit jugendlichem
Feuer brach er
sich Bahn auS dem wirren
Knauel von Menschen und scheu gewor»
denen Pferden; seine Uhlanen um sich
sammelnd und daS Panier des Regi«
mentS mit fester Hand emporhaltend,
erscheint er vor der Fronte desselben,
von jauchzendem Jubel empfangen. Die
silberne Tapferkeitsmedaille erster Classe
war der Lohn des Helden.
Lorbeeren und Eypressen von l866. Nord« armee (Wien. Vrrlaa von August Vrandel»
1868) S l25. — Thürheim (Andreas
Graf) , Gedenkblätter aus der Kriegs»
geschichte der k. k. österreichisch »ungarischen
Armee (Teschen 1880. Prochaska, gr. 80.)
Bd. I I , S. 289 unter Jahr l86ss.
Szultz Vodog. Felician (ungarischer
Revolut ionsoberst in Komorn
1849. Ort und Jahr seiner Geburt un»
bekannt) Zeitgenoß. AuS der k. k. Armee
als Ofsicier schon mehrere Jahre vor
1848 geschieden. focht dieser uner«
schrockene mit den ungarischen Tapfer-
keitSzeichen beider Classen decorirte Sol»
dat im Winterfeldzuge unter Msszä«
r o s und wurde bei Kaschau durch die
Schnellfüßigkeit seines AraberrofseS, daS
einen breiten Graben glücklich übersehte,
vor der Gefangennahme durch die k. Ehe-
vauxlegers gerettet. Im Sommerfeldzuge
1849 bereits Brigadier im ersten unga«
rischen ArmeecorpS, kam er spater nach
Komorn, wo er, ohne besondere Anstcl.
lung, von Klapka zeitweise mit ver»
schiedenen CommandoS betraut wurde,
so am 3. August 1849 bei dem Ausfalls,
gefechte von Puszta Herkaly, wo er die
Führung einer Colonne hatte, mit
welcher er die Fronte oer feindlichen Ver-
schanzung mit vieler Bravour stürmte und
zwei Acdtzehnpfünder eroberte. Zu einem
höheren und selbständigen Commanoo
konnte er aber wegen seiner bedeutenden
Scbwerhörigkeit nie verwendet werden.
Was ihn nicht minder als seine m>li>
tälischen Verdienste denkwürdig macht,
waren seine Originalität und seine Son»
derlingöeigenheiten, durch die er
sich
in
der Revolutionsarmce einen Namen er-
warb. Seine Lieblingsldee war, sich mit
einem Ritter zu vergleichen und von
seinen Vorfahren ^u erwählen, daß sie
schon die Kreuzzüge mitgemacht hätten.
Am häufigsten hörte man aus seinem
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Szedler-Taasse, Band 42
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Szedler-Taasse
- Band
- 42
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 356
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon