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I ädog 283 ) Onuphrius
Munde die Redensart: .Die Szultze
waren alle fameuse Kerls" . und uner«
schrocken tapfer, ja tollkühn war auch
er. Als bei Isza;egh die Kanonade sich
bereits äußerst heftig vernehmen ließ,
sagte er zu seiner Umgebung: „Ich
glaube, die Kerls fangen schon wieder zu
plänkeln an!" Einmol badete er sich im
Waagfluffe, der die gegenseitigen Vor-
Posten schied, bei hellem Tage. Nur ein
Wunder rettete ihn vor den vielen
Schüssen, welcde nach ihm gerichtet
waren, die er aber freilich nicht hörte.
Am originellsten war Szul tz in seinem
Costüme wahrend der Winter-Cam.
pagne: Sein Burnus, den er nie ab«
legte, und der gewissermaßen das laute
Zeugniß der Thaten seines Trägers war,
erfreute sich im ungarischen Revolulions.
Heere einer gewissen historischen Noto»
rietät. Man stelle sich einen großen
rothbeschnürten weißen Burnus vor,
mit einer mächtigen Kapuze, die er
immer über den Kopf zog, und welcke
denselben ganz verhüllte, so daß man
vergebens nach den Gesichtgzügen des
Obristen forschte. Dieser pulverge«
schwärzte Rock. der alle Spuren eines
Bivouaelebcns an sich trug, war im
strengsten Sinne des Wortes durch»
löchert und zerhauen, und S z u l t z
hatte den originellen Einfall, alle Schuß«
und Hieblöcher, die sein Burnus er«
hielt, roth auSnähen zu lassen, so daß
derselbe einer Carreauzehn auf ein
Haar glich. Diesem weißen BurnuS,
welcher fein höchster Stolz war. folgte
feine Brigade wie die Soldaten Hein-
richS IV. einst dessen weißem Feder»
busche. Szultz' Berichte waren stets
äußerst lakonisch. Während des Ueber-
ganges deS ungarischen Heeres über die
Theiß. Anfangs Februar-1849. erhielt
er den Befehl, gleichzeitig die Bodrogh zu überschreiten und gegen Särosvatak
vorzudringen. Seine schriftliche Mel»
düng lautete: „Szultz Bödog ging
über die Bodrogh". Er theilte das
Schicksal der meisten seiner Komorner
Gefährten und wanderte nach erfolgier
Cavitulation Anfangs October 1849 nnt
einem Regierungspasse ins Ausland,
seit welcher Zeit nichts mehr von dem
Besitzer deS originellen Burnus gehört
wurde.
Sz i l l äny i (ehemaliger Chef des General'
stabes Klapka's). Komorn im Jahre 185U.
mit besonderem Hinblick auf die Operationen
der ungarischen Armee an der oberen Donau
und Waag (Leipzig 185 l bei Grunow und
Comp^) S. l l6, l17. 118. 145. l48 und
149—154).
Szumlauski, Onuphrws (griechisch»
unirter Bischof zu Przemysl, geb. zu
Anfang des 18. Jahrhunderts, gest. zu
Wa la , einer Ortschaft in der Prze»
myäler Diöcest, am 30. April 1762).
Der Sproß einer alten polnischen Fa»
milie, aus welcher mehrere Kirchenfürsteu
hervorgingen ^siehe die Quellen S. 284).
Sein Vater Paul war Schwertträger
vonZydaczew, seineMutter eine geborene
Dymidecka. Von vier Söhnen der
drille — von den beiden alteren war
Andreas Starost von Buczniow, und
Iohunn Mundschenk von Lukow —
trat unser Szumlansk i in die könig«
lich polnische Armee, in welcher er bis
zum Obersten aufrückte. Bei seinem
Uebertritt in den geistlichen Stand ver-
tauschte er seinen Taufnamen Joseph
mit dem Klosternamen Onuphr ius.
In der Folge wurde er vom Bischof von
Przemysl HieronymuS Nstrzycki zu
dessen Coadjutor mit dem Recht der
Nachfolge aufgenommen und durch den
König am 10. November 1740 in dieser
Würde bestätigt. Nach dem Tode seines
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Szedler-Taasse, Band 42
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Szedler-Taasse
- Band
- 42
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 356
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon