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Taaffe (Genealogie) 299 Taaffe (Genealogie)
Wilhelm, mit dessen Tnleln Theobald
lS. 305. Nr. 17) und Wilhelm daS Ge«
schlecht sich in zwei Hauptstämme theilt, von
denen der von dem Ersteren ausgehende
schon mit dessen gleichnamigem Enkel THeo
bald lS.3t6. Nr. 1») 1?38 im Mannebstamme
erlischt, während der von Wi lhe lm ge<
pflanzte, welcher mit dessen Enkel Nicolaus
IS. 311), dem ersten Reichsgrafen, sich blei»
bend in Oesterreich seßhaft machte, noch zur
Stunde blüht. Die beiliegende Stammtafel
gibt eine genaue Darstellung beider Haupt-
stamme mit deren Stammesfolge bis auf die
Gegenwart. — Was nun die Würden und
Aemter dieses Hauses anbelangt, so treffen
wir. wenn wir auf die Geschichte desselben
in seiner alten Heimat Irland zurückgreifen,
in Johann, dem einzigen Sohne Wil<
Helms, mit dem unsere Stammtafel an»
hebt, auf den ersten Viscount Taaffe von
Corren und Baron von Bal lymote,
zu welcher Würde er mittelst eines könig»
lichen Priuy Seal'SchreibenS ääo. 27. Juni
1628 erhoben wurde, dem zufolge er am
44. Juli 1634 seinen Sitz im Hause der
Pairs einnahm. Sein erstgeborener Sohn
Theobald erhielt für die ausgezeichneten
Dienste, welche er dem Könige und dessen Sache
erwiesen, von demselben als Zeichen dankbarer
Huld am 26. Juni 5662 die Würde eines
Ear l von Car l ingforo für sich und seine
männlichen Leibesnachkommen. Diese Würden
sehten sich fort, und zwar die des Carl von
Car l ingford bis auf Tbeobald den
vierten Earl, mit welchem, da er kinderlos
starb, dieselbe erlosch; jene des Viöcount
bis auf die Gegenwart, so daß der gegen,
wartiae Chef des Hauses, Minister.Präsioent
Graf Eduard, der zehnte Viscount Taaffe
zu Corren und Baron von Ba l l ymote
ist. Den Reichsgrafenstand erlangten
die Taaffe im Jahre 1662, das böh»
mische Inco la t erwarb zuerst Franz
von Taaffe am 20. August 1676. später
Theobald Graf Taaffe am 2. November
1702; daß m ährisch e Incolat kam in die
Familie am 30. September 1758 ; Graf
Ludwig aber erlangte das Incolat von
Kärnthen am 22. April 18l9, von Steier«
mark am 16. Jänner 1821, von Gal iz ien
am 19. August l323, von Niederösterreich
am l3. October 1827, und das Indigenat
von Ungarn am 6. Februar 1829. Von
persönlichen Würden tragen zwei Sprossen
des Hauses das goldene Vließ: der berühmte Kriegsheld und Staatsmann Franz ^S. 30l,
Nr. 3). der es 1698 erhielt, dann der gegen,
wärtige Minister.Präsident Graf Eduard
^S. 294), welchem es mit ah. Handschreiben
vom April 1378. als er noch Statthalter
von Tirol war, verliehen wurde. Was nun
die einzelnen Sprossen dieses Geschlechts
betrifft, so erblicken wir dieselben im Dienste
des Staates, des Heeres und der Kirche,
welche letztere wohl auch einen hohen Wür>
denträger, den Erzbischof von Armagh. Jo-
hann Taaffe (gest. am 30. October 1288),
aufzuweisen hat, jedoch mehr von den ein«
zelnen Familiengliedern in den Religions»
kämpfen, die England im l6. und 17. Jahr»
Hunderte zerwühlten, vor den Bedrohungen
der verschiedenen anderen Neligionsparteien
mit kräftigem Arme geschützt wurde. 35or<
nehmlich aber dienten die Taaffe im öster»
reichischen Heere, und zwar bereits zu einer
Zeit, da sie noch gar nicht bleibend nach
dem Kaiserstaate übersiedelt waren. Franz
^S. 301. Nr. 4) focht rühmlichst bei der
Belagerung Wiens durch die Türken, an
deren Besiegung noch immer aus Gott weiß
welchen Gründen die Polen ihr Theil für
sich in Anspruch nehmen, da es denn doch
durch neuere Forschungen erwiesen und fest»
gestellt ist. daß dieselben, obgleich sie noch
heute auf dem jetzigen Leopoldsberge am
12. September ihre Polenmesse feiern, der
einzige Theil des Cntsatzheeres waren, der
geschlagen und gegen Dornbach zurückgewor«
fen wurde. Die Ursache dieser sich fort und
fortschleppenden Unrichtigkeit in der Ge-
schichte des Entsatzes rührt von dem Um-
stände der, daß man den deutschen zumeist
protestantischen Reichstruppen die Chre des
Triumphes nicht gönnen wollte, und daß
darum die damaligen Hof- und Leibhistorio»
graphen lieber dem katboliscken Könige einen
Sieg zuschrieben, den eigentlich seine prote»
stantischen Kampfgenossen erfochten hatten.
Wi lhelm sS. 307. Nr. 20) siel 1684 im
Türkenkrieg, und auch Theobald I^S. 306,
Nr. 18) zeichnete sich in demselben bei der
Belagerung von Ofen rühmlichst aus. Uebri»
gens standen die Grafen Franz lS. 30l und
302. Nr. 3,4 u. 3), Johann sS. 304. Nr. ZI.
Ka r l l^S. 307). Nicolaus ^S. 304. Nr. 13.
und S. 31 l) und Rudolph ^S. 305. Nr. 16)
in den Reihen der kaiserlichen Armee, in
welcher sie immer mit großer Vravour foa>
ten und entscheidend in den Auegang des
Kampfes eingriffen. wie dies in den betref.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Szedler-Taasse, Band 42
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Szedler-Taasse
- Band
- 42
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 356
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon