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Taufle, Franz 301 Taasse, Franz
weiland der Erzherzogin Mar ia An nun»
ciata von Oesterreich. Alle drei sind, wie
es auch die Mutter, die Letzte ihres Ge»
schlechtes war, Sternkreuz - Ordensdamen.
l^Der Often (Wiener Parteiblatt. 4°)
13. November 1874, Nr. 46. im Feuilleton:
„Gräfin Amalie Taasse".) — 2. Eduard
Graf T. Istehe die besondere Biographie
S. 294). — 3. Franz (geb. zu Prag am
1. Jänner l733. Todesjahr unbekannt), der
lungere Sohn des Lords Ni cola us T aa ffe
sS. 3U) aus dessen Ehe mit Mar ianne
geborenen Gräfin Sp ind le r , besuchte 1748
bis 1751 die theresianische Ritter.Akademie
und trat dann in die kaiserliche Armee ein.
1765, 28 Jahre alt, war er bereits Oberst
und Commandant des Regiments Zwey.
brückeN'Dragoner, nachmals Bayern»Cüras»
fiere Nr. 10. Er stand in hoher Gunst bei
der Kaiserin Mar ia Theresia, die den
edlen und feingebildeten Officier als Muster
für den jungen Adel Wiens aufstellte. Im
Jahre 1773 avancnte er zum Gcneral'Major.
Nach dem Tode seines im schönsten Mannes»
alter gestorbenen älteren Bruders Johann
bewarb er sich um die Hand der Witwe des»
selben, Mar ias geborenen Gräsin Ch o tek.
und wurde seine Bewerbung auch ange«
nommen; da aber der päpstliche Stuhl die
zur Heirat erforderliche Dispensation ver.
weigerte, konnte die Verbindung nicht statt»
finden. Im Jahre 1772 vermälte sich nun
Graf Franz mit Franrisra Maria Tlementine,
der einzigen Tochter des Lords Johann
Beilew. FcanciscaS Mutter war die Toch.
ter jener berühmten Lady Ni thsdale, die
ihren Gatten, welcher am 24. Februar 1716
zugleich mit den Lords Derwentwater
und Kenmure hingerichtet werden sollte,
durch ihre seltene Entschlossenheit rettete. Sie
hatte nämlich die Erlaubniß erhalten, ihren
Galten in der Nacht vor der Hinrichtung zu
besuchen. Da überredete sie ihn, in ihr Ge.
wand gekleidet den Kerker zu verlassen,
während sie in seinen Kleidern daselbst zurück«
bleibe. Die Flucht gelang glücklich. Als am
folgenden Tage der Lieutenant des Towers
statt des Earls von Ni thsdale dessen
Gattin im Gefängnisse vorfand, erhielt er
auf feine Anfrage, was zu thun sei,
den Befehl, die Lady freizulassen, welche nun
ihrem Gatten nach Frankreich und später
nach Rom folgte, wohin dieser sich geflüchtet
hatte. AlS Graf Franz im I . 1792 seine Ge.
malin Franc isca durch den Tod verlor, zog er sich nach Budweis zurück, wo er eine
Sternwarte erbauen ließ und nun ganz seinen
Studien, namentlich der Astronomie lebte.
Da seine Ehe kinderlos geblieben war. hatte
. er nach dem Tode seiner Gattin seinen
Neffen Rudolph zum Erben seines Ge>
sammtvermögens eingesetzt. - 4. Franz
(geb. zu Ballymote 163U. gest. l?04). ein
Sohn Theodalds s3. 3l)3. Nr. 17). des
zweiten Viscount von Taaffe (gest. 1675^
aus dessen erster Ehe mtt Mar ie W hite von
Lei r l ip . Von seinem Vater wurde>r zur
Vollendung feiner Studien nach Olmüh ge«
schickt. Kaiser Ferdinand I I I . ernannte
ihn zum Pagen. Kar l V., Herzog von
Lothringen zum Capitän in seinem Regi«
mente, später zum Erzieher seiner Kinder,
insbesondere seines ältesten Sohnes Ieo»
pold. 1673 befehligte Taaffe das Negi<
ment des Herzogs von Lothringen bei der
Belagerung von Bonn, 1674 in den Schlach»
ten von Sinzheim und Mühlhausen, wo er
sich zufolge der Relation des Feldmarschalls
Fürsten von Bournono i l le durch großen
Muth und Tapferkeit auszeichnete. Im letzt»
genannten Jahre begab er sich zur polnischen
Königswahl. Seine zu Gunsten des Her«
zogS von Lothringen dabei gehaltene Rede:
^NarkUAUS äu eomts äs l a a l l s V ? ^ ^ '
e6s 1s l2 AlHi 1674 pour i'HisotioQ ^u,
Ü.07HUM.6 äs ?o1o3ns sn tavsui- äu I>rinco
0 Karls 3 äs I^orrains" ist im dritten
Bande des von Augustin Ca lmet 1728 zu
Nancy herausgegebenen Wertes »Nastoii-s
soo1s8ia2tiy.us st oivils äs I». I^oi-iaius"
abgedruckt. 1675 befehligte er in der Schlacht
bei Saßbach (27. Juli) den rechten Flügel
und zeigte in dieser wie in den darauf fol.
genden Affairen bei Attenheim und Golc«
schier ein ausgezeichnetes taktisches Talent.
Gegen Ende 1676 ging er mit der Mission
in die Pfalz, den Hof daselbst am Abschlüsse
eines Waffenstillstandes und Separatvertrages
mit Frankreich zu hindern, 1676 wohnte er
der Belagerung von Philippöburg bei, und
167? wurde er Inhaber des Regiments,
welches er in den bisherigen Schlachten zum
Siege geführt hatte. Als nämlich der Her«
zog von Lothringen auf seine Bitte an den
Kaiser, dem General Taaffe für dessen im
' Felde geleistete ausgezeichnete Dienste ein
Regiment zu verleihen, die Antwort erhielt,
daß eben keines oacant sei. legte der Herzog
Kar l die Inhaberschaft seines eigenen Regi<
ments in die Hände des Kriegsherrn nieder.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Szedler-Taasse, Band 42
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Szedler-Taasse
- Band
- 42
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 356
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon