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Johann 303 Taajfe, Johann
derische Feuer, welches die in den Häusern
geborgenen Franzosen aus den Fenstern auf
die von ihm geführte Truppe richteten,
streckte die größere Hälfte seiner Leute nieder,
und ihn selbst traf eine Kugel in der Hüfte;
dennoch schlug er sich mit zwanzig Mann.
die aber zum größeren Theile verwundet
waren, zur Armee durch. Darauf stieg er
zum Rittmeister auf und wurde zugleich
Adjutant bei Erzherzog Karl. In dieser
Stellung fand er wiederholt Gelegenheit, sich
hervorzuthun. Als l809 in der Schlacht bei
Wagram Mai Freiherr von Wimpffen.
welchem das Pferd unter dem Leibe erschos»
sen ward, sich zu Fuß gegen mehrere franzö«
fische Dragoner vertheidigte, sprengte T aäffe
herbei, schwang sich rom Pferde und stürzte
sich auf dieselben, damit der General Zeit
gewänne, auf dem leerstehenden Renner
zu seiner Brigade zurückzugelangen. Und
Wimpf fen war gerettet. Im weiteren
Verlaufe der Schlacht wurde Taaf fe zu
dem von Erzherzog I o h an n commandirten
Corps entsendet, um denselben zum beschien»
nigt?n Anmarsch zu veranlassen. Auf diesem
Rilte erkannte, er bald, daß das Corps un<
möglich zu rechter Zeit auf dem Schlacht-
felde eintreffen könne, er kehrte daher ia
fliegender Eile. sein bestes Roß zu Tode
reitend, zum Erzherzog Kar l zurück, ihm
der erste meldend, welche große Distanz ihn
von der Reserve trenne, worauf der Feld.
Herr die entsprechenden Dispositionen traf.
Nach dem Einmarsch der Alliirten in Paris
wurde dem Grafen der Befehl.- die Kaiserin
Mar ia Louise und ihren Sohn durch die
Schweiz nach Wien zu escortiren. Nachdem
er diese Aufgabe gelöst, trat er aus dem Ver<
bände der kaiserlichen Armee. Im Jahre 18<l
hatte sich Franz mit Antonie geborenen Gräsin
Amads de varkonu vermalt. Die Ehe blieb
kinderlos, und der Graf starb 1849 zu Baden.
Unterschrift: „Vount- Si-auois
Ohne Angabe des Zeichners und
Lithographen. Der Graf ist in Huszaren.
Uniform, mit zwei Orden geschmückt, dar«
gestellt.) — 6. Johann (gest. 1689), ein
Sohn Theobalds auS dessen erster Ehe
mit Mar ia White von Lei r l ip . stand in
Diensten seines Königs Jacob I. und fiel
als Major im Gefechte bei Derry 1689. Seit
December 167! mit Aosa l^ ambert, einer Toch<
ter Kar ls , ersten Carls von Cavan, ver<
mält, hinterließ er aus dieser Ehe zwei
Söhne, Lambert und Theobald, und eine Tochter, Anna, welche unvermält dem
Vater im Tode vorausging. — 7. Johann
(gest. 9. Jänner l642), der einzige Sohn
des Sir Wi lhe lm sS. 306. Nr. 19). erhielt
den Ritterschlag noch bei Lebzeiten seines
Vaters. Wie dieser bing er mit unerschütter«
licher Treue an seinem Könige und kämpfte
in dessen Interesse in den irländischen Kriegen.
In Anerkennung der treuen Dienste feines
Vaters wie seiner eigsenen wurde er mit der
Würde eines Barons vonBal lymote und
Viscount Taaffe von Corren bekleidet
und nahm in dieser Eigenschaft am 14. Juli
1634 seinen Sitz im Hause der Pairs ein.
Durch seinen bald nach Ausdruck der Re«
bellion eingetretenen Tod ward er verhindert,
für seinen König aufs neue in den Kampf
zu ziehen. Johann war mit Anna, Tochter
des ersten Viscount Dillon, vermalt, welche
ihm fünfzehn Kinder, nämlich eilf Söhne
und vier Töchter, gebar, die sämmtlich aus
der Stammtafel ersichtlich sind. — 8. I g -
hann (geb. 1. Februar 1733, gest. N. De.
cember 1763), der ältere Sohn des Nico«
laus ^S. 2") . ersten Reichsgrafen von
Taaffe, aus dessen Che mit Mar ianne
Gräsin Spindler , betrat nach beendeten
Studien, welche er zum Theile (l748—1751)
in der k. k. theresianischen Ritterakademie
machte, die diplomatische Laufbahn 1755
bei der kaiserlichen Gesandtschaft in Madrid.
1760 zum Reichshofrath ernannt, begleitete
er als solcher die Braut.Josephs I I . ,
Mar ia Isabel la Prinzessin von Parma,
nack Wien. 1764 ging er als Botschafter
an den portugiesischen Hof, um demselben
die Nachricht von der glücklich vollbrachten
Wahl Josephs I I . zum römischen König
zu überbringen, sowie über den Ehecontract
des Erzherzogs Leopold (nachmaligen Kai«
fers) mit der spanischen Infantin Mar ie
Louise zu unterhandeln. Bei seiner An,
kunft in Lissabon wurde er, wie der kaiser«
liche Geschäftsträger I . B, Ka i l in seinem
Berichte (ä6o. 22. Mai 1764) an den Fürsten
Kaunitz meldete, mit solchen Ehren empfan»
gen, wie sie noch keinem seiner Vorgänger
erwiesen worden. Am 28. August d. I . ver»
lirß er Portugal und kehrte nach Wien zurück.
!765 ging er an den Hof von Neapel mit
der Nachricht von der Heirat des Erzherzogs
Leopold. Auf seiner Heimreise aber wurde
der 32jährige Graf so plötzlich vom Tode
ereiit, daß man eine Vergiftung vermuthete.
Graf Johann hatte sich im Jahre 1759 mit
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Szedler-Taasse, Band 42
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Szedler-Taasse
- Band
- 42
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 356
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon