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) Theobald 306 Taaffe, Wilhelm
der Niederlassungen in Irland wurde er von
dem Generalpardon über Leben und Ver<
mögen ausgeschlossen. Nach der Restauration
auf Befehl des Königs wieder in seine
Güter eingesetzt, erhielt er inzwischen mit
Anweisungsbrief ääo. 16. August 166, zu
seinem unmittelbaren Unterhalt 800 Pfd. St.
aus dem Schatze angewiesen, deren Aus«
zahlung freilich auch nicht immer genau er-
folgte. In Würdigung seiner mannigfachen
um den König erworbenen Veidienste ward
ihm von demselben ääo. Whitehall 26. Juni
1662 für sich und seine männlichen Leibes<
nachkommen Titel und Würde eines Earl
von Carlinaford verliehen. Im Jahre 1668
ging Theobald als Botschafter an den
Hof Kaiser Leovolds I. und aller anderen
deutschen Fürsten. Der Zweck dieser Sew
düng war, den Kaiser zu bestimmen, daß er
den Bischof von Münster in dessen Fehde
aegen Holland unterstütze und einige Fürsten
bewege, sich mit dem Bischöfe zu vereinigen.
Earl Theobald war zweimal verheiratet,
zuerst mit Naru. Vhile von Leicrlip, die ihm
sechs Söhne und elne Tochter gebar, dann
mit Anna pershaT, welche ihren Gatten
überlebte und fünfzehn Jahre nach seinem
Tode zur zweiten Ehe mit Randal Lord
Dunsany schritt. AuS seiner zweiten Ehe
hatte Earl Theobald keine Kinder. Das
nicht im Buchhandel erschienene Werk: »2l6-
rnoirs ol td.s I^nni? ol ^aat ls« (Visnu»
1836, ^uei-, 80) enthält p. 29-204: ,1>k6
0orreLxoQ«1g.uo6 ot I 'ksobaiä I^Hl ts
Sari o5 OarÜuFlorä 1663—1667". Diese
Eorresponoenz umfaßt seinen Briefwechsel
mit dem Bischof non Münster, dem Pfalz»
grasen Friedrich Wi lhelm, dem Herzog
Georg Wilhelm von Braunschweig, dem
Kurfürsten von Cölln Maxim i l ian He in»
rich. mit Mr. W. Temple Carl von
Clarendon, Lord Lesly, Sir William
Swann, Sir George Talbot , mit dem
Grafen Lambecg, dem Grafen Mart i -
nih, dem Iesuitengeneral Ol iva, Lord
Winchelsea, Grafen Egmont, Mr. Iol»
lyoes, Lord Sandwich, B. G. Don.
n i ly , Herzog von Ormond, Earl von
Elaur icard und enthält verschiedene Ent»
würfe von Friedensverträgen. Instructionen.
Deklarationen, Vollmachten u. s. w. wich»
tigster Art. — 18. Theobald (gest. zu
Blüssel am 24 November 1733), ein Sohn
des bei Deiry für seinen König Jacob
gefallenen Johann sS 203. Nr. 6) aus dessen Ehe mit Ros a, Tochter des Iarl 3 am.
bert de Cavan. nahm in jungen Jahren
Kriegsdienste und machte mehrere Feldzüge
aegen die Türken in Ungarn mit, wo er sich
besonders bei der Belagerung von Ofen
rühmlich hervorthat. Da ihm sein Oheim, der
berühmte General und Staatsmann Franz
das Gut Teutschleuthen in Schlesien tefta.
mentarisch vermacht hatte, so wurde ihm am
2. Nov. 1702, in demselben Jahre, in welchem
Franz Taaffe seine letztwillige Anord»
nuna getroffen, von Kaiser Leopold I. das
HU3 InäiKsuatus im Königreich Böhmen
und dessen incorporirten Landern verliehen.
Theobald, in der Reihe der Karls von
Carlingford der vierte, starb eines plöh»
lichen Todes zu Brüssel, aus seiner Ehe mit
Lady Amalie plunkelt, jüngster Tochter des
Lucas Carl von Fing a l l , keine Nach-
kommen hinterlassend. Titel eines Viscount
und Baronet sielen an seinen nächsten mann»
lichen Erben Nico laus Taaffe, den er
in seinem Testamente ädo. 7. Mai 1737
zum Universalerben eingesetzt hatte. —
19. Wilhelm (Wil l iam) (gest. am 9. Fe<
bruar 1630. nach Anderen schon 1626), mit
dem unsere Stammtafel anhebt, ist ein Sohn
des Csquire Johann von Ballybrag«
go'n und Harlesto n. Er zeichnete sich in
der Rebellion des Tyrone durch seine der
Krone geleisteten Dienste aus. Am i. Oc«
tober 1597 wurde er zum Constable des
Schlosses St. Leger ernannt. Den Spa<
niern, welche in Kingsdale landend eine
große Beute an Hornvieh und Schafen hin«
wegschleppten, nahm er in einem heftigen
Kampfe den ganzen Fang wieder ab. Für
ein siegreiches Gefecht gegen Donagh
Mayle Mac Earthy am 10. Februar
1601 und für seine bei der Belagerung von
Kingsdale bewiesene Umsicht und Tapferkeit
wurde er zum Bannerherrn erhoben. Gegen
eine Bande Rebellen unter Führung des
wegen seiner Grausamkeit berüchtigten apo<
stolischen Vicars Owen Mac«Egen.
welcher jeden der Königin treu dienenden
Irländer, der ihm m die Hände fiel, deichten,
absoloiren und sofort hinrichten lieh, zog er
aus, erschlug den Vicar nebst 150 Mann
und nahm dessen sämmtliche Heerden als
Beute mit. Nun war die Ruhe im Lande
hergestellt, und der König tonnte bei seiner
Thronbesteigung Anstalten treffen, die in den
vorangegangenen Kämpfen verwüsteten Gt,
genden unter den Segnungen des Friedens
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Szedler-Taasse, Band 42
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Szedler-Taasse
- Band
- 42
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 356
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon