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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Szedler-Taasse, Band 42
Seite - 309 -
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Taaffe, Ludwig Patrick 309 Taasfe, Ludwig Patrick gerichtes ^zu Mailand und gleichzeitig zum Vicepräsidenten des dortigen Civil« Tribunals ernannt. Schon im folgenden Iachre, 48!9? wirkte er als Gicepräsi« dent des steirisch.kärnthneriscbm Guber. niums, 4820—21, zum geheimen Rath ernannt, als Gubernialpräsident in Galizien, 1822 als Landesgouverneur in Steiermark und Karnthen. 1823 als 3an> desgouverneur in Galizien, womit die Würde eines Präsidenten der galizischen Stände vereinigt war. So siand Graf Taaf fe im Alter von 32 Jahren an der Spitze der Verwaltung der zweit« größten Provinz des Kaiserstaates. Durch strenge Unparteilichkeit, staatS- männische Berücksichtigung der verschie« denen Nationalitaten und wahrhaft tact« volles Auftreten in den Berührungen mit dem mächtigen Grenzstaate, in einer kritischen bewegten Zeit, in welche auch der Tod des Kaisers Alexander I. und die Thronbesteigung deS KaiserS Nicolaus siel, erwarb er sich ebenso die Liebe und das Vertrauen der Bevöl- kerung, welche, wie Schreiber dieses es selbst erfuhr, noch nach Jahrzehnten segnend seinen Namen nannte, wie die Anerkennung seines Kaisers, der ihn im Jahre 4826 zum zweiten Präsidenten der allgemeinen Hofkammer ernannte. Es verliehen ihm auch die Stände von Steiermark und Karnthen, dann jene von Galizien, zuletzt die von Nieder» österreich aus eigener Bewegung und seine Verdienste um diese Provinzen anerkennend, das Incolat. Jenes von Böhmen besaß seine Familie schon seit 1676, und 4829 ward ihm auch das Indigenat von Ungarn ver« liehen. Mit voller Energie und der ihm eigenen, wo es das Interesse deS Landes galt, alle Nebenrückftchten hintansetzen« den Hingebung widmete er sich nun der Finanzverwaltung, bis er im Jahre 1830 nach vierjähriger Wirksamkeit auf diesem Gebiete zur Leitung des höchsten Gerichtshofes der außerungarischen Pro- vinzen, anfanglich als zweiter, mit dem Jahre 1834 als Oberster Iustizprasident berufen wurde. Der edle Graf hatte seine öffentliche Thätigkeit in dem Rich« terstande begonnen. Zwölf Jahre hin« durch war ei in andere hochwichtige Stellungen der politischen und finan» ziellen Administration verfetzt worden. Und in der vollsten Kraft deS Mannes» alteis ward er der richterlichen Wirksam» keit wieder gegeben, in welcher er schon als Jüngling so rühmliche Erfolge er» rungen. I n dem Jahre 1834, welches ihn au die Spitze der österreichischen Iudicatur und in eine Stellung brachte, welche die Attribute des Iustizministe» riums mit den Functionen der obersten rechtsprechenden Behörde und zwei Jahre später auch mit denen eines Prä- sidenten des neu' errichteten obersten GefällSgerichtes vereinigte, ward er durck ah. Handschreiben vom 6. April zum Kurator der Theresianischen Ritter» Akademie bestellt, in welcher er einst seine Studien begonnen hatte. An dieser zu jener Zeit einer energischen Leitung bedürfenden Anstalt leistete der Graf Unvergeßliches durch Hebung des Stu» dienwesenS. zumal in der juridischen Abtheilung durch Berufung tüchtiger Zehrer, und durch Emporbringung der finanziellen Lage dieser großartigen kaiserlichen Bildungsanstalt mir liebe- vollem Eingehen in den Plan der un« sterblichen Stifterm. Im Jahre 1836 ward er als Mitglied der juridischen Facultat der Wiener Universität von dieser zum Ksator HtaFniüoii5 erwählt. Er verewigte sein Rectoratsjahr, indem er die in dieser Eigenschaft ihm zu«
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Szedler-Taasse, Band 42
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Szedler-Taasse
Band
42
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1880
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
356
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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