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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Szedler-Taasse, Band 42
Seite - 310 -
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Seite - 310 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Szedler-Taasse, Band 42

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) Ludwig Patrick 310 ) Ludwig Patrick fiießenden Einkünfte zu einer Stiftung für unadelige talentvolle und unbe» mittelte Studirende der Rechte verwen. dete. I n demselben Jahre erhielt er, der Auszeichnungen fremder Souveräne dankbar abgelehnt halte, von Sr. Ma> jestat daS Großkreu; des österreichischen Leopoldordens. 4840 fand seine Beför derung zum PräseS der Hofcommifsion in Iuftizgesetzsachen statt. Bei der im Jahre 1848 erfolgten Neugestaltung der Admi nistration ernannte ihn Seine Ma jestat am 20. März zum Minister der Justiz, aber schon am 22. April wurde der Graf über sein dringendes Ansuchen dieser Stelle wieder enthoben und seiner früheren Wirksamkeit zurückgegeben. Als Vorstand des Obersten Gerichtshofes war es ihm vorbehalten, eine Aufgabe zu lösen, die seinem Namen in der Ge> schichte der österreichischen Iustizverwal» tung einen Nimbus verleiht, der Keinem vor ihm zutheil geworden und auch Keinem nach ihm zutheil werden dürfte, nämlich die schwierige Aufgabe: die Rechtseinheit des geeinten Reiches in der Iudicatur zu verwirklichen, was er mit einer von überraschend schnellem Erfolge gekrönten Festigkeit durchführte. Fortan war er bis zu seinem Lebens» ende in Wahrheit P r ä s i d e n t des Obersten Gerichts« und Cassa. t ionshofes für den gesammten österreichischen Kaiserstaat. Der erste und einzige! Seine ange. strengten Berufsbeschäftigungen indeß griffen seinen Körper an, und im Jahre 1849 suchte er Heilung im Bade Grafen« berg. wo er sie auch theilweise fand; aber den von neuem seinem Beruf mit rastloser Thätigkeit sich Hingebenden befiel nun ein neues und längeres Leiden, dem er auch im Alter von 64 Jahren erlag. Etliche Charakterzüge dieseS seltenen Staatsmannes mögen das Bild desselben vervollständigen. Als er noch Vice.Präsident in Steiermark war, brach zu Graz eines Tages Feuer in der Nähe des Pulverthurmes auS. Die Bewohner der Hauptstadt geriethen darüber in furchtbarste Aufregung. Nie- mand wagte sich in die Nähe der Gefahr. Nun begab sich der junge Präsident in eigener Person in das Magazin, traf die nöthigen Anordnungen und ent» fecnte sich nicht eher auS demselben, als bis man das letzte Faß Pulver heraus» geschafft hatle. Unbeugsam in seinen Grundsätzen, hielt er an denselben mit unerschütterlichem Pflichtgefühl, unbe» kümmert, ob ihm aus seinem Handeln Gunst oder Mißgunst, sei es von oben oder von unten, erwuchsen. Seinem Kaiser und dem Vaterlande mit unent» wegbarer Treue zu dienen, darin sah er seine vornehmste Lebensaufgabe. Als rr nun im Jahre 1826 zum zweiten Präsi» denten der allgemeinen Hofkammer er» nannt wurde, galt es, einen Augiasstall von Mißbrauchen zu reinigen, zahlreiche und radicale Reformen vorzunehmen. So verlangte er vor Allem die Publi« cation des Budgets, die Reduction der Beamten in allen Zweigen der Verwal» tung und veranlaßte die Entfernung von sieben Hofräthen, welche er durch zwei tüchtige und ausgezeichnete Männer urkhardt und Kraus, nachmali- gen Finanzminister) ersetzte. Dieses ener« gische Vorgehen trug ihm Dank der vor« märzlichen Willkür seine Abberufung und Versetzung auf einen anderen Posten ein. Als Gouverneur von Galizien er. warb er sich aber die oben erwähnte Liebe der Bevölkerung dadurch, daß er der allmächtigen Bureaukratie daselbst rücksichtslos klar legte, daß ihre In» tereffen. als jene einer Kaste, den wich«
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Szedler-Taasse, Band 42
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Szedler-Taasse
Band
42
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1880
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
356
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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