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Taaffe) Ludwig Patrick
tigen und allein maßgebenden des
Staates und seiner Unterthanen weichen
müßten. I n Folge deffen hatte der Graf
nun einen freilich machtigen Feind, eben
die Bureaukratie, welche ihn unaufhör«
lich verfolgte und auch den damaligen
Staalskanzler gegen ihn. aber nur vor«
übergehend, einzunehmen wußte. Wäh.
rend seiner Wirksamkeit als Gouverneur
in Galizien übersandte ihm Kaiser Ale«
xande r durch den Grafen G r a.
bowSkiden weißen Adlerorden. Graf
Taaffe schlug diese Gnade dankend
aus. Noch sei des nicht uninteressanten
Nmstandes gedacht, daß er es war, der
bei Ausbruch der Revolution von 1843
den Staatskanzler Fürsten Mettern ich
vor der entfesselten Volkswuth rettete,
indem er ihn lange Zeit in seinem Hause
verborgen hielt und ihm damit die Ge«
legenheit zur Flucht verschaffte. Graf
Taaffe hatte sich im Jahre 1822 mit
Amal ie . der Erbtochter K a r l Au-
gusts Fürsten Brchenheim.Regöcz
(früher reichsunmittelbaren Fürsten von
L i n d a u ) , der Letzten ihres Ge-
schlecbtS, vermalt. Aus dieser Ehe ent<
sprangen zwei Söhne: Graf K a r l .
bereits (1873) gestorben, und Graf
Eduard , der gegenwärtige Minister«
Präsident, dann drei Töchter, sammt«
lich aus der Stammtafel ersichtlich.
b2.il?- (I>2ri8 l856, 8».). — A b e n d b l a t t
der österreichischen Wiener Zeitung, 1836.
Nr. 16, im Feuilleton: „Ludwig Graf
Taaffe". — Al lgemeine Zei tung (Augs.
bürg, Cotta. 4o.) 2. Jänner <857, Beilage
Nr. 2, S. 30 : ,Ludwig Graf Taaffe". —
Al lgemeine Theater-Zeitung. Von
Adolph Bäuerle (Wien. gr. 4".), 3. Mai
1848. — Brunn er An zeig er, 1856, Nr. 2!
und 22. — Genealogie der Grafen Taaffe
(Wien 1862. F. B. Geitler. 4<>.) S. l8
u. f. — Maas bürg (M. Friedrich v.). Nicolaus
Geschichte der obersten Iustizstelle in Wien
(l?49-184.8) (Prag l879. Ioh. B. Rei<
nitzer und Comp.. gr. 8<>) S. 2ft. 41. 43.
44. 48. 49. 32. 76. 90. 2<7. 257 und 263.
— Oesterreich und seine Staatsmänner
(Leipzig 1844, Reclam. 8".) Bd. I I , S . 83
lM diesem uormärzlichen oppositionellen
Werke wird Taaffe als ein Staatsmann
bezeichnet, der von einer Gerechtigkeitsliebe
erfüllt ist, welche ihn zu einer seltenen Perle
der böberen österreichischen Staatswürden-
träger erhebt. Das zu jener Zeit von ihm
bekleidete Amt eines Präsidenten der obersten
Iustizstelle ist aber auch der einzige Posten,
in welchem ein Staatsmann die ganze reiche
Fülle seiner Wahrheit und Gerechtigkeitsliede
mir den besonderen Rücksichtsverhaltnissen
in Einklang bringen kann. welche mehr als
irgendwo in Oesterreich beobachtet werden
müssen, wenn man sich über dem Niveau des
öffentlichen Staatslebens erhalten sehen will.
Porträte. 1) Kr iehuber lith. (Wien.
Neumann, Fol.). — 2) Unterschrift: „I^orä
I^ 6v?i5 L'aaFO preseut anä nintb. Vi2>
eount" (Lithogr. ohne Angabe des Zeichners
uno Lithographen, 8".).
Tttllffe, Nicolaus Graf (k. k. Feld-
marschall - Lieutenant, geb. zu
Castle O'Creane in Sligo, Provinz
Connaught in Irland, im Jahre 1677,
gest. auf dem Schlöffe zuEll ischauin
Böhmen 30. December 1769). Der ein-
zige Sohn deS Esquire F r a n z
T a a f f e aus dessen Ehe mit A n n a
M a r i a O'C reane. I n Lothringen
erzogen, kam er an den Hof Gcoßherzog
Leopolds, deS Vaters Franz' I.,
wo er die Stelle eines Kanzlers bettet-
dete. Dann trat er in österreichische
Dienste über, und im Jahre l726 finden
wir ihn als Rittmeister im Regiment«:
Graf Hautois. in welchem er im Octo-
der 1730 zum Oberstlieutenant aufrückte.
Anfang Jänner 1732 zum Obersten
des Cürassler. Regiments Graf 2 an-
t h i e r i ernannt, focht er mit demselben
in den Feldzügen der Jahre 1734 und
1733 gegen Frankreich. Im Mai 1737
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Szedler-Taasse, Band 42
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Szedler-Taasse
- Band
- 42
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 356
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon