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Tepser 286 Cepser
schollen. — Das gleiche Loos theilt ein!
anderer Künstler Tepplar, dessen Tauf-
name mir nicht bekannt ist. Er arbeitete
um die Mitte der Dreißiger-Jahre in
Wien als Formschneider unter Leitung
des berühmten Blasius Höfel, und
zwar, wie Mar Schasler in seiner
Schrift: „Die Schule der Holzschneide-
kunst" (Leipzig 4866, I.I.Weber, kl.8".)
S. 136 berichtet, in der Holzschneide-
schule, welche dieser Künstler zur Her-
stellung der Holzschnitte für Bäuerle's
„Theater-Zeitung" (um 1837) gründete
und aus welcher die Xylographen B ue-
mann, Seipp, Tepplar, Zastera
und Andere hervorgingen. Blätter von
Tepplar's Hand findet man in reli-
giösen und belletristischen Werken.
K a t a l o g e der Iahresausstellungen in der
r. k. Akademie der bildenden dünste bei
St. Anna in Wien (8<>.). 1820. S. 4. Nr. 26;
1828. S. 8, Nr. 83; 1837. S. 3, Nr. 1-4.
S. 4. Nr. 2i. S. 6. Nr. 64.
Tepser, Joseph Johann Edler von
(Humanist, Ort und Jahr seiner Ge-
burt unbekannt, gest. in Wien 1761).
Ein Sohn des im Jahre 1709 geadelten
Regierungsrathes J a c o b D a n i e l
Tepser von Tepsern. Ueber den
Lebensgang des in Rede Stehenden liegen
weiter keine stachrichten vor. Im Jahre
1761 bekleidete er die Stelle eines nieder»
österreichischen Regierungsrathes, Reprä-
sentations' und Kammerrathes, und hat
er sich durch mehrere Stiftungen ein
bleibendes Andenken gesichert. I n seinem
am 29. März 1761 errichteten und am
9. April publicirten Testamente, inner-
halb welcher beiden Zeitpunkte also
der Tag seines Todes fällt, fand sich
die Bestimmung vor, daß von seinem
nach Abzug aller Vermächtnisse verblei-
benden Vermögen ein beharrlicher Stif^
tungsfond errichtet werde, dessen Interes» sen zum Unterricht der in der Roßau, im
Lichtenthal und in anderen Vorstädten
Wiens vorhandenen armen Jugend zu
verwenden seien. Nach gepflogener Ab-
handlung verblieb zur Errichtung dieser
Stiftung ein Fond von 8000 st., deren
vierpercentige Interessen eine verfügbare
Summe von 320 ft. ergaben. Davon
wurden anfänglich achtzig arme Kinder
aus den Vorstädten Roßau, Lichtenthal,
Neustift, Schottenfeld, Altlerchenfeld,
Magdalenengrund, Windmühle und Laim-
grube unterrichtet, mit Lehrbüchern und
Papier versehen und zu Handwerkern
untergebracht. Im Jahre 1777 ward
von dieser Stiftung im Lichtenthal ein
eigenes Schulhaus erbaut, welches den
Namen Tepser'sche Armenschule er-
hielt. Hierin werden Kinder beiderlei
Geschlechts in zwei Zehrzimmern von
einem Lehrer und Gehilfen unterrichtet
und die Mädchen überdies von einer
Lehrerin in weiblichen Handarbeiten unter»
wiesen. Mit der Verwaltung der Stif-
tung ist der jeweilige Pfarrer im Lichten»
thal betraut. — Wenige Tage vor Auf-
fetzung des oben angeführten Testaments,
am 26. März 1761, errichtete Tepser
! noch einen Stiftbrief und übergab dem
niederösterreichischen Ritterstande eine
Summe von 32.000 st. mit der Bestim-
mung, daß von den abfallenden Interes«
sen jährlich 1000 st. unter arme Witwen
des Ritterstandes in Beträgen von je
200 st. zu vertheilen, die übrigbleibenden
Interessen aber so lange zum Capital zu
schlagen seien, bis dieses den Betrag von
4000 st. erreiche, von dessen Interessen
dann arme Pupillen männlichen und weib-
lichen Geschlechts jährlich mit je 100 st.
be«
theilt werden sollen. Die näheren Bestim-
mungen beider Stiftungen gibt Geusau
! in dem unten angeführten Werke an.
Geusau (Anton Reichsritrer von). Geschichte
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Tabacchi-Terkla, Band 43
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Tabacchi-Terkla
- Band
- 43
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1881
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 320
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon