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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Terlago-Thürmer, Band 44
Seite - 126 -
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Seite - 126 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Terlago-Thürmer, Band 44

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Chalberg, SigisMllüd 426 Thalberg^ Eigismund einen tieferen nie. T h a l b e r g . niemals hingerissen, wirkte auch niemals eigentlich hin« reißend. Die aristokratische Kühle und Eleganz seiner Vortragsweise schloß sich gegen jeden dämonischen Blitz, gegen jeden wärmeren Hcrzschlag ab. Die formelle Vollendung, und zwar in einem neuen Genre, ließ jedoch im . Publikum keinen Gedanken an dasjenige auf' kommen, was Thalberg fehlte. Indem er in seiner Sphäre das Höchste leistete, nahm ' man auch die Sphäre für die höchste. Dazu trat das Interesse an seiner aristokratischen Herkunft und die Schwärmerei für seine ebenso - aristokratische Erscheinung. Thalberg war nach Tchumann's launigem Ausdruck eine „Comtesse mit einer Männernase." — Ein Musikreferent der Augsburger „Allgc- meinen Zeitung" schreibt über Thalberg aus Anlaß der Concerte, welche dieser im Jahre 184« in München gab-. „Thalberg's Kompositionen stnd für das Publicum gemacht und darauf berechnet, diesem die Ueberzeugung von des Meisters wunderbarem Talent ein» zufläßen. 2ie gehören zu seiner Persönlichkeit, und wenn er selbst sie vorträgt, vollenden sie das Bild einer eigenthümlichen Kunstgestalt in der musikalischen Literatur. Weil sie aber zu ihm gehören und sein Ausfluß odee Ab- glanz sind, darf man sie nicht mit jenen Ton- werken vergleichen, die ein Stück vom (leiste des Komponisten sind. ,z. V. die eines Bret- boren oder Weber. Ich weiß freilich, daß Thalberg nicht blos seine Kompositionen, sondern auch dir aller übrigen Tonse!;er meister- haft spielen kann, wie er sie denn ,5. V. in hiesigen Privatnrkeln wirklich mit höchster Meisterschaft vorgetragen hat. Ich weiß, daß er auch darin mächtig hinreißen kann, beson- ders, wenn er ein fremdes Werk auswendig spielt. Dazu ist nöthig, daß er sich selbst ganz vergesse, daß er im Geiste des fremden Komponisten aufgebe. Ich habe ihn so spielen hörm und hätte ilm gern dafür umarmen mögen. Eine der wunderbarsten (vigenschafton in diesem musikalischen Phänomen ist sein Temperament. Eine solche Vereinigung des phlegmatischen Temperaments (und diese Bezeichnung ist hier kein Tadel, denn sie ist fast dasselbe, was man mit dem Ausdrucke „antike Ruhe" bezeichnet) mit so hoher Kunst« auöbildung dürfte eben so selten sein. als die Gestalt einer schönen blonden Dame mit schwarzen Augen ist. Offenbar kommt diese ruhige Gemüthsart dem Künstler sehr zu statten. Durch sie ist er stets im Htcmde, sich selbst in der Ausführung zu beherrschen; daher jene sichere Halcung, die stets das Gepräge seiner Vollendung ist. Darum hat auch dieser Künstler schon in jungen Jahren erreichen können, was leidenschaftlichen Individuen erst nach längerem Umgänge mit- der Muse ge- lingt: die große Kunst. Maß zu halten, und selbst in der Befeuerung des (Vefühl? nie vom Affekt beherrscht zu werden. „Kübt bis ans Herz hinan", wie jener Fischer Goethe's, bleibt ein so organisirtor Künstler, und seine 'Wirkung auf das Publicum ist auch gerade darum mehr Ttaunen als Entzücken. „Nun, sind 3-ie mit dieser Deutung zufrieden?", fragte mein freund, als wir schieden. Seitdem habe ich darüber nachgedacht, und er und Thalberg, Beide, sind mir dadurch lieber geworden. I I l . Porträte. Agricola lith. (Fol.). (5hargr von D ant an. Maurisset tV>c. (8".). — Unterschrift: Facsimile des Namenszuges „>3. Thalberg". Kriehuber 1841 (lith.,). Gedruckt bei Ioh.'Höfe!ich (Wien. Pietr. Mecheiti, Fol.). — Lith. von K rieh über (Wien, Tpina, 4".,). — Nach Grevedon lith. von Lange (Leipzig. Breitkopf und Härtel). — Auf dem Titel seines Werkes.- _.1^':i.!-tl' <1</I cmn" ai>?1ic>iNk kl I>ia,ns>-kc>r!0" (>Iil2.ua, z i r^o I^n^u,, kl. Fol.). Lithographie ohne Aü^abr dc-5 Zolchnors. A. Mo l den» Hauer lith. — Lith. von Nödler Mainz, Tchott Töhnc. Fol.).— Unterschrift: „T.THal« berg". Lith. ohne Angade des Zeichners und Lithogr. (4".). — Unterschrift: „8i<;'i8Nwn<l 'l'kzUIwr^', I I'janikN' ! a^6 <!«.> l4 knä". Lith. ohnr Angabe des Zeichners und Lithographen (selten>. — Unterschrift: /l'kl> ln.tc Hl. '1'iuU- l,,,^". schöner kräftiger Holzschnitt. Mono« gramm H Xo>v^", <1unl> 17, 187l. — Stahlstich. iDhnc Angabe, des Zeichners und Stechers (Ham« bürg. ^chubertb und (<olnp.. 4".). — Porträt der Tochter Thalberg's. Unterschrift.- „Zan- Thalberg". Holzschnitt obne Angabe des Zeich- ners und H,'l)lographen, wahrscheinlich (5lich6 eines englischen Holzstoctes, in der „Neuen Illustrirten Leitung" (Wien, Zamarsti) 1873. Nr. 17. IV. Gedichte an Thaldcrg. Thülberg ist, wie Liszt und wie jede ungewöhnliche Erscheinung am Kunsthimmel, angesungen und besungen worden. Die etwas überschwänglichen Distichen des Sängers der „Todtenkränze" werden unter
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Terlago-Thürmer, Band 44
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Terlago-Thürmer
Band
44
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1882
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
360
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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