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Thalderg, Johann Anton 132 Thaler, Anna Antonie
der Geist und noch mehr das Gefühl
leer aus."
Es ist noch einer alten Adelsfamilie Namens
Thalberg zu gedenken, welche mit ihrem
vollen Namen Thalnitscher von Thal
berg heißt. Die T h al nitsch er waren eine
angesehene krainische Familie, aus welcher
namentlich zwei Persönlichkeiten, Vater und
Sohn, bemerkenswert!) hervorragen, und zwar:
1. Johann Baptist (geb. zu Laibach 6. Juni
1626. gest. 24. Qctober 1692), der nach been«
detm Studien in Wien 1646—1649 bei der
Hofkammer-Procuratur und dann beim Ober-
Ealzamte in Verwendung stand. In seinen
Geburtsort zurückgekehrt, wurde er seiner Ta-
lente und seiner Geschicklichkeit wegen im Jahre
1636 daselbst Mitglied des inneren Rathes,
dann Stadikämmerer und schließlich Bürger«
meister. In diesen Stellungen wirkte er auf
das verdienstlichste. Auf seine Verwendung
ward in seiner Vaterstadt die St. Florian«
kirche vom Grunde aus aufgebaut. Auch war
er Mitglied der .^Ima. LoeistaL I^nitoi-um,
einer im siebzehnten Jahrhunderte auf das
ersprießlichste thätigen Gelehrtengesellschaft,
über deren Mitglieder, unter welchen
sich
nur
Adelige befanden, das in den Quellen ge.
nannte Manuscript ausführliche Nachricht gibt.
Aus seiner We mit Anna Maria geborenen
öchönleber, e^ ner Schwester des krainischen Ge-
lehrten Johann Ludwig Schonleber
(geb. in Laibach 1618, gest. ebenda 13. Oo
tober 1681). entsprangen sechs Kinder, von
denen besonders bemerkenswerth ist: 2. Jo-
hann Anton (geb. zu Laibach 9. Februar
1662. gest. ebenda 19. April 1714). Nachdem
er im Elternhause eine vortreffliche Erziehung
genossen hatte, ging er, seiner Neigung zum
geistlichen Stande folgend, 1686 nach Rom,
wo er die theologischen Studien machte und
daraus die Doctorwürde erlangte. Nach seiner
Rückkehr in die Heimat wurde er von dem
Fürstbischöfe von Laibach, Sigismund Chri»
stoph Grafen von Herberstein >Wd VI I I ,
S. 343. Nr. 66^, im Jahre 1689 zu dessen
Generaluicar, und von Kaiser Leopold I.
1700 zum Domdechanten, ernannt. 1712 wähl«
ten ihn die krainischen Landstände einhellig zu
ihrem Deputirten. Ein Beförderer der Wissen«
schaften, war er, wie sein Vater, Mitglied der
8oo56t2.3 Unitorum und hat sich durch Stif»
tung mancher wohlthätigen Anstalten ein blei«
bendes Denkmal geseht. So veranlaßte er
1700 den Bau der Laibacher Domkirche, der 1706 auch zu Stande kam; stiftete 1708 e'n
Seminar unter dem Namen Kollegium Caro»
linum, welches 1713 ins Leben trat; schuf aus
den Büchern seines Bischofs, des Dompropsteö
Job. Bapt. Preshern und seinen eigenen
eine öffentliche Bibliothek; begründete 1711
die neue Pfarrkirche des h. Martin zu Iga
(? Egg); führte die geistlichen Conferenzen
ein, in welchen wichtige, das kirchliche Leben
betreffende Angelegenheiten und alles da»
mit Zusammenhängende berathen wurde. Im
besten Mannesalter von erst 52 Jahren
starb der verdienstvolle Mann. In der Lai«
bachcr Domkirche, zur rechten Seite des»
Dismasaltars. befindet sich sein aus weißem
Marmor gefertigtes Denkmal, welches ihm
das Laibacher Domcapitel setzen ließ. Es zeigt
das Brustbild des Verewigten mit zwei latei-
nischen Inschriften, deren eine ilnn das Dom-
capitel, die andere die 3acil^3 Iwitoruiu
widmete. ^"Dkearrnm mtünorias nodilis-
et ainiko Locietktil, H.'nitoru.ni, d. i. Schau*
bühne der Gedächtniß der adeligen und gott<
seligen „Gesellschaft der Vereinigten" zu stets
währendem Andenken eröffnet in der uralten
Hauptstadt Laybach ^nno 1688. Handschrift.
Ein Blatt Porrede und 78 Folioblättcr. Im
Besitze des Herausgebers.)
Thaler. Die Träger dieses Namens,
ob
sie sich mit einem oder zwei l schreiben,
folgen in der alphabetischen Ordnung
ihrer Taufnamen.
Thaler, Anna Antonie (Schrift,
steller in , geb. zu Brunn am 14.,
nach Anderen am 13. oder 47. December
1814, gest. in Wien 5. November 1875).
Ihr Vater Franz Riba, hie und da
irrig Ribra genannt, der Sproß eines
spanischen Geschlechtes R ibas , war
stadtischer Meierhofbescher zu ^ Brunn.
Sehr sorgfältig erzogen, vermalte sie sich
1833, im Alter von 21 Jahren, mit dem
damaligen Hofconcipisten Kar l von
Thaler in Wien. Einige Jahre später
übersiedelte sie mit ihm nach Tirol, wo
sie meistens in Innsbruck lebte. In den
dortigen Wochenblättern „Phönix" und
Harfe und Zither" veröffentlichte sie
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Terlago-Thürmer, Band 44
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Terlago-Thürmer
- Band
- 44
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1882
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 360
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon