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Thaler, Aurelius 134 Thaller^ Florian
gern und Neureisch besetzt werden konnte,
wurde unser Augustiner, der bereits als
tüchtiger Botaniker bekannt war, als
solcher an dieselbe berufen. Thaler, des
eigentlichen Zweckes einer provinziellen
Pflanzenforschung sich vollkommen be-
wußt, hatte schon im Altbrünner Stifte
St. Thomas eine vollständige Flora
Mährens angelegt, aus deren Studium
er zur Ansicht gelangte, daß die mannig-
faltige Flora Mährens und Schlesiens,
welche österreichische, ungarische, Schweizer
und Seepstanzen in sich faßte, selbst
reicher als jene Böhmens sei. Er gab die
Zahl der Species mit Eintausendacht-
hundert an. In Verbindung mit seinen
gleichfalls Botanik treibenden Freunden
Iellinek, Rohrer, Ikany und Wes-
sely machte er die ersten botanischen
Ausflüge in der Umgebung von Brunn,
dehnte sie nach und nach über das süd-
liche und südwestliche Mahren aus und
erfreute sich auf seinen Wanderungen des
für Botaniker interessanten Fundes der
höchst seltenen i'riniÄ Kitaideiii kl. Vied.
Ueberdies schrieb er unter seinem Vor-
namen „ Aurel" auch Abhandlungen für
die Mittheilungen der mährisch-schlesischen
Ackerbaugesellschaft. F. S. Plushal in
seiner Abhandlung: „Zur Geschichte der
Pflanzenkunde in Mähren" in Ritter
d'Elvert's „Notizenblatt", 1837, Nr. 2,
bemerkt, daß Thaler's Verdienste in der
mährischen Botanik in der That viel zu
wenig gewürdigt seien, und daß Rudolph
Rohrer ^Bd. XXV/ S. 284^ seine
seltensten Funde dem nach dElvert's
Urtheil ebenso genialen als bescheidenen
Thaler verdanke. Herausgeber dieses
Lexikons kann der Ansicht Plushal's
nur beipflichten, denn nur mit aller Mühe
vermochte er aus zerstreuten Notizen vor-
stehende Skizze zu entwerfen.
Moravia (Brünner Blatt, 4«.) t840, S. 3l2, 1843. S. 202. — d'E lvert (Christian Ritter).
Die Culturgeschichte Mährens und Oestei>
reichisch-Schlesiens. ^XVIII . Band der Schrif-
ten der historisch-statistischen Section der k. k.
mährisch«schlesischen Gesellschaft zur Beförde-
rung des Ackerbaues, der Natur« und Landes'-
künde) (Brunn 4868, gr. 8".) S. l73. 173.
188, 191, 231 und 232.
Thaller, Florian (Augustine r-
Chorherr, geb. zu Wien 3. August
1810, gest. zu K l o st erne u b u rg,
30. December 1863). Am 28. September-
1829 trat er in das berühmte Augustiner-
Chorherrenstift zu Klosterneuburg ein und
legte am 1. November 1832 Profeß ab,
seinen Taufnamen Joseph Karl mit
dem Klosternamen F lo r i an vertau-
schend. Am 3. August 1834 empfing er
die Priesterweihe, und zunächst im Stifte
verwendet, wurde er im Februar 183?
Professor der Kirchengeschichte und des-
canonischen Rechtes. Nach zwölfjähriger
Thätigkeit in dieser Stellung erhielt er-
am 1. Jänner 1849 die Pfarre Kritzen»
dorf nächst Klosterneuburg. Aber schon
am 1. April desselben Jahres ward er
vom Erzbischof Milde nach Wien be-
rufen, um den Theologen des erzbischof.
lichen Alumnates Kirchenrecht vorzutra^
gen. Er trat diesen Posten an, indem
er seine Pfarre sich vorbehielt, auf welche
er auch am 13. August 18550 zurückkehrte.
Am 28. October 1852 als Professor der
Kirchengeschichte wieder ins Stift berufen^
wirkte er in dieser Stellung zugleich als>
Kanzleidirector und Archivar bis an sein
Lebensende. Von früher Jugend zeigte er.
großes Interesse für Kunst und Wissen-
schaft und besaß ein besonderes Talent
für das Ordnen und Aufstellen mittel-
alterlicher Denkmale. So war er es, der
die Gemäldesammlung des Klosterneu-
burger Stiftes, welche bis zum Jahre
1833 in großer Unordnung sich befand,
regelrecht aufstellte; mit Zuziehung des.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Terlago-Thürmer, Band 44
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Terlago-Thürmer
- Band
- 44
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1882
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 360
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon