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Thalguter, Peter (Tiroler 3 andes°
Vertheidiger, geb. zu Algund im
Vintschgau Tirols am 1. Juli 1776, ge-
storben den Heldentod fürs Vaterland zu
Ienesien am 21. November 1809).
Seine Eltern Johann Thalguter
und Mar ia geborene Prant l besaßen
in Algund den schönen Schellebauernhof,
auf welchem er unter ihrer Obsorge und
zu ihrer Freude aufwuchs. Als im Novem-
ber 1796 die Tiroler Schützen vereint mit
dem k. k. Militär die bereits ins Welsch-
land eingebrochenen Franzosen nach blu-
tigem Treffen über Trient, Roveredo und
Ala zurückwarfen, da befand sich wohl
auch der zwanzigjährige Peter Thal-
guter bei den Kämpfern, welche das
Burggrafenamt gestellt hatte. Im März
und April 1797 standen die Letzteren auf
den Höhen von Ienesien und Glaning,
dem Feinde denWeg nach Meran wehrend.
Und im März 1799 warfen sie mit den
kaiserlichen Soldaten die Franzosen,
welche bei Taufers und bei Martinsbruck
in Tirol einbrachen, nach Graubündten
zurück. Das Kriegsleben behagte unserem
T h a l g u t e r so sehr, daß er. ent-
schlossen war, als Freiwilliger bei den
Huszaren der kaiserlichen Armee sich an-
werben zn lassen. Nur auf dringendes
Zureden der Seinigen gab er diesen Ge-
danken auf. Die nächsten Friedensjahre
befaßte er sich mit seinen eigenen wirth-
schaftlichen Angelegenheiten, er brachte
den Töllerhof in Plars käuflich an sich
und versetzte den gänzlich in Verfall ge«
rathenen wieder in blühenden Zustand,
heiratete am 7. Februar 1804 Anna
Ladwiner aus Plars und stand, ge-
meinhin „der Töller" genannt, durch
seine Umsicht in allen Geschäften bald
in großem Ansehen bei seiner Gemeinde.
Als nach Abschluß des Preßburger Frie-
dens vom 26. December 1803 Tirol an ! Bayern siel und die Vergewaltigungen
der Bayern gegen Land und Volk und
namentlich gegen die Geistlichkeit große
! Aufregung im Lande hervorriefen, sah
! auch Thalguter mit tiefer Erbitterung
dem willkürlichen Treiben der Regierung
! zu. Da kam das Jahr 1809 heran. Der
^ Groll gegen das fremde Regiment hatte
seinen Höhepunkt erreicht, Hofer seinen
! Aufruf, die Bayern mit Waffengewalt
! aus dem Lande zu jagen, erlassen, und
! nun trat auch Thalguter, von den
i Algunder Schützen zu ihrem Hauptmanne
^ gewählt, an die Spitze derselben. In der
> ersten Hälfte des April 1809 eilte er mit
! ihnen gegen Meran hin, um den Feind
! im Süden anzugreifen und in Verbindung
! mit dem k. k. Militär über Lavis, Trient
und Ala hinauszuwerfen. Nachdem der
Feind das Feld geräumt hatte, kehrten
die Compagnien heim, aber Thalguter
blieb noch immer in Südtirol, da man
ihn als einen Mann allgemeinen Ver>
trauens bei wichtigen Unternehmungen
brauchte. So übergab man ihm ansehn-
liche Summen aus öffentlichen Cassen
zur Verpflegung der Landesvertheidiger,
beauftragte man ihn mit der Herbei-
schaffung von Gewehren und Munition.
Wahrend indessen im Süden die Dinge
weniger drohend aussahen, zog sich im
Norden das Ungewitter um so bedenk-
licher zusammen. Andreas Hofer stand
am 24. Mai mit seinen Schützen auf dem
Berge Isel und wagte am nächsten Tage
die denkwürdige Schlacht. Peter Thal-
guter focht mit seiner Compagnie im
Centrum. Dem unentschiedenen Kampfe
folgte eine dreitägige Ruhe. Am 29. Mai
nahm Hofer von Neuem die Schlacht
auf. DaS Centrum erstürmte die Höhen
von Mutters und Natters und warf
den Feind in die Ebene hinunter. Unter
Denen, welche in diesen Tagen durch ihre
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Terlago-Thürmer, Band 44
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Terlago-Thürmer
- Band
- 44
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1882
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 360
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon