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i) Karl 167 Karl
Verwalter der königlichen Kammer fun-
girte. Sein jüngerer Sohn Michael
wurde der Stammvater des heute noch
in drei Zweigen, nämlich in den Nach-
kommen der drei Bruder M i ch a e l,
I o n a s und J o h a n n B a p t i st,
blühenden Geschlechts. Unser K a r l
T h a n n widmete sich dem Studium
der Naturwissenschaften, besonders jenem
der Chemie, woraus er den Doctorgrad
erlangte. Dem Lehrfacbe sich zuwendend,
wurde er Professor der Chemie an der
Pescher Hochschule und zugleich Vorstand
des chemischen Laboratoriums an der-
selben; er ist ferner Professor der ver-!
einigten Mittelschullehrer - Präparandie, !
fungirt als Mitglied der Prüfungs-!
Commission der Mittelsckullehrer, der!
Staatscontrol-Aichungscommission uild!
ver mathematisch-physikalischen Abthei-
lung des Landesunterrichtsrathes in Un-
garn und ist endlich wirkliches Mitglied
der mathematisch - naturwissenschaftlichen
Classe der königlich ungarischen Akademie
der Wissenschaften und des dirigirenden
Senates derselben. I n seinem Fache,
der Chemie, seit Jahren wissenschaftlich
thätig, hat er sowohl in den Sitzungs-
berichten des letztgenannten Institutes,
als in den Schriften des ungarischen
Athenäums, aber auch in deutschen Fach-
blättern mehrere Abhandlungen über
Chemie veröffentlicht. Daß ein unga- !
rischer Gelehrter es über sich bringt, «
im Auslande und in nichtungarischer
Sprache die Ergebnisse seiner Forschung
mitzutheilen, darf uns am wenigsten
Wunder nehmen, denn ein wahrer Ge-
lehrter wird ohneweiters der Ansicht ^
Coloman Szily's >M. XI^II, S. 188,
Nr. 2^ j beistimmen, welcher in seiller
Abhandlung über die Thätigkeit der
Ungarn auf dem Gebiete der, Natur-
wissenschaften im letzten Jahrzehnt wört- lich schreibt: „Die ungarischen Natur-
forscher werden ihre mathematischen, astro-
nomischen, geodätischen, physikalischen,
chemischen, mineralogischen und geologi-
schen, botanischen, zoologischen, anato-
mischen, physiologischen und biologischen
Arbeiten, wie bisher so in der Folge
genöthigt sein, auch im Auslande zu
publiciren, so lange sie in Ungarn selbst
von ihren selbständigen Forschungen nickt
mindestens einen erschöpfenden Auszug
in einer Sprache veröffentlichen kön-
nen, in welcher sie von den Gelehrten
jeder Nation verstanden werden.
Sie verlieren dabei nichts, denn die
Priorität ist ihnen dadurch gewahrt; es
verliert dabei nur die ungarische Aka
deinie, da deren Publicationen nie und
nirgends citirt werden, wiewohl sie es in
der That oft verdienen würden. Diese
Lücke macht sich jetzt um so fühlbarer, als
die naturwissenschaftlichen Sitzungen der
ungarischen Akademie in jüngster Zeit
von einer so rüstigen Thätigkeit, einem
so wahrhaft wissenschaftlichen Geiste
zeugen, daß sie geeignet sind, uns mit
Stolz und Freude zu erfüllen." Indem
wir bezüglich der in ungarischer Sprache
erschienenen Arbeiten Thann's auf das
unten in den Quellen citirte Repertorium
der beiden Szinnyei verweisen, folgt
hier eine Uebersicht seiner meist in deut-
schen Fachschriften veröffentlichten Ab-
handlungen. Im Buchhandel gab er her-
aus: „Vll5
chrmiZche Tudaraturinm tier könist-
lich ungarischen ssniuerzitiit in Prst" (Wien
1872, Braumüller, gr. 4"., mit ", zinkogr.
Tafeln); — in den „Sitzungsberichten
der kais. Wiener) Akademie der Wissen-
schaften, mathematisch - naturwissenschaft'
liche Classe", sind abgedruckt: „Ueber das
Platincyanäthyl" M . XXXI (l838),
S. i .^ ; —„Das Rumicin" ^ebd.,S.26^,
— „Ueber die Zusammenstellung der
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Terlago-Thürmer, Band 44
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Terlago-Thürmer
- Band
- 44
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1882
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 360
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon