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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Terlago-Thürmer, Band 44
Seite - 179 -
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Seite - 179 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Terlago-Thürmer, Band 44

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Tanner, Johann 179 Tanner, Johann siebzehnten Jahrhunderte», Mitglied des Ordens^ der Gesellschaft Jesu. befand sich 1678 im Gefolge des polnischen Magnaten Czario-. ryski, als dieser von seinem Könige als Gesandter nach Moskau geschickt wurde. Diese Gescmdtschaftäreise und den Aufenthalt in ge-- nannter Stadt beschrieb T a n n e r in dem Werke,,I.sgatio iiolono littiuanica, in Zloäca- vil^ni- (Xoi-ilnder^ae 1680 und wieder 1689), w welcheni er die Sitten, Bräuche und Eigen« thümlichkeiten der Moskowiter schildert. Her' vorzuhebrn ist. daß er denselben mit Hilfe, der neckischen und polnischen Sprache sich ver- ständlich zu machen wußte, aucl» daß er eine Disputation mit einem Popen über die i>'orm des Kreuzes harte. — :>. Friedrich Tb an er, ein zeitgenössischer Rechtsgelehrter, der. im Iadre 1871 aus Deutschland an die Inns- brucker Universität berufen, daselbst kanonisches Recht las und nach Systemisirung einer selbst^ ständigen Lehrkanzel für deutsches Privatrecht zugleich diesen Gegenstand provisorisch vor« trug. Gegenwärtig fungirt er an genannter Universität als o. ö. Professor deä canonischen Nechts und alü Mitglied der theoretischen Staatsprüfung«Commission rechtshistorischer und judicieller Abtheilung, sowie als Decan des juridischen Professorencollegiunis. In seinem Wissenschaftsfache schriftstellerisch thätig, bat er bisher folgende Arbeiten herausgegeben: „Ueber Entstehung und Bedeutung der Formel: salva. 5oäi6 Hpostolirae ^uctoi-itato in den päpstlichen Privilegien" (Wien 1877. Gerold, ^ - ) ; -— »Zwei anonvme Glossen ^ur summa Ztepii^ui 1'ornll>l:ene!i5" (ebd. 1873), beide vorher in den „Sitzungsberichten der kais. Akademie der Wissenschaften philosophisch'histo' rischer O'lasse"; — „Die summa, ina.^i5tri liolancli, nachmals Papstes Al erander I I I . nebst einem Anhange iu^rt i 2.n<:tori2 ^ua,s- ätiono^. Mit Unterstützung der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien" (Inns- bruck 1874. Wagner. I.V und 303 S,, gr. 8".); — „Die Sprüche Walthers von der Vogel- weide über Kirche und Neich" (Nördlingen 1876, Vect. 27 S.. 8°.), es ist dies ein Vor- trag, den Di-. Thaner ^um Besten der Er« richtung des Walther-Denkmals in Bozen am 20. Februar 1873 im Universitatssaale zu Innsbruck gehalten hat. — 4. Johann Tann er (geb. zu Pilsen m Väbmen 1623, gest. zu Prag am 4. November 1694). 164? trat er in den Orden der Gesellschaft Jesu ein, in welchem er bald als Lehrer verwende»- wurde, und zwar zu Prag mehrere Jahre in den Humanitätsclassen, dann ;u 5Dlmül;, wo er durch elf Jahre folgeweisc Philosophie, Moral, und höhere Theologie vorrrug und längere Zeit auch die Kanilerwürde der Uni- versität versah. Ueberoies war er siebzehn Jahre Vorstand verschiedener Seminarien und neunzehn Jahre Beichtvater des Erzbilchors von Prag. Bei seinem rastlosen unermüdlichen Ü'ifer stand er nicht selten mehreren 'Aemtern zugleich vor, und in seiner freien Zeii ging er nach Tcsämi, wo er. ein ausgezeichneter Homilet, viele Protestanten in den 3chooö der katholischen Kirche zurückführte. Nach Büchern der oöhmiscken Brüder und anderen, die ihm als kekeriscb erschienen, war er be ständig auf Suche und bemüht, ne auszu rotten, zugleicli aber sammelt? er dei reichen Leuten Beitrage, um neue Nndacktsbücker in Neckischer Tpracke im Geiste seiner Ordens- gesellschaft drucken zu lassen. <3r selbst gab folgende 3chriften beraus: .,1'onö >lari:nm,^ I'urriö .^Ikoi-ri <.' li a n o >v ?ik v 2 I'. I' 2 n n <? r iioti6 illuüii-aiuin^ , id. 16,19, 12".); — «^ir a;),)2lolil,>us seu vila. t.'t virtulo^ l i . ?. ^,1- derci (.'I^ll,n o^ v5lc v 8. <s.^ (Cowniae 1666, 12l><; ?i-^«.e 1688, 12".), auch in üeckischrr Uebersetzung (Prag 1N8U)- — ^1?1ii-oi>!il)l«2 3.'XVon ces 1a.i l i ^n i VoliomiaL Vatroni^ l^ra^aö 1661, I'»!.'!, in -^echischer Ueberseyung von Kadlinökn (1669. Fol.);— ^Vesn^ia virtutis er irolnlit3.tiä ßrorn^e l i ; i aa. 0^ (pi-ü.,^ ao 1661, 1"ol.), ist nur ein Auszug seines größeren im Manwcript befindlichen Werkes ^Ilisrni'w, Uürouin clc 8t6ili2 seu, sroru- doi '^-. von welchem vierzig Jahre nach seinem Tode eine deutsche Ausgabe erschien; — „H.niplndlien.ri'uin 6lc>riae Lpel.'ia>!'u1i5 I>eo- unna ^VH 1 ä 2 t ^ i n i 0 r u 111 aäoi-liatnm.^ !?ra.Faö 1661, ^c>1.); — ^0r».tio kunsdriä d'ailieäi-a.U 8. Weneeälal Olomu.cii" ,Ol»ni. 1668, ?ol.); — ^Oiä2üvt:v.No ?l>.i'!).enerica- kpolagotica. i^ n^,iral)il6ni viiam 13. Virgiuiä ^lil,i-in2,6 <1e Näeodar i»ox, libriä coinpr».'- d.en^».ui a. ^. I?. I^ u,6.ovj.co äe poirr^". (^i-agHe 1672, I''ol.; >'t.'2.i)oli 169», 4^.); — „Heiliger Weg von Prag nach Altbunzlau. füdrend durch die 44 Stationes" (Prag 1680. 4°.). auch in lateinischer und 6echischer Uebersetzung; — 5>(?oiN4)enc1ium vita.i: ven. I^uäovici äu ?onts" ^i-H^ao 1691' 12".); — Druden-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Terlago-Thürmer, Band 44
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Terlago-Thürmer
Band
44
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1882
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
360
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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