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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Terlago-Thürmer, Band 44
Seite - 182 -
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Thausing 182 Thaustng Thaurer in derselben 1840 einen warmen Nachruf. Oestcrreich ische Nat iona l Encnklopä' die von Gräffer und Czikann (Wien 1837. 8".) Pd. VI, im Tuvplement. S. 44l. Thaufing, Moriz (Kunsthistoriker, geb. am 3. Juni 1888 im Schlosse des Dorfes Tsänschkowitz bei Leitmeritz in Böhmen). Von seinem Vater, dem als rationeller Landwirth in Böhmen wohl- bekannten herrschaftlichen Amtsdirector Julius Thausing, sowie von seinem Oheim mütterlicherseits, dem Pfarrer Moriz Meyer in Zirkowitz, erhielt er eine so sorgfältige Erziehung, wie dies die bescheidenen Verhältnisse der mit zehn Kindern gesegneten Eltern nur immer ge- statteten. Nach Absolvirung des Gym» nasiums in Brür, auf welchem ihm be- sonders der Historiker Zacharias Nessel Md. XXV, S. 322, iu den Qu. j^ ange- regt hatte, bezog er 1836 die Universität Prag, die er 1838 mit jener zu Wien vertauschte. Hier wurden Theodor Sickel, Franz Pfeiffer und Rudolph von Eitel, berger seine Iieblingslehrer. Nach einem Probejahre ward er wirk- liches Mitglied des „Institutes für öster- reichische Geschichtsforschung", und legte im Sommer 1861 die Prüfung aus den historischen Hilfsfachern ab. Ein kurzer Aufenthalt in München, welcher dem Besuche der Vorlesungen Heinrich von Sybel's, sowie der Theilnahme an den Arbeiten der historischen Commission ge- widmet war, verschafften Thau sing, der inzwischen eine Supplentenstelle für deutsche Sprache und Literatur an einer WienerOberrealschule angenommen hatte, den ehrenvollen Antrag, als Mitarbeiter bei der Herausgabe der deutschen Städte- chroniken in Nürnberg zu wirken. Ent- schlossen, diesem Rufe Folge zu leisten, erwarb er an der Universität Tübingen die philosophische Doktorwürde. Doch zur Nebersiedelung nach Nürnberg kam es nicht, da er 1862 auf Verwendung Eitelberger's und Heider's an der Bibliothek der k. k. Akademie der bil- denden Künste zu Wien eine Anstellung als Assistent erhielt, mit welchem Posten eine neuerrichtete Docentur für Welt- uno Culturgeschichte verbunden wurde. Im Jahre 1864 trat er in den Dienst Seiner kaiserlichen Hoheit des Erzherzogs , Albrecht, und zwar als Offkial der unter dem Namen „Albertina" bekannten ! Kunstsammlung und Bibliothek. Nach !dem Tode des Directors Karl Müller sBd. XIX, S. 336, im Tert^j, Ende 1868, übernahm er mit dem Titel eines Bibliothekars und Galerieinspectors die Leitung des genannten Kunstinsti- tutes. In diesem Amte, welches er noch gegenwärtig bekleidet, ist er eifrig darauf bedacht, die bereits unter seinen Vorgän- gern begonnene Neuaufstellung der wich- tigen Sammlung zu vollenden und diese dem Kunststudium und der Wissenschaft nützlich zu machen. Als er 1872 nach ! Anton Springer's Abgang für die kunsthistorische Lehrkanzel an der wieder- hergestellten Universität Straßburg an erster Stelle in Vorschlag stand, erfolgte auf Antrag Eitelberger's seine Be- rufung als außerordentlicher Professor der Kunstgeschichte an die Wiener Univer- sität (1873). Als akademischer Lehrer wahrt er im Anschlüsse an das Institut für österreichische Geschichtsforschung und die von demselben vertretene exacte Rich» tung seinem Fache den strenghistorischen, der ästhetischen Betrachtungsart abholden Standpunkt. Einen 1873 an ihn ergan- genen Ruf nach Berlin als Director des Kupferstichcabinetes der königlichen Vluseen lehnte er ab. Das Jahr darauf
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Terlago-Thürmer, Band 44
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Terlago-Thürmer
Band
44
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1882
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
360
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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