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Theer, Adolph 194 Theer, Adolph
will jene des Dr. Stöcker und auch die
des Herausgebers nicht ganz stimmen.
Reich (Ignaz). Bech-El. Ehrentempel ver«
dienter ungarischer Israeliien (Pesth t86ö,
Al. Becserszkn. 4«.) Heft 5, S. 1 u f.
Theer, Adolph (Bildnißmaler,
geb. zu Iohannisberg in Oesterrei-
ckisch-Schlesien arn I.November 1811).
So gut wir über die Arbeiten dieses
Künstlers unterrichtet sind, so wenig
wissen wir im Allgemeinen über seinen
Lebens- und Bildungsgang. Er ist der
Sohn eines Edelsteinschneiders, welcher
seine Kunst in Iohannisberg ausübte.
Auf den Iahresausstellungen der Aka-
demie der bildenden Künste bei St. Anna
in Wien erscheint er 4832 zum ersten
Male mit seinen Arbeiten. Daselbst zählte
er bis 4848 zu den steißigsten Ausstellern.
Dann trafen wir seine Bilder noch auf
der Jänner-Ausstellung 4832 im öster-
reichischen Kunstverein, nach dieser Zeit
aber ist uns nichts mehr von seinen Werken
untergekommen. A do lph Theer ist
Aquarellmaler und war 4832, 4834,
^836—4848 durch zahlreiche, meist weib-
liche Miniaturporträte in den Ausstellun-
gen bei St. Anna vertreten. Aber außer
Originalen sahen wir daselbst von seiner
Hand auch oft Copien nach Schöpfungen
berühmter Meister, so 1832: zwei „Ztn-
dienküpfc", nach Lawrence, nach welchem
englischen Bildnißmaler er später noch
mehrere Miniaturen ausführte; — „Nie
Aantenspielerin", nach Caravaggio; —
1834: eine „Madonna", nach Naphael;
— „St. Johannes", nach Domenichino;
— einen „Stndienkopt", nach Mur i l lo ,
sowie mehrere StudienVöpfe nach anderen
Malern;— 1836: „Nar l l . Niinig von
England", nach Van Dyk, eineRadirung;
— .„Porträt dr5 Kmzerz Ferdinand I."; —
1839: „ V er kranke Kahs Herr ".nach Hi ld e- brandt; — „Na5 Odeltränlein", nach
Wir t ich; — 1841: „Nleapatra, die Perle
anfl'ösrnd":— „Nratrirr C-enci", nach Do-
menichino; — 1842: „Zonuenir". nach
Dubuffe; — „ Italienerin", nach W inter-
Halter, gelangte iu den Besitz der Orz-
herzogin Sophie; — „Madonna", nach
Raphael, verschieden von jener im
Jahre 4834; — 1843: „Kindliche Nebe";
— „Mädchen am F'enZter"; — „Sturster-
nacht", nach Kleine; — „Mädchen am Prch-
tisch"; — „Nie h. Zmalia". nach Dela-
röche; — 1845: „ Neueren", aus „ Ivan-
hoe" von Walter Scott ; — 1846:
„Griimernng" ;— 1847: „Ädraler Franrn-
Kllpt"; — 1851: ,Nrr Winter", Aqu.
(430 fi.); — „MaliZKe"; — 1852:
„Ztalischrz Mädchen";— „Orientalin". Außer-
dem liegt uns eine Folge von Bild-
nissen vor, welche der Künstler selbst litho»
graphirt hat, und zwar: „Naronin ^arwen-
5trrn"; — „Fran Nmrrling", des be-
rühmten Wiener Porträtmalers erste Ge-
malin; — „H.'oiü5r N rnniann", Hofschau-
spielerin; — „Eliör Merrti: — »X'rnan
uon Acichstadt", als Kind; — „ FiirZt Gszter-
Hä^ij-Gll lanth a";— „ÄIuinArtK om 5 Klf",
Stiftsdechant von Klosterneuburg; —
„Fürst Cati5chrkt", russischer Gesandter
am kaiserlich österreichischen Hofe; —
„Varan Rothschild"; — „Peldritt",
Hauptmann beim Wiener Platzcom^
mando; — „Nled. Nactar Io5. Uarl" ; —
„Nr. Karl Falmarrznn.", Arzt; — „Sist-
mnnd Clilllberg"; — „N aiii n g er", Por-
trät» und Blumenmaler. Vieles hatTheer
für die zu seiner Zeit so beliebten Taschen-
bücher und Almanache, unter anderen
für Johann Gabr. Seidl's „Aurora"
und „Gedenke mein", für Castelli's
„Huldigung der Frauen", gezeichnet.
Von diesen, meist ideale Frauenköpfe oder
Almanachsscenen vorstellenden Bildern,
welche von den besten Kupfer- und Stahl-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Terlago-Thürmer, Band 44
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Terlago-Thürmer
- Band
- 44
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1882
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 360
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon