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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Terlago-Thürmer, Band 44
Seite - 219 -
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Seite - 219 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Terlago-Thürmer, Band 44

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Thiels Franz 219 Thiels Wenzel lich seine Pflicht zu erfüllen und — wenn bei häufigem Andrang der Geschäfte die stricte Pflichterfüllung nicht ausreichte — seinen Eifer zu verdoppeln und mit dem Aufgebot aller seiner Kräfte die ihm gegebene Aufgabe zu lösen. Es muß hier insbesondere auf einen weniger wich- tigen als diesen stillen, in sich gekehrten und schweigsamen Beamten vollkommen charakterisirenden Umstand aufmerksam gemacht werden. Wie oft im Laufe seiner fünfzigjährigen Dienstzeit in der Cabinets» kanzlei hätte er von Seite fremder Sou» veräne hohe Auszeichnungen erhalten können. Aber jeder Gelegenheit, welche sich ihm hierzu bot, ging er mit Ent- schiedenheit aus dem Wege, und wir sehen diesen Hofmann am Ende seines Lebens nur mit den Ordenszeichen seines ah. Herrn und Kaisers geschmückt, welche er auch immer nur dann trug, wenn er nicht gut ohne sie ersckeinen konnte. Anläßlich der Vermälungsfeier Seines Monarchen hatte ernamlich mit ah. Hand- schreiben vom 20. April 4854 das Ritter- kreuz des Leopoldordens und bei seiner Versetzung in den Ruhestand mit ah. Huld« vollsten Handschreiben vom 18. October 4865 das Ritterkreuz des St. Stephans- ordens erhalten. Wir haben im Vorstehen- den den Cabinetsbeamten, ja so zu sagen den „Amtsphilosophen", wie er in solcher Vollendung nur selten vorkommt, in knappstem Umriß, wie uns diesen der Cha- rakter unseres Werkes aufzwingt, gezeich- net. Es bleibt unö über den Künstler, und ein solcher war Thiel , noch Eini- ges zu sagen. Mit seinem Uebertritt in den Ruhestand zog er sich auch von dem öffentlichen Leben ganz zurück und brachte den größten Theil des Jahres in seiner Villa in Döbling zu. Dort in einem kleinen gewählten Kreise beschäftigte er sich mit Musik, Aquarell- und Miniatur- malerei. In dieser letzteren schon in früheren Jahren durch tüchtige Meister herangebildet, besaß er eine das Di- lettantenthum weit übersteigende Fertig- keit. Seine Miniaturbilder, welche so ziemlich das ganze Gebiet der Klein- malerei umfaßten, und zwar Landschaften, Genrebilder, Copien berühmter Meister, wie Mur i l lo 's , Guido Reni's, Carlo Dolce's u. A., werden von Kennern als wahre Musterstücke dieser Kunst aner- kannt. Sie zeichneten sich durch eine nur bei einem Dilettanten denkbare Akribie, durch höchst correcte, sickere und richtige Zeichnung aus. Thiel's Nachlaß enthielt deren wohl ein halbes Hundert, von denen etwa die schönsten zwanzig die Uni- versalerbin Fräulein B l e y e r besitzt, welche dieselben als Reliquien der künst' krischen Thätigkeit ihres Wohlthäter) sorgfältig aufbewahrt, während dk übrigen Bilder den Verwandten und intimen Freunden des Verewigten aus- gefolgt wurden. Neue illustrirte Zeitung (Wien, Iamarski. kl. Fol.) Iai^i. 1«77, Nr. 27. Thiel, Wenzel Freiherr jk. k. Oberst und R i t t e r des Maria Theresien- Ordens, geb. zu Nikolsdorf in Böh> men im Jahre 1738, gest. zu Gratz am 28. Juni 1822). Während des sieben- jährigen Krieges 1736—1763 brachte ei es nicht über den Kanonier hinaus. Erst nach achtzehnjähriger Dienstzeit zuin Ofsi- cier vorgerückt, fand er in den franzö- sischen Kriegen Gelegenheit, Proben seiner bewunderungswürdigen Bravour zu geben. Im ganzen Feldzuge 1793 stand er als Artillerie-Oberlieutenant auf Vorposten bei dem Caualleriegeschütz, und es verging kein Tag, an welchem er nicht mit Erfolg verwendet wurde. Den Com» mandirenden en oliet', General Grafen
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Terlago-Thürmer, Band 44
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Terlago-Thürmer
Band
44
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1882
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
360
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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