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Thierry. Ludwig 230 Thierry. Ludwig
dem Wortspiel kennzeichnete: „Agenor,
ah geh nur!"
Presse (Wiener polit. Blatt) 1859. Nr. 2?3.
vom 26. Qctober: „Baron Adolph Tkierry".
— Wanderer (Wiener polit. Blatt) 1867.
Nr. 510, in den „Personal-Nachrichten".
Thierry, Ludwig Ritter von (k. k.
Generalmajor und Ritter des Maria
Theresien-Ordens, geb. zu Neufchateau
im Luxemburgischen im Jahre 1733, gest.
zu Schwarzkostelec in Böhmen am
1. Februar 1810). Der Vater des ehe-
maligen Polizeiministers Adolph Frei»
Herrn von Thierry s^iehe den Vorigen^.
Im März 1773 zum Lieutenant im
28. Infanterie-Regimente, damals Wied-
Runkel, ernannt, rückte er im Laufe des
Türkenkrieges 4788—1790 zum Haupt-
manne auf. Als solcher erkämpfte er sich
1793 das Maria Theresien-Kreuz. Die
Belagerung von Valenciennes war im
Zuge, da meldete er sich am 23. Juli
zum Sturme. Mit hundert Freiwilligen
des Regiments die, dritte Colonne bil-
dend, welche rechts längs der Schelde bis
an den rückwärtigen bedeckten Weg der
Fleche das kleine Hornwerk stürmen sollte,
drang er hier rasch in die Schanze und
warf sich mit dem Bajonnet auf den
Feind, der, durch diesen entschlossenen
Angriff vom Rückzug aus der Flache
abgeschnitten, zum größten Theile nieder-
gemacht wurde. Bei dem von hier aus
unternommenen Sturme auf das kleine
Hornwerk erstieg er mit seinen Freiwilligen
zuerst das Ravelin und bemeisterte sich
desselben mit den davor gelegenen Lunet-
ten, wobei er viele Feinde tödtete und
die neun eroberten Kanonen vernagelte.
Gegen Mitternacht wurde der bedeckte
Weg der Fleche gekrönt und mit der
dritten Parallele verbunden. Hauptmann
Thierry hielt nun die Flöche bis zur Uebergabe der Festung besetzt und be>
wahrte- bei der Vertheidigung dieses
Postens mit seiner Mannschaft eine solche
Bravour, daß er in der am 19. August
1793 ohne Capitel stattgefundenen
29. Promotion, in welcher aus Anlaß
> der Einnahme von Valenciennes ein
Commandeur- und vier Ritterkreuze
des Maria Theresien-Ordens verliehen
wurden, einer der mit letzterer Auszeich-
nung Betheiligten war, während von der
Mannschaft nicht weniger denn fünfzehn
die Tapferkeitsmedaille davontrugen. Im
Feldzuge des Jahres 1799 kämpfte
Thierry noch als Major in Italien
und wurde in der Schlacht an der Trebbia
verwundet, später verließ er das Regiment,
in welchem er 36 Jahre gedient, rückte
zum Oberstlieutenant, dann zum Oberst
! und bei Eröffnung des italienischen Feld-
zuges 1809 zum Generalmajor auf. I n
letzterem Kriege nahm er als Befehlshaber
einer Brigade im dritten Armee-Corps,
welches Feldmarschall-Lieutenant Fried-
rich Franz Lavier Hohenzo l le rn -
H e ch i n g e n ^Bd. IX, S. 211^ com-
mandirte, ehrenvollen Antheil an allen
Gefechten und Schlachten. Später pen°
sionirt, übersiedelte er nach Schwarz-
kostelec in Böhmen, wo er auch starb.
Ritter von Thierry hatte sich im Jahre
1802 zu Kuttenberg mit Anna Marie
von H a r t l i e b , einer Hauptmanns'
tochter, vermalt, aus welcher Ehe ein
Sohn Adolph, der nachmalige k. k.
Polizeiminister, und eine Tochter hervor-
gingen, welch Letztere bis zu ihrer Ver»
heiratung einen adeligen Stiftungsplatz im
Nrsulinerinenklofter zu Kuttenberg genoß.
Hirtenfeld (I.). Der Militär-Maria There-
sien«Orden und seine Mitglieder (Wien 1857,
Staatsdruckerei, tl. 4°.) Bd. I I , S 388 und-
1735. — Tdürheim (Andreas Graf). Ge-
denlblätter aus der Kriegsgeschichte der k. k.
österreichischen Armee (Teschen 1879 u. 1880»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Terlago-Thürmer, Band 44
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Terlago-Thürmer
- Band
- 44
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1882
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 360
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon