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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Terlago-Thürmer, Band 44
Seite - 235 -
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Seite - 235 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Terlago-Thürmer, Band 44

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^ Ferdinand Ios. Ioh. 233 Thinnfeld, Ferdinand Ios. Ioh. Jahre 1810 Erzherzog Johann das nach ihm benannte Ioanneum gründete und M o h s I M . XVII I , S. 443^ als Professor der Mineralogie und Custos an dasselbe berufen wurde, be- suchte auch Thinnfeld dessen minera- logische Vorlesungen, welche zu jener Zeit ein wahres Ereigniß bildeten. Hai- dinger in seiner Monographie unseres Freiherrn schildert ausführlich das geistige Leben in der Murstadt, welches durch die geselligen Versammlungen im Hause des Grafen C h o r i n s k y und dessen Mutter, der in zweiter Ehe mit Franz Grafen Säur au vermalten geborenen Gräsin L o d r o n , dann in jenem der Gräfin P u r g st a l l geborenen Cranstown aus Schottland, sich ent- faltete und auf die damalige Jugend ein- flußreich wirkte. Auch T h i n n f e l d nahm an diesen Versammlungen Theil und empfing daselbst sozusagen die Weihe für sein späteres Wirken in der stagni- renden Periode der langen Friedens- jahre bis 1848. Durch Mohs wurde die Wahl seiner Studien, die sich mit beson- derer Vorliebe der Geologie, Geognosie und Mineralogie und praktischerseits dem Bergwesen zuwendeten, bestimmt, und unablässig bildete er sich nach dieser Richtung hin durch Besuch von Berg- werken und Reisen, welche er nach Frank- reich und endlich nach England aus- dehnte, wo er die Zinn- und Kupferberg' werke von Cornwall kennen lernte. Im Jahre 1818 nach Steiermark zurück- gekehrt, übernahm er die Verwaltung der Landwirthschaft und des Hammerwesens auf seinem Besitze in Feistritz, wohin sein Urgroßvater Johann Adam, welcher der Erste aus der Familie daselbst sich angesiedelt, das früher im Lamming» graben bei Kapfenberg im Mürzthale ^ gelegene Hammerwerk überbaut hatte. Durch seine bereits am 21. December 1814 erfolgte Einführung in den stei» rischen Landtag begann T h i n n f e l d frühzeitig am öffentlichen Leben theil- zunehmen. Seine hervortretenden Geistes- gaben veranlaßten 1818 seine Wahl zum ständischen Ausschußrathe, 1823 zum standischen Verordneten, zu welchem er 1829, 1836 und 1843 wiedergewählt wurde; seit 1827 versah er auch das Ehrenamt eines Kanzleidirectors. In einem Nekrologe, welchen der Dichter Karl Gottfried Ritter von Le i t ne r Md. XlV, S. 344^, Secretär des ständischen Collegiums, dem Freiherrn widmete, ist bemerkt, daß dieser eine her- vorragende Stellung in demselben ein- nahm, und daß in allen wichtigen An- gelegenheiten seine Meinungsäußerung von nachdrucksamer Wirkung war. Von Erzherzog Johann wurde Thinnfeld auch zum Snpplenten für Fälle der Ver- hinderung eines der drei Curatoren des Ioanneums und nach Johann Ritter von Kalchberg's Tode im Februar 182? zum wirklichen Curator ernannt. In dieser Eigenschaft erwarb er sich das Vertrauen des Erzherzogs in so hohem Grade, daß in der Reihe von 20 Jahren, welche er an diesem Institute wirkte, wohl keine eingreifende Verfügung getroffen wurde, auf die er nicht wesentlichen Ein- fluß genommen hätte. Wie thatig er in verschiedene gemeinnützige Unternehmun- gen im Lande Steiermark eingriff, dafür spricht sein lebhafter Antheil an der zeit- genössischen Entwickelung der Benützung des ständischen Sauerbrunns Rohitsch als Curort; an der Gründung einer montanistischen Lehranstalt für Eisen» Hüttenwesen nicht mit der Localisirung in Graz, sondern mit der Stellung in Vordernberg als dem Mittelpunkte der steiermärkischen Eisenindustrie; an der
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Terlago-Thürmer, Band 44
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Terlago-Thürmer
Band
44
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1882
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
360
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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