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Lovro L43 Coman, Lodro
theilung ihres Gemals trug sich derselbe
mit der Absicht, ihren schriftlichen Nach-
laß vereint mit seinen eigenen Gedichten
in sechs Bändch^n zu veröffentlichen. Ob
sich dieser Plan realisirt hat, ist dem Her-
ausgeber dieses Lexikons nicht bekannt.
3 p5esl.clliixe.iici krätkou Lrovnävaci naukou ^
o tvai-eoi^ ^i lc^n^m 5iovn^em, d. i. ^
Süd,lavl,che Anthologie u. s. w. (Prag 1862.
A. Storch. 8".) S. 9< und 293.
des Abgeordnetenhauses des öfterreichi-!
schen Reichsrathes, geb. zu S t e i n^
b ü h e l ^Klruina Foi-Ic«.^ in Oberkrain
am 10. August 1827, gest. zu Rodaun
nächst Wien 13. August 1870). Das
durch seine Gisennägelfabrication be-
kannte Dorf Steinbühel in Oberkrain
zahlte Zovro's Vater zu den angesehen- ^
sten Industriellen. Dieser leitete die erste,
Erziehung seines Lieblingssohnes zunächst ^
im Hause, dann schickte er ihn auch in die i
Volksschule. Nach dem Tode des Vaters !
kam Lovro nach Laibach, wo er bis !
Ende 1847 alle lateinischen Claffen!
beendete. Aus der Hauptstadt Krains z
ging er nach Grah, von da nach Wien, i
um die Rechte zu studiren, und wie sehr!
er anfangs als Sohn des Gebirges im!
wüsten Treiben der Weltstadt sich un-
behaglich fühlte, so sehr gewann er die-!
selbe lieb, als sie ihm als Brennpunkt >
des Wissens und als Berührungspunkt!
sämmtlicher Volksstamme des Kaiser.,
staates erschien. Noch hatte er die Stu« '
dien nicht vollendet, als das denkwürdige!
ebenso segens» wie unheilvolle Jahr 1848 !
herankam, durch welches er sich in seinem
ernsten Streben unterbrochen sah. Im
Mai zog er in seine Heimat, und m einer
Rede, welche er im Redoutensaale zu
Laibach hielt, zeigte es sich bereits, wohin
seine politischen Neigungen zielten. Nebri- gens blieb er im Ganzen dem wüsten
politischen Treiben jener Tage fern, tau-
melte noch im Garten der ungefährlichen
Iyrik und band die in demselben ge-
pflückten Blüten in einen Strauß, den er
zur denkbar ungünstigsten Zeit, nämlich
1849, unter dem Titel: „<35Ksz cio?)w-
7-oci?«") d. i. Heimatsklänge, veröffent-
^.ch^^ Auch schrieb er ziemlich sieißig für
die IN jener Zeit erschienenen slovemschen
Zeitschriften. Nachdem das politische In-
des Jahres 1848 vorüber-
gerauscht war, begab er sich zur Fort-
setzung seiner Studien nack Gratz. )iach
Abschluß derselben trug er sich mit der
Absicht, Welt und Menschen auf Reisen
kennenzulernen. Aber eine Begegnung,
welche er während eines Ferienbesuches
in seiner Heimat am 24. August 1830
mit Iosephine Urbanoic hatte, machte
den ganzen Plan scheitern, denn er ver-
liebte sich leidenschaftlich in die ebenso
schöne als geistvolle junge Dame und
beschloß, vorderhand in seiner Heimat zu
bleiben. Im Jahre 1831 vollendete er
die Rechtsftudien, 1832 erlangte er die
juridische Doctorwürde, nahm Praxis bei
der k. k. Finanzvrocuratur in Laibach
und führte am 22. September 1833 seine
Joseph ine als Frau heim, und zwar
nach Gratz, wo er sich der Advocatur
widmete. Aber nur kurz war sein ehe-
liches Glück, nach einer Frühgeburt
wurde ihm noch vor Jahresfrist die ge»
liebte Gattin am 1. Juli 1834 durch den
Tod entrissen, und dies mochte wohl der
nächste Grund seiner Rückkehr nach Kram
gewesen sein, welche im September 1833
erfolgte. Den Plan, seiner Gattin und
seine eigenen Arbeiten zu sammeln und
vereint herauszugeben, ließ er unter der
politischen Bewegung, in welche er sich
bald darauf stürzte, und dann, wie es
scheint, auch für immer fallen. Nach
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Terlago-Thürmer, Band 44
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Terlago-Thürmer
- Band
- 44
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1882
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 360
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon