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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Terlago-Thürmer, Band 44
Seite - 246 -
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Seite - 246 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Terlago-Thürmer, Band 44

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Tom»«, Lovio 246 Lovro seiner Rückkehr in die Heimat lebte er die erste Zeit, tief ergriffen von dem Ver- luste, der ihn getroffen, abwechselnd im Schlöffe Thurn bei seinen Schwieger- eltern, in Steinbühel und in Radmanns- dorf. Als dann für letzteren Ort eine Advocatenstelle systemisirt wurde, erhielt er dieselbe. Damals war er noch kein Ultraslovene, sondern ein slovenischer Oesterreicher, und ich hörte nicht nur ein- mal aus seinem Munde die Worte: «.Hcisä 3in0 ^U6ti'i^s d1n.A6" (wir sind Glieder der geliebten Austria) ; später erst wurde Toman ein Schleppträger Palacky's, wie er vom „Figaro" in dessen Nummer vom 19. Mai 1870 komisch genug dargestellt wird. Bis zum Jahre 1861 lag er seiner Advocatur in Radmannsdorf ob, welche er, 1863 nach Laibach überseht, daselbst weiter führte, später wurde er Secretär der Lai- bacher Handelskammer. Im Frühjahre 1861 ward er zum Deputirten für den krainischen Landtag und von diesem sodann in das Abgeordnetenhaus des österreichischen Reichsrathes gewählt, wo er sich der Partei der Föderalisten an» schloß und mehr von seiner Eitelkeit, als von innerer Neberzeugung getrieben, sich zu Extravaganzen hinreißen ließ, deren einige wir weiter unten mittheilen werden. Gründliche politische und juridische Bil- dung besaß er nicht, ein Politiker aus den Zeitungen, und ein Rechtsmann aus seiner Praxis, zeigte er keine Spur von einer wissenschaftlichen Auffassung der Politik und des Rechts, auch war er wenigstens so bescheiden, eine solche Be- urtheilung seines Ichs nie im Ernst zu beanspruchen. Das Um und Auf seiner politischen Ansichten drehte sich um den damals in Mode gebrachten Kreisel: Na- tionalität und Föderalismus, und diese beiden an sich gewiß berechtigten, in ihren äußersten Consequenzen aber unter Um- ständen geradezu revolutionären Themata, variirte er ohne viel Aufwand von Geist und Originalität nach allen möglichen Tonarten. Adreßdebatten, in denen er gewöhnlich unter den ersten eingezeich- neten Rednern sich befand, General« debatten über das Budget, die Debatten über die Ministerien des Innern und des Cultus und Unterrichts, gaben ihm, der sich über Alles gern selbst reden hörte — ein Vergnügen, das Andern mehr eine Qual — stets Anlaß zu oratorischen Kämpfen und wenig angemessenen politischen Ex- cursen. Seine oratorische Begabung^ welche seine politischen Freunde über alle Gebühr erhoben, war sehr gering und wurde überdies noch durch seine enorme Eitelkeit sehr beeinträchtigt. Er sprach mit lauter, polternder, kollernder Stimme, gerieth nach den ersten Sätzen schon in in die stärkste Aufregung, so daß er sich dann nicht mehr zu beherrschen wußte und, vielleicht ohne es ernstlich zu wollen, aufreizend und verletzend redete, wodurch er sich mehr als einmal den Ordnungsruf des Präsidenten zuzog. Auch war er Schutzzöllner aus nationalen Motiven und erhob sich unter Anderem gegen den Handelsvertrag mit dem deutschen Zollverein. Wie weit er sich von seinem nichts weniger denn reifen und- geläuterten Nationalitätseifer hinreißen ließ, erhellt aus der Thatsache, daß er zur Zeit, als der dalmatinische Aufruhr Gegenstand der Verhandlungen des Ab' geordnetenhauses war, im Gespräche mit einem Abgeordneten aus Steiermark für das gute Recht der Bocchesen eintrat, allen Ernstes behauptend, dieselben seien gutmüthiger und humaner als die stei- rischen Alpenbewohner. Seine letzte par- lamentarische That verübte er in Gesell' schaft des damaligen Ackerbauministers
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Terlago-Thürmer, Band 44
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Terlago-Thürmer
Band
44
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1882
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
360
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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