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Thomayr 266
in den Jahren 1413 und 1413, wie wir dies
A. G rab ow s ki's „8kai-dnicxkk", d. i.
TchaMArin. T. '^8 und 39 entnehmen. Ael<
tcster der Malerzunfc. — Des Vorgenannten
Landsmann, zugleich Münzschläger, wohnte
1^5 im Grodzker Viertel der Stadt Krakau,
wie ebenfalls Grabowski in vorerwähntem
Werke T. 43 berichtet. — Der böhmische
Maler Thomas zu Wit t ingau lebte zu
Anfang des siebzehnten Jahrhunderts. Ueber
seine Lebmöumstände ist nichts bekannt. Nur
die „Oki-onicH RosendLi-Fick" berichtet 2. 333
von ikm. daß er im Jahre 1612 die Be<
gräbnißfeier des Fürsten Peter W6k von
Rosenberg l^Bd. XXVII, S. 10. Nr. 19^1
gemalt und alle Hauptpersonen des Leichen«
zu'ges porträtähnlich wiedergegeben habe. —
13. Des Marquis von St. Thomas, dieses
intriguanten Diplomaten des achtzehnten
Jahrhunderts, der als saooyischer Gesandter
am kaiserlichen Hofe in Wien beglaubigt,
der Haupturheber der Machinationen war.
welche den Prinzen Eugen verderben sollten,
wozu er sich vornehmlich des Abenteuerers
Prosper Tedeschi bediente, wurde bereits
in der Lebensskizze des Letzteren sVd. XI/II I ,
T. 175 u. f.^ gedacht, auf welche wir daher
vei weisen.
Thomayr, Anton (Kupferstecher
u:id Lithograph, geb. ;u Wien im
Jahre 4826). Der Sohn eines Bau-
beamten in Wien, zeigte er Talent für
die Kupferstecherei und kam im November
1840, 14 Jahre alt, in die kaiserliche
.Akademie der bildenden Künste, wo er in
seinem Fache -sM. ausbildete. Vor das
5 Publlcum. trat Mmif der Iahresausstel-
lung bei'St. A,HVa 1843 mit seiner ersten
Arbeit, deml'in Schabmanier ausgeführten
„Nlnnienmlltichrn", nach Mur i l lo . Auf
die Ausstellung des nächsten Jahres
brachte er einen lithographirten „Studien-
kapt", nach A m e r l i n g . Ueber den
weiteren Lebens- und Bildungsgang des
Künstlers, sowie über seine sonstigen Ar-
beiten fehlen uns alle Nachrichten.
Aus den Acten der Wiener k. k. Akademie der
Künste. ! Thome, Franz (Theaterdirector,
geb. in Wien um den Anfang di)s lau-
fenden Jahrhunderts, gest. in Prag am
23. Mai 1872). Als nach dem Tode des
Vaters, eines Beamten in der Kanzlei
des Fürsten Rasumoffsky M . XXV,
S. 6^, der von 1793 bis 1799 den
Posten des russischen Botschafters am
kaiserlichen Hofe in Wien bekleidete, die
Mutter nach Dresden übersiedelte, be-
suchte der Sohn daselbst zunächst die
katholische Schule, dann das Gymna-
sium. Nach der zweiten Verheiratung
der Mutter folgte er derselben nach Wien,
wo er im Alter von
siebzehn Jahren zum
Theater ging, für welches er immer eine
große Neigung gehegt hatte. Er spielte
in der Residenzstadt jugendliche Lieb-
haber, ebenso in anderen Orten, in denen
er auch als Regisseur wirkte. I n Mainz
gastirte er unter Director Schumann,
und als dieser mit einer großen deutschen
Operngesellschaft nach Paris ging, schloß
er sich an. Um dort einen Haltpunkt zu
finden, übernahm er Sprechrollen in der
Oper und half im Souffliren aus. Nach
dem Scheitern des Schumann'schen
Unternehmens wurde er in das Comitä
gewählt, welches sich gebildet hatte,
um den Mitgliedern die Heimreise nach
Deutschland zu ermöglichen, was auch
gelang. Durch Familienverhältnifse zur
Rückkehr nach Oesterreich genöthigt, blieb
er daselbst. 1837 spielte er in Pesth und
nahm mit Joseph Wagner und Franz
Treu mann an einer tragikomischen
Episode Theil, welche die in unseren
Quellen angeführten „Couliffengeheim-
nisse" ausführlich erzählen. Darauf trat
er ein Engagement in Nürnberg an, wo
er aber nur kurze Zeit verweilte, da er in-
zwischen die Direction des Theaters in Lai-
bach, mit welcher jene der Triester Bühne
verbunden war, erhalten hatte. I n treff-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Terlago-Thürmer, Band 44
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Terlago-Thürmer
- Band
- 44
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1882
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 360
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon