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Thürheim, Franz Leopold 278 Thürheim, Franz Phil. Gottl.
üistoi-ia. äeila. guerra etc., Bd. I, S. 307.
— Gräffer's Geschichte der kaiserlichen Regi-
menter, Bd.II I . — Feldzüge des Prinzen
Eugen. I. Serie, Bd. I (Wien 1876, Verlag
des Generalstabs). — Ber icht über die
Schlacht bei Carpi des Prinzen Eugen an
Kaiser Leopold.) — 11. Franz Christoph
(geb. zu Weinberg am 13. April 1662. ge-
fallen 23. September 1684). ein Sohn Chri-
stoph Leopolds Grafen von Thürhein
aus dessen erster Ehe mit Anna Iud i t
Grafin von Talburg. Zuerst Edelknab«
am Hofe Kaiser Leopolds I., ging er be
Ausbruch des Türkenkrieges 1683 al5 Volon-
tär zur Armee und diente als solcher im Gra'
Ttyrum'schen Dragoner - Regimente bei de
Belagerung von Ofen. Am 23. September
1684, bei einem Ausfalle der Türken, starb er,
erst 22 Jahre alt. an unzähligen Wunden
verblutend, den Heldentod. Er war der vierte
THürde im, der in der Campagne 1684 im
Kampfe gegen die Muselmänner siel. Sein
Porträt befindet sich im Schlöffe zu Wein
berg. — 12. Franz Joseph, siehe die beson
dere Lebensskizze sS. "86). — 13. Franz
Leopold (geb. 23. April 1624 auf Schloß
Ebelsberg. gest. zu Wien am 12. November
170U). Sohn Hans (Johann) Christophs
Freiherrn von Thürheim aus dessen Ebe
mit Anna Martha Freiin von Tauff«
kirchen. Nach dem Wortlaute des Neichs
grafendiploms äöo. 30. Ocwber 1666 begab
sich Franz Leopold „nach absoluirten stu-
6ii2 tain ^oliticis guani Mliäiois, Durch
reisung fremder Königreiche und Länder, auch
Erlernung derselben Sprachen und adeligen
Erercitien" 1649 an Kaiser Ferdinands I I I .
Hof und wurde sowohl dieses Monarchen als
König Ferdinands IV. Kämmerer und
Oberst «Mundschenk, nach deren Tode aber
Kaiser Leopolds I. Kämmerer, niederöster'
reichischer Regimmtsrath und später wirklicher
geheimer Rath. Am Hofe deS letztgenannten
Monarchen befand er sich unter jenen Cava-
lieren, welche den Festlichkeiten, als Carous-
sels, Maskeraden u. s. w.. beiwohnten, die
theils in der kaiserlichen Hofburg zu Wien.
theils auf dem Lustschlosse der Favoritta (heu<
tigem Tberesianum) anläßlich der Vermälung
des Kaisers, sowie während der Anwesenheit
des russischen Czaren Peter des Großen ver<
anstaltei wurden. In dem zur Feier der Ver»
malung des Kaisers mit seiner ersten Ge<
malin, der spanischen Infantin Margar i ta
Therese. im Fasching 1667 auf dem Burg» platz abgehaltenen Caroussel, Roßballet ge«
nannt, in welchem mehr als fünfzig Herren
in bunten Aufzügen die vier Elemente dar«
stellten, befand sich Graf Franz Leopold
Thürheim in dem von dem berühmten
Kriegshelden Grafen Raimund Monte«
cucco l i geführten Zuge, der zuerst ein«
ritt und das Feuer darstellte. Diese Herren,
roth gekleidet, mit Phöniren auf der Brust,'
auf Pferden, an deren Geschirr die Quasten
und Fransen Feuerflammen bildeten, umgaben
einen zerklüfteten Fels, auf dessen Spitze ein.
Vulcan stand, und in dessen Inneren Kyklopen
arbeiteten. Am 30.Dctober 1666 wurde Franz
Leopold mit seinen drei Brüdern Leopold,
Christoph Leopold und Phi l ipp Jacob
in den Reichsgrafenstand des römisch-deutschen
Reickes erhoben und mittels kaiserlichen Di-
ploms äcio. Wien 14. April 1683 sammt
seinen Erben beiderlei Geschlechtes in den
Herrenstand des Königreichs Böhmen nebst
incorporirten Ländern aufgenommen. Er hatte
sich zweimal vermalt, und zwar 1662 mit
Francigsl! 5usanna Gräsin von Brandis und
1682 mit Johanna Eleonora 5wiljow ron
5uichcw5ku und Visenberss, 5ßala und Rcili^
gewesener Hofdame der Kaiserin Eleonora.
Seine zweite Gemalin, welche ihn überlebte,
starb am 12. August 1718. Aus seiner ersten
Ebe stammten drei Söhne; aus der zweiten
vier Söhne und vier Töchter, von welch
Letzteren Mar ia Ka tha r ina 1711 dem
Grafen Joseph Karl von Hal lwei l oder
Hal lwy l aus dem bekannten Berner Ge»
schlechte angetraut wurde. Die Porträte F ranz
Leopolds und seiner ersten Gemalin befinden
sich im Schlosse zu Weinberg, ^/mäo/. ?rooer.
ölkiitis. Xr. 32. Vo. I I , S. 219. — Zedler,
Bd. XKII I , S. 1847. — Hohenegg. Ioh.
Adam Georg Freiherr, Bd. I I , S. 639—662.)
— 14. Franz Ludwig, siehe die besondere
Lebensskizze sS. 288). — 13. Franz Phi l ipp
Gottlieb (geb. nach dem Tode seines Vaters
am 21. April 1673, gest. zu Linz 1748), ein
Sohn Phi l ipp Iacobs Grafen von Thür»
heim aus dessen Kde mit Mar ia Magda»
lena Martha Gräsin von Salburg, erbte
uon seinem Vater die Herrschaften St. Pan<
taleon und Steinbach, die er später verkaufte,
wogegen er 1717 das Schloß Lerchenthal bei
Ennß und 1719 den in nächster Nähe ge-
legenen Freisitz Forstberg durch Kauf an sich
brachte. Er erhielt die k. k. Kämmererwürde,
fungirte anfangs als ständischer Ausschuß,
später als Raitrath und 1722 als Verordneter
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Terlago-Thürmer, Band 44
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Terlago-Thürmer
- Band
- 44
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1882
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 360
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon