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Chürheim (Wappen) 284 Thürheim, Christoph Wilhelm
fünfzehnten Jahrhunderte (1462) für die Herzo-
gin Mathi lde oon Oesterreich (gest. 1482 als
Gemalin Herzog Alberto VI.) in 148 sieben«
füßigen Strophen alle berühmten Minnesänger
und ihre Werke anfüdrt. Die 102. Strophe
handelt von Ulrich Thürdei m. Endlich sind
die Veurkundungm der beiden im dreizehnten
Jahrhunderte lebenden Il lr iäie von Thür»
heim auch in I>r. Naiser's bereits unter
den Duellen genannten „Denkwürdigkeiten",
Abtheilung I, S. 39 und 4U, mitgetheilt. —
^9. Ein dritter Ulrich von Thürheim
lulle» kommt hundert Iadre später (1340)
in einer Urkunde als Zeuge vor als Konrad
A ersinge r's Tochtermann zu Friedberg, und
abermals in einer an das Kloster Nieder«
schönefeld ausgestellten Verkaufsurkunde vom
Jahre 1346. — 40. Ulrich IV., ein Sohn
Eberhards I. von Tdürheim aus dessen
Ehe mit einer Cdlen von Stötzingen, war
Arzt, ein gelehrter Wann und berühmter Nei>
sender seiner Zeit zwischen 1430 und 146l).
In den „LxcerMä Xicolai Naiu2x.ui-Fi
<!sl8ioI>oIitHni 6s6N62.Io^ici5, Huoi-uiu. sunt
Ildri «^uatuoi- a^uä Doctorem »7oÄNN6iQ
(lostiliuni ViennHs^ im sechzehnten Jahr«
Hunderte finden wir Ulrich Thürhei m er«
wähnt als: „I^'I i-ieuin, Doctoi-Lin mocii-
<,-in^ o, virum literis kr xietHte z>ra.o2ta.n-
tisLiinuin, sr <^ni niultoruiu viäera,t, urdss,
t«tum 8eptemti'ioueni 6t Orient^m. ^or-
vH^atuH". — 41. Veit Christoph, ein
Sohn Moriz Heinrich von Tdürbeim's
aus dessen erster Ehe mit Margaretha
Marschall von Pappenheim, trat sebr
jung in kaiserliche Kriegsdienste und fiel bald
darauf im Feldzuge 1596 in einem Gefechte
gegen die Türken.
I I I . Wappen. Quadrirt. mit einem schwarzen
Mittelschild, der das eigentliche Stamm«
Wappen und mit einer Dornenkrone gekrönt
ist; in demselben erscheint eine silberne Burg
(Portal) von drei über einander stehenden
Abtheilungen, welche zusammen zehn Fenster
haben (2, 4. 4); in der Mitte der untersten
Abtheilung ist ein mit schwarz ausgefugten
Quadern umgebenes rundes Thor sichtbar.
Die umgebenden vier Felder sind i : in
Silber in den beiden Unterecken des Feldes
je ein schwarzes Quaderstück, über welchen
beiden ein drittes liegt; 2 und 3: in Roth
drei schcägerechts gelegte silberne Rosen; 4: in
Schwarz ein nach rechts aufspringendes sil.
bernes Einhorn. (Nußdorff). Auf dem Schilde ruht die Grafenkrone, auf welcher vier ge-
krönte Helme sich erheben, deren zweiter mit
einer Dornenkrone gekrönt ist. Der erste
Helm trägt vor einem offenen silbernen
Adlerflug die drei Quaderstücke des ersten
Feldes; auf dem zweiten erscheint dinter der
Dornenkrone deruorgebend eine aufrecht ge^
stellte schwarze Standarie, deren nach ein-,
wärtö wehende Fahne mit der Burg des
Mittelschildes belegt ist (zum Stanuuwappen);
aus dem dritten Helm wachst einwärts sehend
das Einhorn des vierten Feldes hervor
(Nußdorff); und der vierte Helm trägt einen
offenen rothen. Adlersfiug, der beiderseits mit
drei silbernen Rosen unter einander belegt ist.
Die Felder 1, 2 und 3 mit dem schwarzen
Quaderstück und den in Noth liegenden sil-
bernen Rosen kommen von der Mutter der
Anna Martha Freiin von Thürheim ge-
borenen Freiin von Tau ffkirchen Mar ia
Elisabetha, welche der letzte Sprößling
des uralten Geschlechtes der Herren von
Schwarzenstein, Herren in Katzenberg
war. — >Die Helmdecken sind durchgehends
rechts schwarz, links roth. sämmtlich mit
Silber unterlegt.
Thürheim, Christoph Wilhelm (der
Jüngere) Graf (Staatsmann, geb.
zu Linz am 3. Jänner 1?3l, gest. da-
selbst am 29. Juli 1809). Der erst-
geborene Sohn des Grafen Johann
Wilhelm aus dessen Ehe mit Maria
Albertine Gräfin von Sprinzen-
stein. Frühzeitig dem Staatsdienste sich
widmend, wurde er, mit der Würde eines
k. k. Kämmerers bekleidet, Regierungsrath
in Oberösterreich, 1763, erst 32 Jahre
alt, Landeshauptmann daselbst und kurz
darauf wirklicher geheimer Rath. In letz'
terer Eigenschaft 1779 als bevollmach-
tigter kaiserlicher Commissär zur Ueber-
nahme des Innviertels beordert, traf er
zu diesem Zwecke am 28. Mai Mittags
mit seinem Gefolge in vier Wagen zu
Braunau ein, wo Abends auch die stän»
dischen Ausschüsse des Prälaten-, Herren-
und Ritterstandes ob der Gnns, sowie
der land es fürstlichen Städte erschienen.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Terlago-Thürmer, Band 44
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Terlago-Thürmer
- Band
- 44
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1882
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 360
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon