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) Franz Joseph 288 Thürheim^ Franz Ludwig
Mitte November 1780 hatte Thürheim
in Angelegenheiten seines Regiments
eine Audienz bei der Kaiserin, die ihn,
wie er seinem Bruder mittheilt, voll
Gnade und unendlicher Güte empsing.
Beim Abschiede sagte Maria Theresia
im Vorgefühle ihres nahen Endes — sie
starb zwei Wochen danach (29. Novem-
ber 1780) — „Behüte Ihn Gott! Ich
werbe es nicht mehr hier lange machen,
mir ist auf der Welt Alles zu enge". An-
läßlich ihres Todes schrieb Thür he im
an seinen Bruder: ^nün Nils n.'65t
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Zm Juli 1784 wurde Thürheim Ge^
neralmajor und erhielt eine Infanterie-
brigade mit sechs Bataillons in Olmütz.
Im Feldzuge 1788 gegen die Türken
stand er als Generalquartiermeifter beim
(5orps des Prinzen C o b u r g in der
Bukowina und in der Moldau. Da seine
Gesundheit während dieses Krieges sehr
gelitten, trat er nach Schluß desselben
aus der Activität. Im Jahre 1769 zu
Mergentheim mit Ritterschlag in den
hohen deutschen Ritterorden aufgenom-
men, wurde er 1784 Comthur zu Oet-
tingen Ballei Franken. Kaiser Joseph
hatte eigens den Reichskanzler Fürsten
Colloredo beauftragt, den Grafen,
dessen Verdienste er kenne, dem Groß»
Comthur jener Ballei einer besonderen
Berücksichtigung bei Verleihung der Com» manderie zu empfehlen. Später fungirte
Thürheim in Freudenthal als Vice statt-
Halter der Hoch- und Deutsch'meisterischen
Herrschaften in Mähren und Schlesien.
Auch versah er durch längere Zei Oberst-
hofmeisterdienste bei dem Hoch- und
Deutschmeister Erzherzog Anton. Er
starb im hohen Alter von 84 Jahren.
Die interessanten Einzelheiten in vor-
stehender Lebensskizze sind den eigenhän-
digen, in französischer Sprache geschrie-
genen Briefen des Grafen an seinen
älteren Bruder Christoph Wi lhelm
entnommen.
Gräffer (Nud,). Geschichte drr kaiserlichen
Regimenter sWien, «".) Bd. I, S. 22 u. 403.
Thürheim, Franz Ludwig Graf (k. k.
Feld marsch al l , geb. am 27. Juni
1710, gest. zu Wien am 10. Juni
17821, Sohn des Feldmarschalls Franz
Sebastian Grafen von Thürheim
aus dessen Ehe mit Maria Mari-
miliana Rebecca Gräfin von Sal-
burg, trat nack seines Vaters Tode
17W, erst sechzehn Jahre alt, in das
kaiserliche Heer. <73l bereits Rittmeister
im damaligen Zollern'schen Kürassier-
Regimente, diente er später bei der In-
fanterie und that sich als Grenadier»
Hauptiuaun in der Schlacht bei Parma
am 29. Juni 1734 so hervor, daß er in
der Relation unter den Ausgezeichneten
namentlich erwähnt wird. Zum Oberst«
Wachtmeister befördert, übernahm er das
Commando der in Italien stationirten
Abtheilungen seines Regiments (Franz
Wenzel Wallis, jetzt Nr. 39). Nachdem
er mit diesen (einem Bataillon und einer
Grenadier-Compagnie) den Feldzug 4733
in Oberitalien mitgemacht hatte, rückte er
im Juli 1736 zu seinem in Siebenbürgen
stehenden Regimente ein, in welchem er
bald darauf zum Oberstlieutenant auf-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Terlago-Thürmer, Band 44
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Terlago-Thürmer
- Band
- 44
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1882
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 360
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon