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Thürheim, Johann Wilhelm 294 Thürheim^ Johann Wilhelm
1732), welcher der Urgroßvater der gegen-
wärtigen Grafen Revertera ist ssehe
dieses Lexikon, Bd. XXV, S. 383 u. 386 j^.
Franz Sebastian besaß das seinem
Sohne Franz Ludwig hinterlassene
alte Thürheim'sche Ritterlehngut
Bibrachzell mit Ober- und Nieder-
Reichenbach in Schwaben.
Nrneth (Alfred Ritter). Leben Guido Star-
hemberg's (Wien I8ö3, Karl Gerold und
Sohn, qr. 8°.) S. i39. — Kurz (Franz).
Geschichte der oberösterreichischen Landwehr
(Linz isl t) S. 99—i0i. — Pi l lwein 'Z
Geschichte und Geographie >Dberösterreich3.
IV. Theil. Innkreis. S. 33. — Pritz. Ge-
schichte Oberösterreiä'S (3inz ^847) I I . Theil.
S. 468 und 469. — Graff er. Geschichte der
kaiserlichen Regimenter. I. Theil, S. 120. —
Geschichte des 28. Infanterie< Regiments
Feldzeugmeister Ludwig Ritter von Benedek
(Wien 5878) S. l, 5, 4. i5, 289. 290. 291
und 293. — Feßler (Igna; Aurelius). Ge-
schichte der Ungarn (8°.) X. Theil (1850).
S. 32 und 33. — Or ig ina l -D ip lom der
ungarischen Indigenatsverleibung cic!c>. 6. 2ep-
tembcr 17^2 für Feldmarschall Franz Se-
bastian Grafen von Thürheim.
Thürhcilll, Johann Wilhelm Graf
(Präsident der Landschaft in Ober-
österreich, geb. zu Linz am 3. August
1692, gest. zu Weinberg am 23. April
1749), ein Sohn Christoph Wil-
Helms Grafen von Thürheim aus
deffen Ehe mit Maria Francisca,
Michaela Gräsin Kuefstein, trat,
nachdem er seine Studien auf der Uni-
versität Löwen (Louvain im heutigen
Belgien) vollendet hatte, in den Staats»
dienst, in welchem er bald kaiserlicher
Rath und Landrath, später auch Ausschuß
und Raitrath in Oberösterreich wurde.
Als Volontär ging er 1717 in den Feld-
zug gegen die Türken und wohnte der
Belagerung und Schlacht von Belgrad
bei. 1718 aus dem Kriege heimgekehrt,
präsidirte er bei der Untersuchung und Einrichtung der landschaftlichen Admini-
stration des oberösterreichisch-ständischen
Vermögens. Im folgenden Jahre dem
in außerordentlicher Mission an die Pforte
abgehenden Feldzeugmeister Grafen V i r-
mont als Gesandtschaftscavalier bei-
gegeben, sah er sich nach seiner Rückkehr
aus der Türkei zum niederösterreichischen
Regimentsrath ernannt, bald auch zum
k. k. Kämmerer, in welcher Eigenschaft er
für einige Zeit der verwitweten Kaiserin
Amalia zur Dienstleistung zugetheilt
wurde. Nach dem Tode seines Vaters kam
er 1738 in den Besitz der Herrschast
Weinberg. Später zum Präsidenten der
Landschaft in Oberösterreich erhoben, er-
hielt er von Kaiser Karl VI. die Würde
eines wirklichen geheimen Rathes. In
seiner hohen Stellung überraschten ihn
wichtige Ereignisse, welche sein Herz mit?
Bitterniß erfüllten: zunächst das Hin-
scheiden seines ihm
stets
gnädigen Kaisers-
Karl VI. im Jahre 1740, dann 1741
der Einfall der bayrisch-französischen
Armee in Obecösterreich, die feindlicke
Occupation dieses Landes und die er-
zwungene Huldigung des Kurfürsten
Karl Albert. Da letztere Ereignisse
von den Geschichtsschreibern nicht genau
berichtet werden, folgt hier eine Darstel»
lung nach authentischen Angaben. Am
1l. September letztgenannten Jahres,
hatten sich die bayrischen Truppen aus
dem Lager bei Schärding nach Linz in
Marsch gesetzt, wo sie mit dem zu Donau-
wörth eingeschifften französischen Hilfs-
corps des Generallieutenants Grafen
Sägur sich vereinigten. Den erhaltenen
Befehlen gemäß zog sich der Comman»
dant der in Oberösterreich befindlichen
Truppen Feldmarfchall» Lieutenant Graf
Palffy mit diesen vor den anrückenden
übermächtigen feindlichen Heeresschaaren
zurück. Angst und Schrecken verbreiteten
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Terlago-Thürmer, Band 44
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Terlago-Thürmer
- Band
- 44
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1882
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 360
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon