Seite - 305 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Terlago-Thürmer, Band 44
Bild der Seite - 305 -
Text der Seite - 305 -
ThücheiM) Ludwig Egbert ThürheiM) Maria A„ua
welches er noch zur Stunde nicht nur in
gutem, sondern auch in dem altherkömm
lichen Stande in eifriger Sorge zu er
halten sucht. Zu diesem Zwecke ließ er
die bereits schadhaft gewordenen äußeren
Ringgrabenmauern, sowie die Schloß
brücke neu aufführen und die seit mehreren
Jahren eingegangenen zwei Zug- oder
Aufziehbrücken in ihrer vormaligen Art
wieder herstellen. Ueberdies ordnete er
persönlich die Aufstellung der Rüstkammer
an, welche eine Unzahl breiter Schwerter,
Helme, Brustkürafse, Spieße, Morgen-
sterne aus der Zeit des Bauernkrieges,
vier große Kanonen aus dem siebzehnten
Jahrhunderte und sehr viele Familien-
andenken enthält. Er legte ferner reich-
haltige Sammlungen von arabischen,
persischen, indischen und japanesischen
Waffen, Costümen, Münzen, Schilden
u. f. w. an, die er von seinen orienta-
lischen Reisen mitgebracht', desgleichen
von Iagdtrophäen, als ausgestopfte
Büffel, Nilpferde, .Leoparden, Hyänen,
Scbakale. Antilopen, Affen u. s. w., die
er alle persönlich erlegt hat. Er ließ
die Thürme der Schlösser Weinberg und
Schwertberg mit Kupfer decken und er-
warb sich ein besonderes Verdienst um
die Ruine Dornach, den einstigen Besch
der ausgestorbenen Herren (späteren
Grafen) von Vol kra, indem er den das
Land und die Gegend hochüberragenden
Thurm decken ließ und hiedurch vor gänz-
lichem Verfalle rettete.- Anläßlich der
Vermälungsfeier des Kronprinzen Ru-
do-lphGlnit der Prinzessin Stephanie
von Belgien im Jahre 1881 widmete
Graf Ludwig Egbert ein Capital von
200 fi., dessen Interessen alljährlich am
lt). Mai, als dem Vermälungstage des
Kronprinzen, an einen altgedienten, durch
tadellose Conouite sich auszeichnenden
Soldaten des Infanterie-Regiments
v. Wurzbach. biogr. Lexikon Kronprinz Rudolvh Nr. 49 zu verab-
folgen sind. '
Frankfurter Conoersationsblatt (4°.)
1858, Nr. 277. S. 992. — Didastal ia
(Frankfurt, 4".) 48ö8, Nr. 273.— Mil i tär«
Zeitung. Herausgegeben von I . Hirten«
feld (Wien. 4<>.) 4858, S. 614. — Oefter«
reichisch < ungarische Wehrzei tung.
V. Jahrg. (l88i). Nr. 38.
Thi'lrheim, Maria Anna Grafin (Hu«
manistin, geb. zu Innsbruck am
10. November 1743, gest. zu Linz am
11. October 1798), zweite Gemalin
Christoph Wilhelms Grafen von
Thürheim und Tochter Alexanders
Grafen von Künigl aus dessen Ehe
mit Antonia geborenen Gräfin von
Trautsöhn. Fromm und religiös im
Elternhause erzogen, vermalte sie sich am
4. Juli 1763 mit dem k. k. Kämmerer
und Obersten Grafen Caspar von Mi-
gazzi, der aber schon am 13. Juni
1770 starb. Am 28. Juli 1771 gab sie
ihre Hand dem k< k. geheimen Rathe und
Landeshauptmann von Oberösterreich
Christoph Wilhelm Grafen von
T h ü rhei m. Ihre Ehe war ein Muster
seelischer Eintracht, Liebe um Liebe.
Mit Klugheit und Genauigkeit besorgte
Maria Anna die ökonomischen Ange-
legenheiten des durch die amtliche Stel-
lung ihres Gemals ersten Hauses in Linz,
in welchem Fremde und Ginheimische
immer mit gleicher Achtung und Freund-
lichkeit empfangen wurden. Sie hielt ein
geordnetes Hauswesen für die echte
Sphäre weiblicher Wirksamkeit, deshalb
dünkte ihr kein dahin einschlagendes Ge»
schäft zu gering. Die Küche ordnete sie
täglich, auch in ihrer Krankheit, ja noch
an ihrem Todestage an. Ungeachtet ihrer
schwächlichen Gesundheit und ihrer vielen
körperlichen Leiden war sie die Seele und
Leiterin ihres großen Hauswesens, kein,
j0. Jänner 4882.) 20
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Terlago-Thürmer, Band 44
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Terlago-Thürmer
- Band
- 44
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1882
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 360
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon