Seite - 133 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Toffoli-Traubenburg, Band 46
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Topperher, Paul t33 Coppertzer, Samuel
er nach einiger Zeit zu sich kam und sich!
kampffähig fühlte, schloß er sich wieder >
den Stürmenden an und drang in die!
bereits von den Unseren genommene ^
Stadt. Für sein ausgezeichnetes Ver»'
halten im Sturme wurde er zum Feld-!
webel befördert. In dieser Charge diente!
er volle eilf'Jahre. Daß er über solch z
langsames Avancement wenig befriedigt!
war, erklärt sich wohl von selbst, und die !
Gelegenheit eines dienstlichen Comman- !
dos nach Wien im Jahre 1772 benutzend,
stellte er sich der Kaiserin vor und klagte
ihr seine unverdiente Zurücksetzung. Hach- !
dem dieselbe von seiner tadellosen Con- !
duite Kenntniß erhalten hatte, rückte er ^
zum Lieutenant auf. Als nach Ausbruch,
des bayrischen Erbfolgekrieges 1778,
Friedrich I I . feindselig gegen Oester-!
reich auftrat, kämpfte Topperher bei!
Vise und Neustadt! in Schlesien, sowie!
in dem Türkenkriege 1788 bei Berbir mit!
Auszeichnung. Noch machte er die ersten
drei Feldzüge des französischen Revolu»
tionskrieges mit und that sich in den i
blutigen Gefechten bei Maubeuge und!
Marchienne au Pont hervor. Zwei schöne >
Waffenthaten vollführte er im Feldzuge ^
des Jahres 1793 bei Goslik (Gösselin) !
und Charleroi. Ersteren Ort hielten die!
Franzosen besetzt. Mit einer Abtheilung!
von 300 Mann unternahm Toppertzer^
den Angriff und vertrieb nach einem >
hartnäckigen Gefechte den Feind aus ^
jener Position. Nun galt es, auch Char-!
leroi, dessen Besitz für die Unseren ob ^
der weiteren Operationen von großerWich»!
tigkeit war, den Franzosen zu entreißen. ^
Toppertzer unternahm das Wagstück!
und zwang dieselben nach einem blutigen
Angriffe zum Rückzug. I n Würdigung
seiner Tapferkeit wurde er zum wirk-
lichen Hauptmanne im Fürst Anton
Eszterh.'izy-Infanterie-Regimente Nr. 34 befördert und noch im nämlichen Jahre
von Kaiser Franz I. in den österreichi^
schen Adelstand mit dem Prädicate von
Todte nfeld erhoben. Im Feldzuge
1796 stand sein Regiment vor Mann-
heim. Bei dem Kampfe mit den Fran-
zosen, die alle Anstrengungen machten,
diese Stadt zu nehmen, wurde er von
einer Haubitze getroffen, welche ihm den
rechten Fuß zerschmetterte. Eine Ampu-
tation, die sein Leben retten konnte, ließ
er nicht vornehmen, weil er sein Dasein
nicht als Krüppel und Invalide thaten-
los fristen wollte, und so erlag er nach
einigen Tagen seiner Verwundung, seine
Gattin mit zwei Töchtern und einem
Sohne in Preßburg zurücklassend. Top-
pertzer wurde in Heidelberg begraben.
Melder (Jacob). Biographien berühmter Zivser
(Kaschau ^l8I2^. Ellinger, 8°.) 2. l49—i33,
Toftpertzer, Samuel (evangelischer
T h e o l o g, geb. zu Leutschau
13. August 1770, gest. zu Wallen-
dorf 14. Juli 1813). Den ersten Un-
terricht erhielt er von seinem Vater, dem
gediegenen Schulmanne Johann Top'
pertzer ss. d. S. 13l^. Die ersteHuma-
nitätsclaffe besuchte er zu Säros-Patak,
vornehmlich um die ungarische Spracbe
zu erlernen. Von dort kam er nach zwei
Jahren nach Oedenburg, und 1791 bezog
er die Hochschule in Jena, an welcher
aucb sein Vater studirt hatte. Sechs Se-
mester hörte er daselbst die Vorlesungen
von Döderlein, Griesbach, Pau»
l u s und Wilhelm Schmidt. I n seine
Heimat zurückgekehrt, nahm er nach
einiger Zeit eine Erzieherstelle im Hause
des Barons Ladislaus Pro nah an,
welche er zwei Jahre versah. 1796 be-
riefen ihn die Leutschauer als dritten
Professor an ihre Schule, und zwar
vornehmlich zu dem Zwecke, damit er
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Toffoli-Traubenburg, Band 46
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Toffoli-Traubenburg
- Band
- 46
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1882
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 330
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon