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Toppertzer. Johann Ludwig 436 Copertzer (Rittmeister)
3. 57 228, 214, 276. 388, 325. 37». 741;
Bd. I l , 2. l43. :w2, 414. — Allgemeine
Zeitung < Augsburg, Eotta, 4".) 18<><),Nr. 148.
3. 24t!6.) — 2. Johann Ludwig Top«
pertzer war in den Fünfziger-Jahren evan-
gelisch-lutherischer Pfarrer ^u Veutschau und
wurde an die Stelle des 1854 verstorbenen
Sainuel Reiß zum Aonnnistrator der Theißer
Zuperiniendenz ernannt. AIs auf Sr. kaiscr-
licken Hodeit des Erzherzogs Albrecht, da-
maligen Eivil- und Militärgouverncurs in
Ungarn, vom 11. Juli 1854 daiirte Kund»
lnachung. welche den Evangelischen verhieß,
daß dieselben zum Zwecke einer definitiven
Regelung ihrer Angelegenheiten noch im Laufe
gedachten Jahres gehört werden sollten, uon
allen Teilen um eine einheitliche Kirchen«
Verfassung gebeten ward, berief das Cultus»
und Unterrichtsministerium am 14 April 1855
eine Anzahl Vertrauensmänner für den 17. Mai
1855 zur vorläufigen Berathung nach Wien,
und unter diesen Vertrauensmännern befand
sich auch Johann Ludwig Topperher.
Äm das kaiserliche Protestantenpatent für
Ungarn, clä». i. September 1859, wurde zu
Käsmark im Theißer Districr vom 27. bis
2ll. September 1859 der erste evangelisch-
lutherische Tuperintendeniial - Konvent unters
dem Vorsiftc Toppcrft er's abgedalten. Dieser!
^'vnvein trat zunächst und am ausführlichsten
mit einer Kritik d^s Patentes dervor und ver-
langie in einer an den Baiser gerichteten
Adresse: 3e, Majestät möge dem bereits be«
gonnenrn Vollzüge des Patentrs Eindalt wun;
die Kirchen in ibren vor dem Jadre 184«
innegehabten gesetzlichen Stand zurückversetzen;
nach vorangegangener Erwählung der fehlen-
den geistlichen Würdenträger die Abhaltung
einer Synode gestatten und als die Haupt-
aufgabe derselben die Begründung und Aus-
arbeitung der Kirchenuerfassung auf Grund
und Revision der September-Erlässe bezeichnen.
Der Käsmarker Konvent zog einen Proceß
gegen drei seiner Mitglieder nach sich, und als
die Verbreitung des Protokolls der Konvents»
Verhandlungen stattgefunden, erhob die Staats'
anwaltschaft zu Kaschau eine Anklage auf
Störung der öffentlichen Ruhe. Der Vor»
sitzende des Konventes, Superintendenz-Aomi«
nisirator Top perl? ei.- mußte sich aber in
Folge dessen vor dem k. k. Landgerichte zu
Kaschau am 3«. November 1659 verantworten.
Die österreichische Presse sowohl als auch die
verbreiteisten Zeitungen Deutschlands tadelten
das gan;e Verfahren des ssonvents und sprachen sich dabin aus, daß über Beschlüsse, wie sie in
Käsmark gefaßt worden seien, sich nur die
Gegner der evangelischen Kirche freuen könnten.
Alles ermähnte zu ernstlicher Vorsicht angesichts
solcher Vorgänge, „damit nicht der Iesuitis-
inus auch dort ernte, wo man für ihn nicht
gesäet habe". Es kann hier in ein Detail über
die traurigen Zustände, welche damals in der
evangelischen Kirche Ungarns herrschten, nickt
näher eingegangen und dieserhalb nur auf
das in den Quellen bezeichnete Werk von
Borbies hingewiesen werden. Die Regierung
selbst ließ nichts vorübergeben, wodurch sie
die Organisirung der evangelischen Kirche in
Ungarn nach den September-Gesetzen beför-
dern konnte, und neben anderen Maßregeln,
welche sie ergriff, sei nur erwähnt, daß Top'
pertzer, damals Administrator der Vperieser
Superintendenz, und zugleich sein College
Ios. K o m a ro m y, Administrator der Pestber
Superintendmz, schon Anfangs April idrer
Stellen enthoben wurden. ^B'orbies lIo-
kannes). Die evangelisch-lutherische Kirche
Ungarns in ihrer geschichtlichen Entwickelung
nebst einem Andange über d!e Geschichte der
protestantischen Kirchen in den deutsch«sla-
vischen Ländern und in Siebenbürgen. Von
mit einer Vorrede von Dr. tln^ol. Chr.
Ernst Luthardt (Nördlingen 1861. E. G
Beck, gr 8".) T. Löl». 274, ^12—:;i4. 35:^
— 3. Ein Jul ius uon Toppertzer lebte
zu Anfang der Sechziger-Iabre als Maler in
Nien und beschickte die December-Ausstellung
1862 des österreichischen Kunstuereins mit
einem „Studienkopf" (Mi st.). Weitere Nach-
richten über diesen Künstler liegen nicht vor.
— 4. Ferner gedenkt Karl Goedeke in
seinem „Grundriß zur Geschichte der deutschen
Dichtung aus den Quellen" (Dresden 1877,
Edlermann. 8") Bo. I I I , S. 995 Nr. 1041
etnes Thomas Topp er her. von welchem
ein Vändchcn „Epigramme" (Wien 1822, 12".)
erschienen ist. — ö. Schließlich sei nocl» der
Rittmeister Topertzer des 3. Huszaren»
Regiments erwähnt, der sich am 18, October
1805 bei Casalvecchio an der Ecsch durch se-ine
Bravour besonders ausgezeichnet hat. ^Tb ür«
heim (Andreas Graf). Gedenkblätter aus
der Kriegsgeschichte der k. k. österreichisch'
ungarischen Armee (Wien und Teschen 1880,
Prochaska, Ler,-zo.) Ph n , ,Z. j ^ unter
Jahr 18U5. — Derselbe. Die Reiter-Regi-
menter der k. k. österreichischen Armee (Wien
18t)2. Geitler. gr, 8".) Vd, I I : „Die Husza-
ren". T, U1.)
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Toffoli-Traubenburg, Band 46
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Toffoli-Traubenburg
- Band
- 46
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1882
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 330
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon