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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Toffoli-Traubenburg, Band 46
Seite - 156 -
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Seite - 156 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Toffoli-Traubenburg, Band 46

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Torosowic) Nicolaus 136 Nicolalls Torofowicz siegreich bervor. und heim lich legte er in die Hände Melchisedech'ö den Eid. die Union mit Rom anzustreben, nieder. Nun aber erhielten die Armenier doch ^Nmde davon, und so begannen sie Streit idrem Bischöfe und um wirksamer gegen ihn intriguiren zu können, beschuldigten sie ihn daß er sich verschiedene Gegenstände aus dem ^irchmsäMe angeeignet habe. Um diese Zeit dielt sich in Lemberg Georg Wartabied, <'in Armenier aus Asien, auf, der mit Auf« träfen seines Patriarchen naci» Rom reisen sollte. Allem Anscheine nach auf voraus gegangene Abrede mit diesem Kirchenfürsten verband er sich alsbald mit den Gegnern des Bischofs. Alö idm von dem ahnungslosen Torosowicz, der ihn auf das gastlichste in sein« Residenz aufgenommen, gestattet wurde, an einem großen Festtage die Andacht zu halten, schleuderte er während derselben plötz» lich den Bannfluch auf den Bischof, als auf Einen, der dem Glauben seiner Väter ab trünnig geworden. Darauf schloß Warta- bied die Kirche ab und behielt die Schlüssel. Nun durfte Torosowicz als im Banne be> sindlich keine kirchliche Handlung eher vev richten, als bis ein Höherer als Jener, der den Bann über ihn gesprochen, denselben auf« hebe. Melchisedech, der sich nach Kamieniec zurückgezogen hatte, war daselbst schon ver- storben. Zum Patriarchen in Asien konnte Torosowicz, wie die Verhältnisse damals lagen, unmöglich reisen. So faßte er denn sofort den Entschluß, sich entschieden zur Union zu bekennen. Nachdem er sein Glaubensbekennt» niß in die Hände deö Lemberger Erzbischofs Proch nicki heimlich niedergelegt hatte, be» warb er sich um die Billigung des Königs, und dieser — damals S igmund I I I . — erließ das Privilegium ääo. 6. März 1629. auf Grundlage dessen der Lemberger Erz« bischof vom Magistrat die Abgabe der Kirchen« schlüssel und die Ausfolgung der Einkünfte ver- langte. Der Befehl des Königs, wenngleich nicht ohne Widerstand, ging in Erfüllung. Am <». Mai 1629 erfloß die königliche Ernennung des Torosowicz zum Lemberger armeni« schen Bischof, wozu mittlerweile die Gemeinde ihrerseits einm gewissen Gorycza Holu« bowiczow ausersehen hatte. Am 24. October l63<) legte Torosowicz zum dritten Male, und zwar jetzt öffentlich in der Kirche der barfüßigen Karmeliter in Lemberg. sein Glau« bmsbekenntniß ab und mit ihm, gleichsam im Namen dor armenischen Geistlichkeit, zwei aus« geweihte Meßpriester, ein Mönchdiakon und ein Kleriker. Dieses Bekenntniß nahmen dann in polnischer Sprache ein Provincial, ein Prior, sieben Weltpriester, zwei Jesuiten und drei Stadträthe, darunter ein Doctor der Rechte und ein Doctor der Medicin, entgegen. Darauf begab sich der Bischof auf die Reise nach Rom. um sein Glaubensbekenntniß auch in die Hände des h. Vaters niederzulegen. Papst Urban VI I I . empfing ihn voll Freude und ernannte ihn sofort zum Erzbischofe der Lemberger Diöcese, und von dieser Zeit datirt das Lemberger armenische Erzbisthum. Das Glaubensbekmntniß aber wurde auf päpst- lichen Befehl in den Acten der Propaganda unterm 28. März 1631 aufbewahrt. König Wladis law IV. ernannte nun Toroso» w icz zum königlichen Secretär. Dieser führte in Lemberg die Theatiner ein, welche den Unterricht der geistlichen Zöglinge zu leiten hatten, und bald stand das Institut der Mönche in so ausgezeichnetem Rufe, daß nicht blos armenische Capläne, sondern auch lateinische und russische in demselben herangebildet wurden, und sogar junge Edelleute um Aufnahme nachsuchten. Indessen sehte Torosowicz seine Bemühungen unablässig fort, er behielt nicht nur Lemberg und seine Diöcese im Auge, er zog auch den Osten — die Armenier in Asien — in den Vereich seiner Pläne. So bereitete er mit aller Umsicht eine Zusammenkunft mit dem Patriarchen Ph i l ipp vor, dessen Macht« Vollkommenheit sich über ganz Großannenien erstreckte. Von dem Könige, den Senatoren und dem Nuntius hatte er sich die Erlaubniß zu dieser Zusammenkunft erbeten, welche zu Astern 1633 stattfand. Er nahm von dein Patriarchen das Glaubensbekenntniß ab, und am 21. August d. I . überschickte er es dem Nuntius. Toro< sowicz begab sich öfter nach der ewigen Stadt. Als er im August 1667 dieselbe wieder besuchte, kam er mit einem besonderen Schreiben des Königs Johann Easimir an den Papst Clemens X. Dieser empfing ihn auf die huldvollste Weise und schmückte ihn mit dem eben damals für Vertheidiger der Kirche gegen die Ungläubigen gestifteten Orden Jesu und der h. Maria. Er ernannte ihn zum Assistenten und Prälaten des Palastes, später zum Proto« notar mit der vom 18. December 1674 datirten Vollmacht, zwölf Notare ernennen zu dürfen. Auch war Toro-so wicz der Schlüsselbewahrer des Cardinalcollegiums bei einer vorkommen« den Papstwahl und scheint dieses Recht schon beim Conclave, aus welchem Papst Cle«
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Toffoli-Traubenburg, Band 46
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Toffoli-Traubenburg
Band
46
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1882
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
330
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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