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Tascana, Alice 168 Tascana, Alice
in den Nachträgen: es sei ihm anonym
ein schriftlicher Widerspruch zugekommen,
daß es im Hause Oesterreich eineSecundo
genitur gebe. Nun aber melden die
Urkunden des .Kaisers Leopold I I . und
seines erstgeborenen Sohnes Franz vom
2t. Juli 1790 (abgedruckt in Mar iens
„Keoueil^ toin. VI, p. 280—282) aus
drücklich von einer Acte, worin Kaiser
Franz I. jene Secundogenitur angeord
net habe, von einer ^Ztadüitas a
us äesupkr littsris conüi-MHtg.
«.^ t'uit". Der damalige
Erzherzog, spatere Kaiser Franz nennt
daselbst jene Sanction^ „I^6F6m ii^ti-
tu.tg.e 86cunä.0^eniturH6". Uebrigens
begegnen wir bei mehreren Historikern
und Staatsrechtslehrern dieser Sanction
der Secundogenitur, so in Fr. Aug. Wilh.
Menck's „Entwurf der Geschichte der
österreicdischen und preußischen Staaten",
erste Abtheilung (Leipzig 1782, Weid-
mann, 4".) S. 204, der die Daten der
Secundogenitur Sanction Franz' I. und
der Renunciationsacte seines Sohnes
Joseph als erstgeborenen Prinzen, beide
datirt vom 14. Juli 1763 angibt; auch
Franz Ludw. Tim. Spi t t ler in seinem
„Entwürfe der Geschichte der europäischen
Staaten" (Berlin, Ausgabe vom Jahre
1823) preist im I I . Theile, S. 287 u. f.,
die genannte „feierliche Sanction"
Frans I. als „wohl die größte Wohl-
that, die wahrend seiner Regierung dem
Lande Toscana widerfahren sei".
Toscana. Alice Großherzogin
von Toücana (geb. 27. December 1849).
Eine Tochter des Herzogs Ferdinand
Karl I I I . von Parma (geb. 14. Jänner
1823, gest. 27. März 1834) und der Her- zogin Louise Mar ia Theresia von
Bourbon (geb. 2t. September 1819, gest.
1. Februar 1864), einer Tochter des am
14. Februar 1820 gestorbenen Kar l
Ferdinand von Artois, Herzogs von
Berry. Großherzogin Alice hatte F e r-
dinand I I . König beider Sicilien und
ihre Großmutter, die Herzogin von
Berry, zu Taufpathen, die Gräfin von
Chambord, Mar ia Theresia Erz-
herzogin von Oesterreich - Este (geb.
14. Juli 1817) zur Firmpathin. Im Alter
von dreizehn Jahren, 1862, empfing sie
zum ersten Male die h. Communion,
1863 die Firmung. Ihren Großvater,
den Herzog von Berry, wie ihren Vater,
den Herzog Karl I I I . , verlor sie durch
ruchlose Mörderhand. Durch die Revo>
lution kam ihr ältester, damals minder
jähriger Bruder Robert um den Thron
von Parma, auf welchem er seinem Vater,
dem Herzoge Ferdinand Kar l am
27. März 1834 unter Vormundschaft
seiner Mutter, der Herzogin 3o ui se ge-
folgt war. Im Juni 1839 wurde Parma
mitModena und Romagna zum Gouver-
nement Emilia, am 18. März 1860
letzteres mit Sardinien vereinigt. Prin-
zessin Alice ging nun mit ihrer Mutter
im Jahre 1839 in die Schweiz (Zürich)
ins Exil. Zur Bonne hatte sie eineFran»
zöfin, Madame Renaur, zur Gouver-
nante ein Fräulein Dodic i , dessen
Mutter zufälliger Weise Tredicini hieß.
Dann kam sie mit ihrer älteren Schwester,
der Prinzessin Margarethe, späteren
Gemalin des Infanten Kar l von Sva>
nien, in die Erziehungsanstalt 8aol-<5
<5ur zu Riedenburg bei Bregenz und
blieb daselbst bis zu ihrer Verlobung,
worauf sie zu ihrem Oheim, dem auf
Schloß Frohsdorf in der Nähe von
Wiener-Neustadt refidirenden Grafen von
Chambord sich begab. Nachdem
sie
hier
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Toffoli-Traubenburg, Band 46
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Toffoli-Traubenburg
- Band
- 46
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1882
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 330
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon