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Toscana, Auguste Ferdinande 171 Toscana, Auguste Ferdinande
an dem Tage, an welchem vor zwanzig
Jahren die hohe Frau als Neuvermälte,
in Jugend und Schönheit strahlend, an
der Seite des beglückten Gatten ihren
festlichen Einzug in München hielt. Der
Sectionsbefund hatte zu Ergebnissen ge>
führt, welche mit der Diagnose und dem
Heilverfahren der behandelnden Aerzte
in grellem Widersprüche standen. Als
Hauptleiden der Prinzessin wurde von
denselben die Lungentuberkulose betrach»
tet, dagegen einem vorhandenen Leber»
leiden eine nur nebensächliche Bedeutung
beigelegt. Die Prinzessin, welche sich
nicht entschließen konnte, von ihrer Fa»
milie zu einem längeren Aufenthalte in
Aegypten sich zu trennen, unterwarf sich
acht Jahre lang der zweiten ärztlichen
Alternative, wonach sie drei Viertheile
des Jahres die stets in gleicher Tem-
peratur erhaltenen Räume ihres Palais
nicht verlassen durfte. Nun ergab aber
die Section das Resultat, daß die Prin-
zessin nicht an Lungentuberkulose, son-
dern an einem veralteten Leberleiden und
an einer vernachlässigten Bronchitis ge-
storben sei, während sich gerade die
Lunge als der verhältnißmäßig gesundeste
Theil erwies. I n der bei ihrer feierlichen
Bestattung gehaltenen Trauerrede wurde
insbesondere ihre Herzensgüte und Reli»
giosität gerühmt, sowie ihre Charitas
gegen die Armen, welche in ihr eine Pa-
tronin und Mutter verehrten. In einem
an den Herausgeber dieses Lexikons ge-
richteten Privatschreiben eines mit solchen
Verhältnissen vertrauten Freundes steht
es aber wörtlich: von der Prinzessin
Auguste, Gemalin des Prinzen Luit-
pold sagt man nur wiederholt: sie sei
für den Thron geboren und ein Engel
in jeder Beziehung gewesen. Ihr Lob
wurde in Toscana und wird in Bayern
gesungen. Aus ihrer Ehe mit dem Prinzen Luitpold stammen drei Söhne und
eine Tochter: Ludwig, Leopold, Ar»
nulph und Therese. Prinz Ludwig
(geb. zu München 7. Jänner 1843) ist
königlich bayrischer Generallieutenant, In»
Haber des königlich bayrischen 40. Infan.
terie-Regiments und des k. k. österreichi'
schen Infanterie.Regiments Nr. 62 und
Ritter des Ordens vom goldenen Vließe.
Er vermalte sich zu Wien am 20. Fe-
bruar 4868 mit Erzherzogin Maria
Theresia von Oesterreich-Este (geb.
2. Juli 1849). Aus dieser Ehe stammen:
Prinz Rupprecht (geb. zu München
48. Mai 4869), Prinzessin Adelgunde
(geb. zu München 17. October 4870),
Prinzessin Maria (geb. auf Villa Amsee
bei Lindau 6. Juli 4872), Prinz Kar l
(geb. ebendaselbst am 4. April 4874),
Prinz Franz Maria Luitpold (geb.
auf Schloß Leutstetten 40. October 4873),
Prinzessin Mathilde (geb. auf Villa
Amsee 47. August 4877), Prinz Wolf»
gang Maria Leopold (geb. eben«
daselbst 2. Juli 4879) und Prinzessin
Hildegarde Maria Christina The-
resia (geb. zu München 3. März 1881).
— Prinz Leopold (geb. zu München
9. Februar 4846) ist königlich bayrischer
General'Lieutenant und Commandeur der
4. Division, Inhaber des königlich bay-
rischen 7. Infanterie-Regiments und des
österreichischen Temesv^rer Artillerie-Re-
giments Nr. 43 und Nitter des Ordens
vom goldenen Vließe. Er vermalte sich
am 20. April 4873 zu Wien mit Prin-
zessin Gisela, Erzherzogin von Oester-
reich lgeb. 12. Juli 4836), Tochter des
Kaisers Franz Joseph I. und der
Kaiserin Elisabeth. Aus dieser Ehe
stammen Prinzessin Elisabeth (geb. zu
München 8. Jänner 4874), Prinzessin
Auguste (geb. zu München 28. April
4873), und Prinz Georg Franz
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Toffoli-Traubenburg, Band 46
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Toffoli-Traubenburg
- Band
- 46
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1882
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 330
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon