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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Toffoli-Traubenburg, Band 46
Seite - 174 -
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Seite - 174 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Toffoli-Traubenburg, Band 46

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Csscalla, Ferdinand I I I . Ios. Job. 174 Toscana. Ferdinand I I I . Ios. <1are vom Grund auf errichten, in welcher er den berühmten Edelsteingraveur An- tonio Santarel l i anstellte, und in die Florentiner Kunstakademie berief er zum Professor der Kupferstecherkunft den noch berühmteren Naphael Morghen. Zum Director der großherzoglichen Gemälde» Galerie ernannte er den Cavaliere Tom» maso Puccini. Auch errichtete er die Hofbibliothek iLidliottica ?aiHtin3.), wies ihr die erforderlichen Räumlich» keiten in der eigenen Residenz zu und ertheilte dem Professor Pignott i den Auftrag, die Geschichte Toscanas zu schreiben. Während Ferdinand diesen wohlthätigen Werken oblag, war er vaterlich bemüht, dieselben seinem Lande durch die Wahrung des Friedens zu sichern, indem er mit allen Mitteln, die ihm seine seltene Klugheit eingab, die Geißel des Krieges und der Revolution fernzuhalten trachtete. Und er konnte sein Ziel theilweise erreichen, indem es ihm gelang, bald durch Geltendmachung der Neutralität, bald durch Annahme einer feindseligen Stellung, der letzt- bezwungene Souverän Italiens zu sein. Wir haben schon an anderer Stelle dieses Werkes ^Bd. VI, S. 495, Nr. 87^ erwähnt, durch welche Ereignisse Ferdi- nand I I I . endlich gezwungen wurde, Toscana, nachdem es von den Truppen der französischen Republik am 27. Mai 579!) besetzt worden war, zu verlassen und kraft des Artikels 7 des Lüneviller Vertrags vom 9. Februar 1801 auf die Souveränität des Großherzogthums zu verzichten, und daß er als ungleichen Ersatz zuerst das zum Kurfürstenthum erhobene Salzburg nebst einverleibten Gebieten, dann durch den Preßburger Frieden das zu einem Großherz ogthum errichtete Würzburg erhielt. I n diesen beiden Ländern ließ Ferdinand das ' Andenken einer väterlichen und weisen j Regierung zurück. (Ueber seine kurze, ! aber segensreiche Herrschaft in Salzburg ! vergleiche man das auf S. 176 in den ! Quellen erwähnte Buch von Dr. Ioh. ^Emmer). Als Toscana in Folge der ! Napoleonischen Katastrophe von der ! fremden Herrschaft befreit wurde, empfing es mit begreiflicher Begeisterung den ihm zurückgegebenen Souverän, welcher am ^ 48. September 4814 in Florenz wieder z einzog. Im Exile verwitwet, führte er drei Kinder: den Erbgroßherzog Leopold und die Erzherzoginen Marie Iouise und Marie The rese, die nachmalige Königin von Sardinien, mit sich zurück. Keine Restauration war, wie diese, von jeder Spur einer Reaction frei; Niemand wurde wegen seiner Meinungen, oder dessen, was er gegen die Regierung ge- schrieben oder unternommen hatte, zur Rechenschaft gezogen. „Vor dem Sou» verän", schreibt Baldasseroni, „waren alle Toscaner ohne Unterschied gleich geliebte und mit gleichem Wohlwollen behandelte Söhne. Alle, ob sie auch den in Toscana nach dem Jahre 1799 be- standenen Regierungen gedient hatten oder nicht, fanden gleichmäßig zu allcn Aemtern Zutritt, ja, die jenen Regierun- gen geleisteten Dienste wurden sogar nach ihrem wahren Werthe geschätzt". Von den französischen Gesetzen ließ Ferdi- nand jene, die den Interessen des Landes am meisten zusagten, in Kraft be- stehen, so das Handelsgesetzbuch, das Hypothekarsystem, die Zulässigkeit der Beweisführung durch Zeugen. Alles, was zur Ablösung der Fideicommißgüter und zur Abschaffung des Lehensystems ge- schehen war, blieb in Wirksamkeit. Ebenso die Oeffentlichkeit sowohl der Civil' als der Strafprozesse. Die öffentlichen Lasten wurden um die Hälfte vermindert, und in
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Toffoli-Traubenburg, Band 46
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Toffoli-Traubenburg
Band
46
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1882
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
330
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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