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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Toffoli-Traubenburg, Band 46
Seite - 175 -
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Toscana, Ferdinand Nl . Ios.Ioh. Toscan«) Ferdinand I I I . Ios, Iuh. der Finanzverwaltung des Staates kehrte man zu den Grundsätzen der Leopoldmi- schen Gesetze zurück. Bei der Rückkehr uacb Toscana fand Großherzog Ferdi- nand I I I . eine bedeutende Staatsschuld vor, und die sinancielle Zerrüttung des schwer geprüften Toscana war sehr groß -, ungeachtet dessen gelang es dem Groß» herzog durch weise Ersparungsmaßregeln und durch Erschließung neuer Hilfsquellen ohne jede Steuererhöhung die Staats- finanzen derart zu ordnen, daß Toscana bis 1819 nicht nur alle Schulden zahlte, sondern sogar Ueberschüsse in den Staatscassen erzielte. Im December 1816 errichtete die Regierung selbst in der Hauptstadt des Landes eine Escomvte- bank, die erste in ganz Italien. I m ganzen Großher.zogthume wurden öffent« liche Arbeiten für einen Betrag, von 6,000.000 Lire unternommen. I n Flo- renz ward die sogenannte „?ia Oasg. äi I^avoro" zur Aufnahme der Bettler er» öffnet; in Siena eine Armenanstalt, in Pisa ein Taubstummeninstitut gegründet. Das große Werk der Grundbücher wurde fortgesetzt; die Reorganisirung der Uni» vecsitaten von Pisa und Siena durch- geführt; jede der ersteren Hochschule zugehörige Hilfsanstalt in reichem Maße dotirt. und Professor Raodi behufs na- turwissenschaftlicher Studien und Samm- lungen nach Brasilien entsendet. Mit den Piaristen-Collegien vermehrten sich in gleichem Schritt die Konservatorien für Mädchenerziehung, und nachdem die vom. Großherzog Leopold errichteten, jetzt nickt mehr den Klosternonnen, sow dern den Laienschwestern anvertrauten Anstalten gute Erfolge erzielt hatten, krönte F e r d i n a n d das Werk des Vaters durch die Stiftung des Mädchen« erziehungsinstitutes der SS. Annunziata, dessen Directorin und Lehrerinnen nicht mehr dem Laienschwestern-, sondern dem weltlichen Stande angehörten, und dessen Superintendentin die Großherzogin selbst war. Die Florentiner Kunstakademie er- freute sich mächtiger Förderung, und gleiche Anstalten erstanden in Pisa und in Siena. Durch die Convention vom 4. December 1813 erlangte Ferdinand vom heiligen Stuhle die Indemnität für die Veräußerung der von den abge- schafften religiösen Corporationen her- rührenden Güter, um den noch verblie- benen Erlös aus denselben zu Gunsten der Spitäler und anderer frommer An- stalten, sowie zur Wiedererrichtung von Klöstern verwenden zu können. Durcd die Bemühungen Ferdinands, welcher an dem Minister Fossombroni einen ausgezeichneten Mitarbeiter fand, ver- wandelten sich im Val di Chiana und Val di Carina mehr als 36 Quadrat- miglien sumpfigen Bodens in blühende Felder. Es ist daher kein Wunder, daß einem Lande, mit dessen ewig heiterer Natur das ruhige und fröhliche Leben eines Volkes harmonisirt, welches in seinem Souverän nur den Vater verehrte, einem Lande, wo man nach Freiheit nicht rief, sondern dieselbe in einem bei einer civilisirten Gesellschaft möglichst vollkom» menen Maße genoß, die Fremden aus allen Theilen des gebildeten Europa zu» strömten und daselbst zum größten Vor» theile für die Verhältnisse des Volkes einen langen Aufenthalt nahmen. Als in den Jahren 1820 und 1821 revolu- tionäre Bewegungen alle übrigen Theile Italiens mehr oder minder beunruhigten, blieb in Toscana die Ruhe so ungestört, daß die Regierung nicht nur keinerlei strenge Maßregeln anzuwenden brauchte, sondern nicht wenigen Flüchtlingen aus Neapel, Piemont und der Romagna, darunter den Generalen Pepe und
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Toffoli-Traubenburg, Band 46
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Toffoli-Traubenburg
Band
46
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1882
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
330
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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