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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Toffoli-Traubenburg, Band 46
Seite - 182 -
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Seite - 182 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Toffoli-Traubenburg, Band 46

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Eoscana, Franz I I . Stephan 182 ToScana, Franz I I . Stephan sich gezwungen, die Regierung des Groß» herzogrhums provisorisch dem Fürsten von Craon anzuvertrauen. Ungeachtet dieser Ablehnung von Seite der Prin- zessin wünschte Franz I I . , daß dieselbe im Palaste Pitti, der Residenz ihrer Väter, bleibe, und befahl, ihr den ganzen Hofdienst, die Trabantengarde, die Iu . welen, die Kunstgegenftande, den Genuß der Modialgüter zu belassen. Kraft einer in Wien am 31. October i737 ab« geschlossenen Convention übertrug dann die Kurfürstin, als Erbin der medicei- schen Allodialgüter, die diesbezüglichen Rechte auf den Großherzog, welchen sie nachher zum Universalerben einsetzte. Die gezwungene Abwesenheit hinderte den Großherzog nicht, sich mit den Ange« legenheiten seines neuen Staates ernstlich zu befassen und die Besserung der über» aus traurigen Zustände des Landes mit allen Kräften anzustreben. Erschöpft waren die Finanzen; schwer lastete die öffentliche Schuld; Einheit herrschte weder in den Gesetzen noch in der Ver- waltung. Der Florentiner oder „neue Staat" war von dem Sieneser oder dem „alten Staate" dem Namen und der Sache nach geschieden; die untere Sie» neser Provinz so wie Livorno hatten ihre eigene, grundverschiedene Regierung. Florenz besaß ein eigenes Statut, ebenso Siena; jede Provinz, die meisten Ge- meinden, die Kunst- und gewerblichen Genossenschaften besondere Gesetze. Die Justizverwaltung fand sich durch die Lehen, durch die von verschiedenen Be« völkerungsclassen genossenen Freiheiten, endlich durch die den Verbrechern ge> währten Asyle beirrt. Die, Steuern, in Folge privilegirter Befreiungen, lasteten ganz auf einem Theile der Bevölkerung. Der Waarenverkehr war durch die vielen Zwischen - Zollämter und die schweren Zölle bedrückt; der ganze früher so blü- hende Handel gelahmt und fast ver- nichtet. Mit einem Worte, das Land harrte seiner Wiedergeburt, und Franz unterzog sich muthig der großen Aufgabe^ das von seinen Nachfolgern später voll- endete Regenerationswerk wurde von ihm begonnen, und mit Recht schrieb der berühmte Geschichtsforscher Bot ta , daß die Thronbesteigung der österreichischen Prinzen in Toscana „eine in der Ge- schichte der Völker ebenso merkwürdige als trostreiche Epoche bezeichne". Der erste Regierungsact, welchen Franz I I . vollzog, war auch das erste Beispiel einer auf alle Volksclaffen gleichmäßig ver- theilten Steuer. Um eine von dem letzten Großherzog zur Erhaltung der spanischen Truppen — die gemäß des 1729 zu Se- villa geschlossenen Vertrages sechs Jahre (1731—1737) die Städte Livorno, Pisa und Portoferrajo besetzt hielten — con- trahirte Schuld zu tilgen, wurde eine allgemeine Steuer auf die Güter und Einkünfte der Unterthanen von bei- nahe drei Percent ausgeschrieben und ohne Rücksichtnahme auf alle einseitigen Steuerfreiheiten vertheilt. Die Geist- lichen mußten einen Beitrag von 32.300 Scudi (ein Scudo gleich 7 Francs) leisten, im Verhältniß zu den jähr- lichen Gesammteinkünften des Kirchen- Vermögens in der Höhe von 1,120.82? Scudi, ungerechnet die Pfarrpfründen, die Commenden des Malteser - Ordens und die Cardinalsbenesicien. Anfangs sträubte sich der Clerus dagegen: die Regierung blieb unbeweglich, und er zahlte, und man erhielt dazu auch die päpstliche Zustimmung (Beneplacitum). Als der Großherzog in Erfahrung brachte, daß aus Mangel an behördlicher Aufsicht in den Wohlthätigkeitsanstalten viele Mißstande platzgegriffen hatten, ernannte
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Toffoli-Traubenburg, Band 46
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Toffoli-Traubenburg
Band
46
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1882
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
330
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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