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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Toffoli-Traubenburg, Band 46
Seite - 184 -
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Seite - 184 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Toffoli-Traubenburg, Band 46

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Toscana, Franz I I . Stephan 184 Tascana, Franz I I . Stephan elne „großherzogliche Kammer", welche in den zwischen diesen beiden, dann zwischen den Pächtern und der Regierung, endlich zwischen den Regierungsdeparte- ments und Privaten entstehenden Rechts» sneitigkeiten zu entscheiden hatte. Er führte eine jährliche Uebervrüfung der Necknungen der öffentlichen Verwaltung ein, ordnete eine genaue Statistik der Be« völkerung Toscanas an, betraute Pom- peo Neri mit der Verfassung eines bür- gerlichen Gesetzbuches. Er beschrankte auf die Adeligen die Befugniß, Fideicommisse zu errieten, und deren Dauer auf vier Generationen, unter der Bedingung, daß naä> dem Tode des letzten Fideicommiß- Inhabers der Grund und Boden in den freien Besitz seines rechtmäßigen und natürlichen Erben übergehe. Ein Gesetz hob sich der toscanische Seidenhandel m hohem Maße. Auch schritt man zum Bau neuer sehr wichtiger Straßen und restau- rirte die Pisaner Thermen oder „Bäder von San Giuliano". Es lag Franz- I I . ganz besonders am Herzen, die aus- gedehnten sumpfigen Gründe dem Acker- bau wiederzugeben, und der großherzige Gedanke ging im Val di Niev^le glücklich in Erfüllung. Nicht so konnte der Ver- such, die Sieneser Maremma zu coloni- siren, verwirklicht werden.. Den Akatho- liken ertheilte Franz die Befugniß, ihre im Großher.zogthume verstorbenen Ver- wandten zu beerben, und entzog die Erzeugnisse der Buchdruckerkunst der will- kürlichen Censur der Inquisition. Er gab das erste Beispiel von Schutz des literarischen Eigenthums, indem er ihn über die Lehen schützte die Vasallen vor! dem Dichter Goldoni angedeihen ließ. Unterdrückungen und gab dem Souverän ! Er nahm auch die Erziehungsanstalten das Vollmaß seiner Rechte zurück. Ein! sowohl für Knaben als Mädchen in seine Gesetz oder Pragmatik schloß vom Adel l Obhut und förderte das Studium der alle Diejenigen aus, welche sich irgend > Naturwissenschaften. Und als Toscana einer unschicklichen Handlung schuldig von einerHungersnoth heimgesucht wurde, macbten oder durch ihre Lebensweise Anstoß erregten. Durch eine Bestimmung wurde der überflüssige Lurus bei den Leichenbegängnissen gemäßigt, durck eine ordnete er auf seine eigenen Kosten den Ankauf ausländischen Getreides an. Im August des Jahres 1763 begab sich Franz I I . mit seiner Gemalin und andere der Lebensmittelhandel im Innern ! anderen Mitgliedern der kaiserlichen Fa erleichtert. Die sogenannte Eonstitution der .todten Hand" verbot die Uebergabe unbeweglicher Güter an die moralischen Körperschaften, sowohl weltlichen als geistlichen. Auch erfolgte die Gleichstellung des Jahresanfangs für das ganze Groß- herzogthum und auf Kosten der Regierung die Vergrößerung Livornos. Um den Handel zu begünstigen, wurden mit der Hohen Pforte und den Barbaresken- staaten Vertrage abgeschlossen' ebenso mit Oesterreich eine Eonvention über die milie nach Innsbruck, um der Hochzeit seines zweitgeborenen Sohnes, des Erz- herzogs Leopold, mit der Infantin Mar ia Ludovica, Tochter König Karls I I I . von Spanien, beizuwohnen. Diese Heirat ihrer Kinder war drei' zehn Jahre früher zwischen dem Könige Karl I I I . und dem Kaiser-Großherzog Franz I I . beschlossen worden, nack^ dem Letzterer zuvor an seinen oben- genannten Zweitgeborenen und dessen Nachfolger das Großherzogthum Toscana gegenseitige Einfuhr von Lebensmitteln! abgetreten hatte, welches unabhängig und Manufacturwaaren; und dadurch ^ und als von den österreichischen Staaten
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Toffoli-Traubenburg, Band 46
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Toffoli-Traubenburg
Band
46
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1882
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
330
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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