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Koscana, Leopold I I . 198 Toscana, Leopold I I .
nordischen Regionen und veröffentlichte !Zurückgezogenheit, umgeben von der liebe^
drei Jahre spater die wissenschaftliche ! vollen Pstege der Familie, immer seinen
Beschreibung seiner Fahrt. Großartig ^ Gleichmuth bewahrend, Alles mit christ-
war das Unternehmen der 1833 begon-! licher Ergebung hinnehmend. Im No-
nenen Trockenlegung des Morastes von ^ vember des Jahres 1869 begab er sich
Bientina. und zugleich mit dem anderen , mit der Großherzogin-Gemalin nach Rom
nichi minder großen Werke des Hafens und wurde dort Anfangs Jänner 1870 von
von Livorno war es der Vollendung ^ einer katarrhalischen Affection befallen,
nahe, als die vor langer Zeit im Ge- welche sich immer mehr verschlimmerte,
Heimen vorbereitete Katastrophe vom , bis er endlich in der Nacht vom 27. auf
27. April 1839 Toscana traf. Im den 28. Jänner ihr erlag, nachdem er die
Augenblicke, wo der Großherzog, um be> Tröstungen der Religion empfangen hatte,
leidigenden Zumuthungen nicht nachzu« ^ von welcher alle Acte seines Lebens durch-
geben, sein geliebtes Land verließ, be« drungen waren. Papst Pius IX. wohnte
klagte er das traurige Loos seines Volkes: ^ den Erequien des Verewigten in dessen
er fühlte sich vorwurfsfrei und konnte mit Pfarrkirche, der Basilika der heiligen
dem königlichen Gefangenen von Pavia z Apostel, bei, in welcher derselbe seinem
ausrufen: ^out est psräu Kors 1'kon- , Wunsche gemäß die ewige Ruhe fand. L e o-
nsnr!" Am 21. Juli j839 dankte Leo^ polds Grabmal in einer Nebencapelle
pold I I . ab und verzichtete auf die der Kirche Madonna dolorosa, über
Eouveränitatsrechte, denen durch die ! welche die vier Brüder Großherzog Fer-
Präliminarien von Villafranca nicht pra» dinand IV. und die Erzherzoge Kark
judiclrt worden war, zu Gunsten des Erb» ^Salvator, Ludwig Salvator und
großherzogs Erzherzogs, welcher den Na- Iobann Salvator das Patronat er-
men Ferdinand IV. annahm. In das ! warben, wurde erst nach großen Schwie-
und mit bedeutenden Kosten
nun Leopold auf seinen Domänen in ^ hergestellt. Zur Ergänzung des im Vor-
Böhmen, insbesondere in der kleinen Siadt stehenden Gesagten sei noch eines nur
Schlackenwerih. Die treuherzige Herab» ! wenig bekanntgewordenen und in neuester
lassung, welche seiner Familie eigen ist, ^ Zeit auch von einer Seite mit Absicht
und das Interesse, welches er am Wohle ^ totgeschwiegenen Nmstandes gedacht, wie
Aller nahm, die ihm nahe standen, ge-! nämlich Großherzog Leopold I I . der
wannen ihm das Herz jener schlichten ! Lebensretter Victor Emanuels, nach-
Einwohner, welche, um ihm auf ihre ein- ' maligen Königs von Sardinien, ward.
fache Art die Liebe und Verehrung, die ! Karl Albert Prinz (spater König) von
sie für ihn hegten zu bezeugen, ihn zu
ihrem Bürgermeister wählten. Und der Sardinien war mit Maria Theresia,
Tochter des Großherzogs Ferd i--
gute Fürst verschmähte es nicht, ihrem ^ nand I I I . von Toscana vermalt.
Wunsche nachzukommen: er nahm das Wegen seiner Theilnahme an der Revo-
ihm angebotene Amt an und versah es
gewissenhaft, überhäufte die Stadt mit
Wohlthaten und trachtete dem ihm treu
ergebenen Lande auf jede Weise zu nützen.
So verbrachte er ein Jahrzehnt in jener lution im Jahre 1821 mußte er aus
Piemont fliehen, und da er vom Turiner
Hofe verbannt blieb, suchte er Zuflucht
bei seinem Schwiegervater dem Groß-
herzig Ferdinand I I I . in Florenz und
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Toffoli-Traubenburg, Band 46
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Toffoli-Traubenburg
- Band
- 46
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1882
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 330
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon