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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Toffoli-Traubenburg, Band 46
Seite - 199 -
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Toscana, Leopold I I . 199 Toscana. Leopold I I . fand auch daselbst mit seiner Familie gastliche Aufnahme und Schutz. Da er- eignete sich Mitte September 1822 fol- gender Vorfall. Der anderthalbjährige Victor Emanuel (geb. im März l82j) befand sich mit seiner Mutter gerade in dem unweit gelegenen großherzoglichen Palaste Poggio Imperiale. Er schlief in seiner Wiege. Da nahte sich derselben, die Amme Therese Rocca, verehelichte Z a- not t i , eine Frau von 26 Jahren,, mit der brennenden Kerze in der Hand, um zu sehen, ob der Prinz schlafe. Dabei streifte sie mit dem Lichte den in der Nahe der Wiege befindlichen Vorhang, und mit einem Male standen Vorhang und Wiege in hellen Flammen. Die Amme schrie, während sie das Kind zu retien suchie, um Hilfe. Erbgroßherzog Leopold bemerkte, im Garten weilend, der Erste den Brand im Gemache seines Neffen, eilte hinauf und riß das Kind aus der Wiege, indeß der großherzogliche Lakai Mar iot t i , der dicht hinter ihm folgte, der Amme bei« > sprang. Prinz Victor Emanuel hatte, zwei Brandwunden erhalten, die eine an > der Hand, die andere auf der linken Seite i der Brust; die Amme aber war so stark ver-! brannt, daß sie nach mehrerenWochen ihrem ! furchtbaren Leiden erlag. Auch die Groß« ^ Herzogin, welche eben ein Kind unterm' Herzen trug, war herbeigeeilt, doch blieb < der heftige Schreck, von dem sie ergriffen! wurde, ohne schlimme Folgen für ihren! Zustand. Dem Gatten der Amme verlieh! Karl Albert eine lebenslängliche Pen- sion. Im Jahre 1860 ließ der damalige Minister Baron Ricasoli einen Denk- stein in jenem Zimmer anbringen, in welchem Victor Emanuel das Leben gerettet wurde, und dieser selbst ge- währte, bei seiner Anwesenheit in Florenz im gleichen Jahre, dem Lakai Mar iot t i eine Gnadengabe. Auf dem Denkstein aber ist des Antheils, den Erbgroßherzog .Leopold I I . an der. Rettung femes Neffen hatte, nicht gedackt! Dagegen meldet die Geschichte, mit welchem Dank Victor Emanuel diese That seinem Lebensretter vergalt, der sich ja durch ihn aus dem Lande seiner Väter getrieben ! sah. In einem kurzen, aber warmempfun- denen Gedichte erzählt uns Karl Graf Coronini das denkwürdige Ereigniß, welcbes wir eben berichtet haben. Groß- herzog Leopold I I . hatte sich zweimal vermalt: am 16. November 1817 mit Maria Anna (5 arolina (geb. 13. No« - vember l?99, gest. 24. März 1832), Tochter des königlichen Prinzen Maxi- milian von Sachsen; am 7. Juni 1833 mit Maria Anronia (geb. 19. De- cember 1814), Tocdter des Königs Franz I. von Sicilien. Seiner ersten ^ Ehe entsproßien zwei Töchter: Erzher° zogin Maria Carolina (geb. 19. No- > vember 1822, gest. 3. October 1841) ^ und Erzherzogin Auguste Ferdi> nande (geb. 1. April 1823), am 15. April !844 dem Prinzen Luitpold von Bayern vermalt und am 26. April 1864 gestorben ^S. 170^. Seiner zweiten Ehe entstammen vier Söhne: Ferdi» nand IV. ^S. 177 j^ (geb. 10. Juni 1833.), Großherzog von Tosccma vom 21. Juli 1839 bis zur Vereinigung Tos- canas mit Sardinien durch Decret vom 22, März 1860; Ferdinands IV. Fa> milie siehe in dessen Lebensskizze; Karl Salvator (geb. 30. April l839), ver« malt am 19. September 1861 mit Maria Immaculata Clementina (geb. 14. April 1844), Tochter König Ferdinands I I . beider Sicilien; der Familienstand des Erzherzogs K a r l S a l v a t o r ist aus dessen Lebensskizze sS. 188^ ersichtlich; Ludwig Salva- tor (geb. 4. August 1847) ^S. 202^
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Toffoli-Traubenburg, Band 46
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Toffoli-Traubenburg
Band
46
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1882
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
330
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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