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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Toffoli-Traubenburg, Band 46
Seite - 221 -
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Toscano 221 Toscano Bildungsstufen" — also eine Art Literar- geschichte Oesterreichs — verlegt hatte und damit zu Schaden kam, so daß das Unter- nehmen bei dem ersten Bande stehen blieb, lehnte sie den Antrag Toscano's ab. Auch der Buchhändler Klang, der an- fangs Lust zeigte, den Verlag zu über- nehmen, zog sich zurück, als er bei ge- nauerer Prüfung den großen Umfang des Werkes erkannte. Iasper endlich wollte auf den Antrag eingehen, wenn die Urtheile einiger Fachgelehrten dafür sprächen, und sandte das Manuscript an Ferdinand Wolf, Karajan, Diemer, Bergmann, Gräffer, L. A. Frankl in Wien, Spaun in Linz. Die Urtheile Aller lauteten zustimmend, aber jenes des Hofbibliothekscustos Ferdinand Wolf muß doch hervorgehoben werden. „Es gebe", bemsrkt derselbe, „keine österrei- chische Literaturgeschichte, so wenig als es eine österreichische Nation oder eine österreichische Sprache gebe"- Die Ein» Wendung, die ihm von comvetenter Seite dagegen gemacht wurde, daß er die Intention des Autors nicht richtig erfasse, ließ er nicht gelten. Und es ist in der That befremdend, wie ein Mann von der Bedeutung und Stellung Wolf's zu der Behauptung kam, daß es ein Unding sei, eine specielle Geschichte der Literatur in allen zu Oesterreich gehörigen Theilen zu schreiben, und zwar von dem Moment an, als es ein Oesterreich gab und ihm Pro- vinz für Provinz zuwuchs, deren jede an den Schicksalen des Erblandes theilnahm. sDies erinnert den Herausgeber dieses Lexikons an die Zeit, als er im Auftrage des Ministers des Innern die „Biblio- graphisch. statistischen Uebersichten der Literatur des österreichischen Kaiser- staates" 1833—1833 veröffentlichte und die Recensenten im In. und Auslande über ihn und seine groteske Idee: eine Literatur des österreichischen Kaiserstaat,.3 anzunehmen, in pöbelhafter Weise her- fielen. Die bekannte Berliner „Kreuz- Zeitung" that es aber allen Anderen zuvor, natürlich hatte ein Wiener Patriot ihr Feuilleton mit dem Abhub seines ver- trockneten Gehirns versorgt und sie den- ! selben ohne nähere Prüfung sich auf- tischen lassen.^ Am 1. März 1848 begann der Druck des Werkes. 1847, 23 Jahre alt, sollte Toscano einen Beruf wählen. Beamter wollte er der fitzenden Lebens- weise wegen nicht werden. Um der Berg- werke seines Vaters willen mochte er seine Studien nicht aufgeben; ja er rieth ihm, alle diese Unternehmungen in andere Hände zu legen, da man sich bei eigenem Betriebe zu viel auf fremde Leute ver- lassen müsse. Nun hatte er seit 1843 durch drei Jahre immer die Ferien zum Aufenthalte bei seiner Tante in Preßburg benützt und daselbst an seiner gebildeten Cousine und Iugendgespielin solches Ge- fallen gefunden, daß er ihr Herz und ', Hand anbot. Sie nahm seinen Antrag unter der Bedingung an, daß er sich bleibend in Preßburg niederlasse. Ihr Vater fügte dann noch, zu Toscano ge- wandt, den Wunsch hinzu: „Werde, was ich und dein Vater sind: Schornstein- fegermeister" . Nun hatte Toscano dieses Gewerbe im Elternhause kennen gelernt und praktisch erprobt, da er oft Substitut seines Vaters gewesen, hatte auch über dasselbe ein Paar Schriften veröffent- licht, kurz er war mit dem Geschäfte so gründlich vertraut, daß er in der An- nahme des Antrages die beste Möglichkeit sah, seinen Studien ungestört zu leben. Er kaufte also im August 1847 ein könig- liches Schornsteinfegergewerbe in Preß- burg, siedelte im April 1848 dahin über und heiratete noch im Juni seine Cou- sine. Im Jahre 1849 wurde er Mitglied
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Toffoli-Traubenburg, Band 46
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Toffoli-Traubenburg
Band
46
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1882
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
330
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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