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si, Paolo 224 Tosi, Luigi
Gräsin Avvogadro, erhielt eine sorg'
fältige Erziehung, machte seine ersten
Studien in Pistoja und bezog dann die
Universität Bologna, wo er aus den
Rechtswissenschaften die Doctorwürde er»
lanate. Hierauf unternahm er Reisen
durch sein Vaterland, auf denen er bei
seiner angeborenen Vorliebe für das
Schöne sich in die Betrachtung der Kunst»
werke vertiefte, welche sich in Florenz,
Rom, Neapel und den anderen Städten
der Halbinsel in reicher Anzahl seinen
Blicken darboten. Nach dem Tode seines
Vaters, dessen reiche Hinterlassenschaft er
erbte, trat nun diese Kunstliebe erst recht
deutlich zu Tage, indem er mit großem
Eifer Gemälde, Kupferstiche und kostbare
Druckwerke ankaufte. Bald zählte seine
Sammlung von Bildern alter und neuer
Meister und sonstigen Kunstwerken zu
den gewähltesten und reichsten Privat-
sammlungen Italiens. Dabei war er ein
Freund der schönen Literatur, welcher er
als Dilettant selb st schaffend huldigte, aber
wenn er auä> manche schwunghafte Ge-
dickte vollendete, so ließ er doch keines
derselben drucken, und es erhielten sich
diese Schöpfungen seines Genius nur
im Gedächtnisse seiner Freunde. Mit
dem Angenehmen verband er aber aucb
das Nützliche, er liebte die Landwirth'
schaft und vornehmlich die Seidencultur,
worin er als praktischer Zuckter Aus-
gezeiclmetes leistete', auf seinen Be-
sitzungen in Sorbara scklug er eine beson-
dere, von so günstigen Erfolgen begleitete
Methode in der Pflege ein, daß sie bald
nicht nur in der nächsten Umgebung seiner
Güter, sondern auch weiter hinaus sich
verbreitete. Um öffentliche Staatsämter
bewarb er sich nicht, aber wenn es galt,
für das Gemeinwohl thätig zu sein, ent-
zog er sich nie den Bürgerpflichten. So
versah er die unentgeltlichen Aemter eines ! Gemeinderathes, des Präsidenten der
! Queriniana, eines Deputirten des Bau-
^ comit^s der neuen Kathedrale, eines Cew
> sors der gelehrten Gesellschaft ^wnso äi,
^ Zi-<."5ci<>, eines Commifsärs der öffent-
! lichen Ausgrabungen u. s. w. Ein unver-
^ gänglickes Andenken schuf er sich aber
, durch die Anordnung in seinem Testa»
^ mente, daß die Stadt Brescia als Erbin
seiner Pinakothek und Bibliothek die»
selben der öffentlichen Benützung über-
gebe; überdies widmete er die ansehn-
liche Summe von 72.000 Lire zu wohl-
> thätigen Zwecken. — Conte P a olo hatte
! sich mit Paol ina geborenen Bergonzi
! vermalt, die ihrem Gatten am 3. April
!846 ins Grab nachfolgte. Die edlen
! Eigenschaften des Herzens und Geistes,
! welche ihren Gemal auszeichneten, waren
l auch seiner Gattin eigen, und der Gräsin
! Tod. mit welchem das Geschlecht Tosi
erlosch, wurde tief betrauert. Den reichen
Nachlaß erbten die Grafen Zuccheri in
Parma, mit der Bedingung, für die Zu-
kunft mit ihrem Namen jenen der Tosi
zu verbinden.
?aolo LoLi rtc (Prescia 1843, 4".). l^iese
Monographie ist nicht in den Handel gekommm,^
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Ein Luigi Tosi (gest zu Padua am 13. De>
crinber 1843). wohl der obigen Familie ange»
hörig, war wabrend der österreichischen Ne»
gierung in der Lombardie Bischof von Pauia.
Anläßlich seines Todes erschienen die folgen-
den Schriften: von Pietro Lanfranchi:
c äio.'eLl äi 1?avi.^" (Pavia 1846, 8".) und
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Toffoli-Traubenburg, Band 46
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Toffoli-Traubenburg
- Band
- 46
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1882
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 330
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon