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Tüth, August Raphael 229 uth) August Raphael
Siebenbürger Boten" erschienenen Auf-
sitze, welche die Lage Ungarns und dessen
Verhältniß zum Auslande nach dem
14. April 1849 zum Gegenstande hatten,
sämmtlich aus seiner Feder geflossen.
Später erhielt er das Commando eines
besonderen Corps, mit welchem er gemein-
schaftlich mit General Vetter den kaiser-
lichen Truppen wiederholt kleine Nieder-
lagen bereitete, ohne jedoch den für die
Kaiserlichen siegreichen Ausgang des Feld-
zuges verhindern zu können. Nachdem
die Revolution niedergeschlagen war, ge-
rieth auch Toth in die Gewalt der Kai-
serlichen. Er wurde vor ein Kriegs-
gericht gestellt und zu achtzehnjährigem
Festungsarreft in Eisen verurtheilt. I n
Folge einer der mehreren bei verschiedenen
festlichen Anlässen von Seiner Majestät
dem Kaiser erlassenen Amnestien erhielt
«r seine Freiheit wieder. Neber To th's
Lebensschicksale nach Entlassung aus der
Kerkerhaft ist mir nichts bekannt. Im
Jahre 1860 tritt er mit einem Male als
militärischer Schriftsteller mit mehreren
theils größeren, theils kleineren Schriften
<mf, aus deren einer wir schließen dürfen,
daß er mit einem militärischen Lehramte
in Ungarn betraut ist. Die Titel der
größeren Schriften sind: „^
", d. i. Die ungarische Mi-
litärerziehung und die Angelegenheit der
Errichtung des Iudoviceums (Pesth 1869,
Heckenast, gr. 8".); — „^o
a", d. i. Anrede an Ungarns
kriegerische Jugend. Zur Eröffnung des
militärischen Curses an der königlich
ungarischen Universität gesprochen (ebd.
1869, gr. 8".), — > , d. i.
Geschichte, Theorie und gegenwärtiger
Stand der Topographie und Charto-
graphie (Pesth 1869, Aigner und Raut»
mann, gr. 8"., VI und 344 S.). Mehrere
kriegswifsenschaftliche Arbeiten kleineren
Umfangs zählt Joseph Szinnyei's
ungarisch-historische Bibliographie „Ha^ki
68 Ivülloläi loi^oiratok ni^vHr tuäo-
N1HN^03 K6^6rt6riuinH" (Pesth 1874,
gr. 8".) S. 142, 313, 633, 639 und 638
auf. T^th's Biographen schildern den-
selben als eine der ersten militärischen
Capacitäten der ungarischen Armee, dem
jedoch vom Schicksal der seinen Talenten
entsprechende Wirkungskreis versagt blieb.
I n seiner äußeren Erscheinung während
der Revolutionsjahre bezeichnen sie ihn
als einen höchst interessanten, in den
Augen der Klausenburger Damen sehr
liebenswürdigen Mann, der nur den
einen Fehler besaß, daß er sich bereits,
und zwar erst seit wenigen Monaten, ver-
heiratet hatte. Republicaner aus Ueber»
zeugung, war er Aristokrat in den Ma-
nieren. Verschlossen, zurückhaltend, war
er wählerisch in seinem näheren Umgänge,
ehrgeizig bis zum Uebermaß, und dieser
Ehrgeiz, so schreibt Czecs, der Historiker
des Bem'schen Feldzuges in Sieben-
bürgen, ließ ihn sogar zuweilen die
Ressorts der Intrigue gebrauchen. Dabei
aber erwies er sich stets als ein durch
und durch ehrlicher und aufrichtiger,
warmer, redlicher Patriot.
Czecs (Johann). Bem's Feldzug in Sieben«
bürgen in den Jahren 1846 und 1849 (Ham»
bürg 1830, Hoffinann und Oampe, 8".) S. 373.
— Hlaz^kroi-äsäF es i iHF^vj.IäF, d.i.
Ungarn und die große WeU (Pesther illustr.
Blatt. gr. 40.) 1868. S. 403, — « o u v s ä
töi-26 t i52iß!c ^ I b u ma (Pesth) 1870,
Seite 31.
Porträt. Unterschrift: „I'utk ^.Faüton Kon-
vsä sZi-oäss". Holzschnitt Pollak's im
„!>Ill3^ü,rai-22u^ «5 112,35' vllä^", 1868, S. 400.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Toffoli-Traubenburg, Band 46
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Toffoli-Traubenburg
- Band
- 46
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1882
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 330
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon