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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Toffoli-Traubenburg, Band 46
Seite - 232 -
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Seite - 232 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Toffoli-Traubenburg, Band 46

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Täth, Coloman 232 Tüth. Culonian Ergüssen erntete T.'.th, wie sick das auch leicht begreift, mit seinen drama- tiscken Arbeiten, denn an diesen nimmt das große Publicum, der Haufe und die Auserwahlten Theil, während die lyri- schen Dichtungen mehr oder weniger doch nur ein Eigenthum der Gebildeten sind, jene seltenen Lieder ausgenommen, die in den Mund des Volkes übergehend Volks, lieder werden und über dem Liede oft dann den Dichter vergessen lassen. Im Jahre l837 trat Toth mit seiner ersten dramatischen Arbeit öffentlich auf. Es war , Ver letzte K-ach". Die Geschichte der Entstehung dieses Werkes ist für T6th's dichterische Schaffenskraft bezeichnend. An einem Januar-Nachmittage spielte er mit zwei Freunden, deren einer der berühmte Charakterdarsteller Coloman Szerdahelyi j M . XI. I I , 2. 130) war, im Pesther Kaffeehause „zur Krone" Karten. Nachdem sie längere Zeit gespielt bauen, erbob sich Szerdahelyi. Auf T'''tl)'s Versuch, seinen Freund noch bei den Karten zu fesseln, entgegnete dieser: er müsse heim, da er für sein na'chststait- findendes Benefiz nock ein französisches Stück zu übersetzen habe. „Ah bah", rief T<'»th, „deshalb brauchst Du nicht nach Hause zu gehen, ich schreibe Dir ein Ori- ginalstück". — „Die Hand darauf!" — — „Da hast Du sie". Und nun wurde das Spiel fortgesetzt; nach Verlauf dreier Wochen übergab der Dichter T <'> t h seinem mimenden Freunde Szerdahelyi das Drama „Der letzte Zach". I n diesem Stücke brachte er den Gegensatz zwi- schen Patriotismus und dynastischer Treue, zwischen Vaterland und König- thum sammt seiner großen Heerfolge von Pflichtencollisionen mit schneidender Schärfe zur Geltung. Aber der Erfolg war im Ganzen doch mehr ein Anstands» erfolg, welcher den Poeten indeß zu weite- rem und correcterem Schassen ermuthigte. Ein Jahr spater bereicherte Toth die Bühne mit dem Drama: „Eine Königin", welches den ersten akademischen Preis gewann und sich lange auf dem Repertoire erhielt. Nun erschienen der Reihe nach: das Drama „Doöc5 ^tt//^<?>, worin der Patriotismus in solcher Gluth hervor- bricht, daß ein Kritiker bemerkt: „man hatte bei der Vorstellung den Eindruck, als sollte jeden Augenblick die Erplosion erfolgen"; — das Lustspiel ^4 ^>ä/^/ //«.2tlsoHiH"i d. i. Der König heiratet, das noch zur Stunde zu den beliebtesten Stücken der ungarischen Bühne gehört; — „?/oA as «Uo/m««?/i»tt?i", d. i. Die Frauen in der Verfassung, auch ein Lust' spiel, worin der Dichter mit kaustischem Humor die Auswüchse des Verfassungs- lebens und die komischen Allüren der neuen Größen mit der Diogeneslaterne der Menschenkenntniß beleuchtet. Seine letzten dramatischen Arbeiten „ö?-^^ ?.-,^ /,'osi? i^ d. i. Des Teufels Kissen, und 5.AV.5 /^^?-w^, d. i. Die kleine Narrin, beide für das Volkstheater geschrieben, sind bereits sprechende Belege seines be- ginnenden geistigen Verfalls. Was So- lo man Toth als Redacteur zu leisten im Stande war, bewies er mit seinem Witz- und Spottblatt: „Lolonä 5 I i 5 ^ , für das er oft die Rolle des politischen Märtyrers spielte, denn Graf P^lffy, der damalige Statthalter Ungarns ver> stand keinen Spaß und gab dem popu- lären Dichter für die Ausfälle auf die Regierung, die derselbe dem „R^onä NI5KH" in den Mund legte, oft genug freies Quartier auf der Ofener Festung, was den wackeren Franz Deäk zu dem köstlichen Witz veranlaßte: „GrafPälffy liebt Coloman Toth, wie man einen gutsingenden Vogel liebt, immer im Käsig". Die politische Errungenschaft
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Toffoli-Traubenburg, Band 46
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Toffoli-Traubenburg
Band
46
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1882
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
330
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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