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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Toffoli-Traubenburg, Band 46
Seite - 235 -
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Seite - 235 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Toffoli-Traubenburg, Band 46

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Tüth, Eduard 233 Eduard Mittel zur Fortsetzung derselben und so zur Begründung einer höheren Laufbahn fehlten, entschloß er sich, Schauspieler zu werden. Er trat bei einer untergeord- neten Bühne ein, spielte das Fach der Vater und komischen Alten, wurde nach einiger Zeit bei größeren Bühnen Secretär und Regisseur und schrieb auch für jene Bühnen, bei denen er sich einigermaßen Geltung zu verschaffen wußte, mitunter Possen und Gelegenheitsstücke. Bei einem um das Jahr 1872 oder 1873 vom Pesther Nationaltheater ausgeschriebenen Concurse für ein Volksftück betheiligte sich auch Eduard Toth. Unter den eingelaufenen Stücken gewann eines, das den Titel: „^4 /a/tt ?'6s5Ztt", d. i. Der Dorflump, führte, den Preis. Das Stück kam zur Aufführung, und dieses Mal waren Publicum und Preisrichter einer Meinung: denn das Stück gefiel ganz außerordentlich, und mit jeder neuen Auf- führung steigerten sich Besuck und Beifall. Nnd der Verfasser dieser Dichtung war — Eduard Toth, der zu jener Zeit auf einer kleinen Provinzbühne als armer Schauspieler dahinsiechte. Man berief ihn nun nach Pesth und gab ihm, dem schwäch- lichen, von Elend und dauernder Krank- heit niedergedrückten Manne, eine kleine Sinecure, indem man ihn zum Garderobe- aufseher des Nationaltheaters machte, von welchem Posten ihn jedoch ein baldiger Tod abberief. T<'»th zählte, als er starb, erst 3l Jahre. I n dem obengenannten Stücke'„Der Dorflump" spielt ein Bursche die Hauptrolle, der von seiner früheren Geliebten verschmäht, von dem Pflege- vater derselben, einem reichen Bauern, mißachtet, ja mißhandelt, nun in seiner Verbitterung zum „Dorflump" herab» kommt, als solcher aber durch die Liebe eines anderen Mädchens, der leiblichen Tochter desselben reichen Bauern, aus seiner Versunkenheit gezogen und gerettet wird. Neben dieser Hauptgestalt bewegen sich nicht minder gelungene und durch- wegs lebenswahre Typen, welche alle durch wenige Striche volles individuelles Leben gewinnen. Die günstige Aufnahme des ^n iu 1-08523." ermuthigte den Poeten, und er ließ ein zweites Stück folgen: „Die Familie dcs Are!Mgrlinllnne5". I n diesem Schauspiele wandert ein alter verarmter Orgelbauer mit- seiner verführten Tochter als Drehorgelmann auf dem Lande von Ort zu Ort, bis er dem Verführer be- gegnet. Allein Letzterer, ein wohlhabender junger Müller, hat sich eben mit einer Anderen ehelich verbunden; indessen hei- ratet sein Stiefbruder, ein verwitweter Eisenbahnwächter die Verführte und nimmt deren Kind und Vater zu sich. Ein Dorfadvocat und ein guthmüthiger Müller^unge sind die zwei lustigen Figuren in dem sonst so ernsten Stücke. Als es im Jänner 1879 zur Aufführung gelangte, lag der Dichter bereits an einem unheil- baren Lungenleiden auf dem Sterbelager. Sein drittes Stück: „Nie Abgeschobene" gewann bei einem Concurse, welchen die Direction des Volkstheaters ausgeschrie- ben hatte, den Preis, in dessen Genuß der Autor noch kurz vor seinem Tode ge- langte, aber als es zum ersten Male, im Mai 1876, zur Aufführung kam, ruhte der Dichter schon seit Wochen im Grabe. Die Heldin des Stückes ist eine junge Dienstmagd, die wegen eines im Hause ihrer Dienstgeber vorgekommenen Dieb- stahls verdächtigt und von diesen über- haupt verfolgt wird, weil der Sohn des Hauses mit ihr ein Liebesverhaltniß an- geknüpft hat. Sie wird aus dem Orte ihres Dienstes nach ihrer Heimat abge- schoben, d. i. gerichtlich und unter Escorte abgeführt, nach erschütternden Erlebnissen aber als schuldlos erkannt und schließlich
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Toffoli-Traubenburg, Band 46
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Toffoli-Traubenburg
Band
46
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1882
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
330
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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