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Tüth, LorenZ 241 Lorenz
des
weist. Als Mitte der Dreißiger-Jahre
der ungarische Landtag in Preßburg Zu»
sammentrat, wurde er Berichterstatter
der Verhandlungen desselben für das
Blatt ),?68tl liirlap^, für welches er
zugleich politische Artikel schrieb. 1837
finden wir ihn als Secretär in Diensten
des Grafen 3. Kä.rolyi, im folgenden
Jahre in gleicher Eigenschaft bei dem
Grafen Kasimir Bat thyäny, dem nach-
maligen Minister des Aeußern während
der Revolution 1848. Seine zu jener
Zeit unter dem Titel: „Hne^anFoH",
d. i. Herzenstöne Msth 1838), veröffent-
lichten lyrischen Gedichte zeichnen sich
durch Knappheit des Ausdruckes und
Reinheit der Sprache aus, und in
mehreren derselben hat er so glücklich
den Volkston angeschlagen, daß sie in den
Volksmund übergegangen sind. Nun aber
warf er sich mit einem Eifer ohne Gleichen
in das öffentliche Leben und wirkte bei
allen nationalen und wohlthätigen Infti-
tuten, ihre Interessen mit ganzer Kraft
fördernd, ohne doch dabei seinen poetischen
und schöngeistigen Neigungen zu entsagen.
So erschien damals seine Originaldich-
tung: „o/M^/H« <Pesth 1839) und als
Ergebniß einer längeren Reise das Werk:
„Ak" ^7-62«,", d. i. Reise-Feuilleton, in
sechs Heften (Pesth 4844—4846). Die
ungarische Akademie der Wissenschaften
meinte nun, T6th habe sich bereits den
Anspruch auf die Mitgliedschaft in ihrem
Körper erschrieben und erwählte ihn am
40. September 4836 — er zählte erst
22 Jahre — zum correspondirenoen Mit»
gliede, die Kisfaludy - Gesellschaft aber
nahm ihn zwei Jahre später unter ihre
wirklichen Mitglieder auf. Durch er«
neuerte literarische Thätigkeit war Toth
bemüht, den ihm erwiesenen Ehren zu
v. Würzbach biogr. Lerikon. XI.VI. sOed entsprechen. 4832 wurde er auch Casfier
der ungarischen Akademie, welcher er
gegenwärtig als wirkliches Mitglied der
philosophisch - socialwissenschaftlich » histo«
rischen Claffe angehört. 4847/48 saß ei.
als Deputirter des Wahlbezirkes Breznä-
banya im ungarischen Landtag, im Pesther
Nationalconvent aber als Vertreter seiner
Vaterstadt Komorn. Auch wirkte er in
diesem Bewegungsjahre als Präsidial'
secretär des Ministers der Justiz (De äk).
Nnd in diese Zeit fallen seine beiden Flug-
schriften: über die Advocatenzustande Un-
garns: „ ö^öeÄ/ sMssFoöoH" und über
Sprache und Wissenschaft in der Ak.idemie:
>?'^"> sowie seine von der Akademie
> mit dem Preise von hundert Ducaten
! ausgezeichnete Abhandlung über die Ad-
^ vocatenreform: „ F^^sH'Hs/oT-m". Nach
Erlöschen des Aufstandes 1849 wurde
auch Täth zur Verantwortung gezogen
und, wie es heißt, zum Tode verurtheilt,
aber dann begnadigt. Nun lebte er aus»
schließlich als schöngeistiger und juridischer
Schriftsteller und veröffentlichte zunächst
eine Sammlung seiner Novellen unter dem
Titel: «i^«'?io?-eN^", d. i. Reisenovellen
(Pefth 4831), dann verschiedene Com-
mentare der neuen Gesetze, so „ iA' ^ '^
A</?i?/?«?-", d. i. Neues Gesetzarchiv, »^o?-
^«7-l ^67-7-6?!<H^a^as", d. i. Civilproceß-
ordnung, und „^s/iöan^a?-", d. i. Ma-
gazin der richterlichen Entscheidungen.
Ueber das im Jahre 4832 erstoffene
Avicitätspatent schrieb er einen ausführ-
lichen ungarischen Commentar, wovon
eine deutsche Uebertragung unter dem
Titel: „Die Avicität und sonstige Besitz-
Verhältnisse, geordnet durch das aller-
höchste Patent vom 29. November 4832.
Uebersetzt von Stephan Görgei" (Pesth
4333, Heckenast, gr. 8"., IX und 426 S.)
erschien. Um die Mitte der Fünfziger-
27. Ol.'t. 1882.) 46
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Toffoli-Traubenburg, Band 46
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Toffoli-Traubenburg
- Band
- 46
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1882
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 330
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon