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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Trzetrzewinsky-Ullepitsch, Band 48
Seite - 238 -
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Seite - 238 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Trzetrzewinsky-Ullepitsch, Band 48

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Uhl) Eduard 238 Eduard gänzungswahlen in den Gemeinderath stattfanden, so hatte er keine Gelegenheit, den Kampf mit seinen Gegnern aufzu- nehmen, und wirkte daher außerhalb des Gemeinderathes, so weit dies bei den politischen Verhältnissen, die sich in einer von Servilismus, Reaction und Severi» nismus gewebten Zwangsjacke unsicher bewegten, nur immer möglich war, im Sinne der Wiederherstellung verfassungs- mäßiger staatlicher Einrichtungen. Als aber in Folge des politischen Umschwunges nach dem unglücklichen Kriege 1859 dann im Jahre 1861 an Stelle der unfreien Zustände das öffentliche Leben neue, würdige, den Forderungen der Zeit ent» sprechende Formen annahm, blieb auch der Wiener Gemeinderath davon nicht unberührt, und es fanden Wahlen in den- selben statt, welche aus freier Ueber legung und im Hinblick auf das ö'ffenb licdeWobl aus dem Vertrauen der Bürger hervorgingen. Nun war auch für Uhl der Augenblick erschienen, der ihm die Ge- legenheit bot, wieder in das öffentliche Leben einzutreten, und bei den Neu< Wahlen desselben Jahres wurde er von den Wahlern des Bezirkes Iosephstadt — seines Wohnsitzes — mit großer Majorität neuerdings in die Gemeinde» Vertretung berufen, welcher er seit dieser Zeit ununterbrochen angehört. Mit den örtlichen Verhältnissen auf das voll- koinmenste vertraut, leistete er nun seiner Vaterstadt in einer der wichtigsten Pe- rioden ihrer Entwickelung in fast geräusch- loser, aber ersprießlicher Weise hervor- ragende Dienste. I n genauer Kenntniß von den Bedürfnissen der Commune be- theiligte er sich mit dem lebhaftesten Interesse an allen Reformen auf dem Ge» biete der Gemeindeverwaltung, in welcher er sich durch seinen klaren Blick und sein verständiges Urtheil schon in den ersten Jahren seiner Thätigkeit einen beträcht- lichen Einfluß erwarb. Seine praktischen Kenntnisse, sein ausdauerndes Schaffen und Wirken äußerten sich zunächst in den organisatorischen Arbeiten in Bezug auf die Geschäftsführung des Gemeinderathes und Magistrates und in den verfehle- densten Zweigen der städtischen Verwal- tung. Mit besonderem Eifer betheiligte er sich an den Arbeiten zur Versorgung Wiens, dessen Waffermagel jährlicb fühl- barer wurde, mit gesundem Wasser aus der Hochquellenleitung, an jenen der Donau« regulirung, sowie zur Verbesserung der Communicationen und erwies sich dabei als eine der schätzenswertesten Kräfte der Wiener Gemeindevertretung. I n politi' schen Fragen hielt er fest an seinen frei- sinnigen Grundsätzen und war stets der warme Verfechter eines starken, mäch» tigen und geeinigten Oesterreich unter Führung der Deutschen. Im Gemeinderathe zählte er zu den Gründern der Mittelpartei, welä^e sich die Aufgabe gestellt hatte, das große Programm der Neugestaltung Wiens mit Energie durchzuführen. Dabei genoß er aber wegen seines maßvollen, leiden- schaftslosen Verhaltens die Achtung der übrigen Parteien im Gemeinderathe. Durch viele Jahre bekleidete er in dem» selben das Amt eines Schriftführers und wurde 1876 zum Bürgermeister-Stell- vertreter gewählt. I n dieser Eigenschaft erwarb er sich durch seine Urbanität und sein offenes Herz für die Noth sehr bald auch in den weitesten Kreisen der Wiener Bevölkerung die wärmsten Sympathien. Nach Newald's Rücktritte anläßlich der Folgen des Ringtheaterbrandes in Wien 4881 wurde Uhl unter den schwierigsten Verhältnissen — am 9. Februar 1882 — fast einstimmig zum Bürgermeister ge- wählt und höheren OrteS in dieser Eigen-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Trzetrzewinsky-Ullepitsch, Band 48
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Trzetrzewinsky-Ullepitsch
Band
48
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1883
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
346
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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