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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Trzetrzewinsky-Ullepitsch, Band 48
Seite - 270 -
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Seite - 270 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Trzetrzewinsky-Ullepitsch, Band 48

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Corucl 270 Cornel ließ es in seinem Plaidoyer an Ver- suchen, den Dichter als schuldlos hinzu» stellen, nicht fehlen. Aber dessenungeachtet wurde Ujejski des Vergehens der An» preisung verbotener Handlungen nach H. 303 des österreichischen Strafgesetzes schuldig erkannt und gegen ihn die Strafe einwöchentlichen Arrestes, eventuell Geld» strafe von 40 st. ausgesprochen. Je alter er wurde, um so mehr nahm seine Dich» tung einen religiös »mystischen Charakter an, und diese Färbung haftet ihm auch an, wenn er sich irgendwo öffentlich zeigt, wobei sich bald die Gelegenheit zu reden, die er nie versäumt, darbietet. Als im Sommer die Lemberger Lehrerschaft das hundertjährige Geburtsjubilau-n eines Unterrichtsrathes, der unter König Stanis laus Poniatowski gewirkt hatte, feierte, da sprach auch Ujejski seinen Trinkspruch, welcher folgender- maßen lautete: „Ich glaube an Polen, denn ich glaube an Gott; ich glaube an Gott. denn ich glaube an Polen. Gott und Polen sind nicht zwei verschiedene Glaubenslehren, sondern Eine Glaubens- lehre. Gin Atheist, welcher gegen sein Vaterland Liebe zeigt, ist entweder ein seichter Mensch, ein unklarer Kopf, oder! er heuchelt Patriotismus. Ein schlechter Pole kann auch kein aufrichtiger Verehrer Gottes sein und ist gewiß ein schlechter i Mensch. Ich glaube an Polen, obwohl das heutige Geschlecht dessen nicht würdig, ich glaube daran, weil ich an die Ver- dienste unserer Ahnen, an die Tugend, Stärke und den Sieg unserer Nach- kommen glaube". Diese beiden Episoden kennzeichnen ebenso den Poeten wie den Menschen Ujejski, und ein weiteres be» zeichnendes Merkmal ist noch seine Feind- seligkeit gegen den Dichter Vincenz Pol sBd. XXII I , S. 40^j, welchem er trotz seiner nicht geringen Bedeutung als pol« nischer Poet doch lange nicht gleichkommt. Ursache und Ursprung dieser Gehäsffgkeit sind nicht bekannt; anfänglich waren beide Poeten mit einander befreundet, da griff mit einem Male Ujejski den Dichter des „Nokort" in dem zu Lem- berg erscheinenden „v2ien.nik lits- i-aoki", d. i. Literarisches Tageblatt, an und spater in seinen zu Leipzig erschie- nenen „Briefen aus Lembergs Umge» bung". I n diesem Buche bildet die größere Partie der Artikel: „0 ^a.nu32u. i o P2.N.H ^V1no6nt^irl I>o1u", d. i. Von Ianusz und dem Herrn Vincenz Pol , worin er mit aller nur denkbaren Bitterkeit und Gehässigkeit gegen P o l völlig ungerechtfertigte Vorwürfe erhebt. Während des 1863er Aufstandes gehörte Ujejski zu den eifrigsten Förderern der ^ Bewegung und entzog sich der Verant- ' wortung und Verhaftung nur durch die ! Flucht nach der Schweiz und nach Frank» ^ reich. Seither Festredner und Festdichter i bei allen nationalen Feierlichkeiten, mehr« mals in den galizischen Landtag, 1876 auch in den Wiener Reichstag gewählt, schloß er sich daselbst nach der bekannten Rede Hausner's gegen den Berliner Vertrag (November 1878) den söge» nannten Secessioniften des polnischen Clubs an, veröffentlichte eine schwung> volle Erklärung zu Gunsten Hausner's und legte bald danach sein Mandat nieder. Diese Episode scheint ihn aber wieder zu dichterischem Schaffen ange» spornt zu haben. Denn nach längerem Schweigen veröffentlichte er 1880 „Dra» matische Bilder", in denen er als treuer Anhänger jener poetisch-radicalen Rich« tung, welche den Aufstand von 1863 hervorrief, mit jugendlicher Frische gegen die realistische oder, wie er meint, mate- rialistische Reaction protestirt, welche seit dem Scheitern des Aufftandes im pol-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Trzetrzewinsky-Ullepitsch, Band 48
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Trzetrzewinsky-Ullepitsch
Band
48
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1883
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
346
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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