Seite - 283 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Trzetrzewinsky-Ullepitsch, Band 48
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M2)y) Paul Alezander 283 Mä)y) Paul Alexander
Pulszky, genoß er eine sorgfältige
Erziehung im Elternhause und trat
1783, achtzehn Jahre alt, als Cadet in
das Infanterie-Regiment Graf Pelle-
grini ein. Nach wenigen Monaten kam
er auf seine Bitte zur königlich ungari-
schen Leibgarde, in welcher er zwei Jahre
als Lieutenant diente. I m October
178? wurde er als Unterlieutenant bei
Alvinczy-Infanterie eingetheilt. Die erste
Feuerprobe bestand er bei Gemappe am
6. November 1792. Drei Grenadier-
Compagnien hielten das in diesem Dorfe
errichtete Retranchement besetzt. Die
Franzosen rückten mit einer starken Co-
lonne Infanterie, mit Cavallerie und
sechs Kanonen gegen die Kaiserlichen.
Die Lage der Besatzung gegenüber dieser
Uebermacht wurde immer kritischer, und
zwar um so mehr, als die Munition
schon auszugehen begann. Da über-
nahm Ujhäzy das Commando der
zweiten Grenadier-Compagnie, deren
Hauptmann Baron Lieeuwen bereits
gefallen war. Mit dem Bajonnet rückte
er so rasch und entschlossen auf den Feind
los, daß dieser trotz der schon errungenen
Bortheile zu schwanken und vor dem
unaufhaltsam auf ihn eindringenden An-
greifer zu weichen begann. Bald war der
Feind mit großem Verluste geworfen.
Ujhä.zy wurde für seine Waffenthat
zum Oberlieutenant befördert. Im April
4796 führte er eine Truppe von 300 Frei-
willigen gegen die feindliche Schanze bei
Montenotte. Nur eine schwere Verwun-
dung verhinderte ihn an der Erreichung
seiner Absicht. Er wurde nach Brescia
gebracht. Als dann diese Stadt in den
Besitz der Franzosen kam, war der ver«
wundete Ujhäzy nahe daran, gefangen
genommen zu werden, aber er entkam
durch Verkleidung. Während seines Auf'
entHaltes in Brescia hatte er jedoch viel» fach Gelegenheit gefunden, die Lage der
Stadt, sowie die Stärke und Aufstellung,
des Feindes auszukundschaften. Als er
nun genesen zur kaiserlichen Armee zurück-
kehrte, entwarf er einen Plan zur Ueber-
rumpelung Brescias, wo damals das
französische Hauptquartier war, und
legte ihn dem kaiserlichen Dbercommando
vor. Der Plan wurde angenommen und
Ujhäzy zum Führer jener Colonne er-
nannt, welche unter Commando des
Obersten Klenau am 30. Juli die
Ueberrumpelung ausführen sollte. Der
Angriff gelang aufs glänzendste. Stadt
Brescia siel in die Hände der Kaiser-
lichen und mit ihr zugleich wurden
3 Generäle, über 120 Stabs- und Ober»
officiere und 700 Mann gefangen ge-
nommen, dabei viele Munitionswagen,
Caffen, Vorräthe und mehrere Spitäler
mit 3000 Kranken erbeutet. Der Verlust
der Unserigen betrug 2 Todte, 8 Verwun-
dete. Ujhazy ward aus Anlaß dieses
so erfolgreichen Unternehmens in der
Armee rühmlichst bekannt. Neuerdings
zeichnete er sich in der Schlacht bei Cal>
diew, am 12. November 1796, aus. Als
er die dominirenden Höhen bei Colli-
gnuola vom Feinde genommen sah,
erkannte er sogleich, daß, wenn derselbe
sich in dieser überlegenen Stellung be-
haupte, die Schlacht für die Kaiserlichen
verloren sei. Da eilte er rasch ins Ge«
fecht, führte die Truppen an die ent»
sprechenden Punkte, feuerte sie unablässig
zu Kampf und Ausdauer an, placirte das
Geschütz auf das vortheilhafteste, schickte
noch den schon stürmenden Franzosen
eine Division Croaten über Collignuola
in den Rücken und hatte bald die Genug-
thuung, die Früchte seiner trefflichen
Dispositionen zu sehen, da der völlig in
Unordnung gebrachte Feind allseitig zur
Flucht sich wandte und der Sieg des
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Buch Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Trzetrzewinsky-Ullepitsch, Band 48"
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Trzetrzewinsky-Ullepitsch, Band 48
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Trzetrzewinsky-Ullepitsch
- Band
- 48
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1883
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 346
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon